Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Richard Mayr am 28. März 2012
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Mobilität und Verkehr

zwei Parkausweiselizensen für ein Auto

Sehr geehrter Herr Ude,

bedingt durch Veränderungen in meinem Elternhaus (Wohnort außerhalb Münchens), würde mir und meiner Freundin ein PKW zur Verfügung gestellt werden. Da wir in keiner gemeinsamen Wohnung wohnen, das Auto aber beide beruflich nutzen würden/müssen, bräuchten wir für ein Auto zwei Parklizensen für zwei unterschiedliche (geographisch relativ weit entfernte) Parkviertel (Schwabing-West und Giesing). Dies wir uns allerdings durch einen Beschluss des Stadtrats verwährt, der festsetzt, dass ausschließlich ein Parkgebiet pro amtliches Kennzeichen vergeben werden darf (vgl.: http://www.muenchen.de/dienstleistungsfinder/muenchen/107... -> Besonderheiten, letzter Punkt). Nach Auskunft des KVR, Hauptabteilung III Straßenverkehr nennt sich der unterbundene Vorgang privates Car-Sharing.

Nun frage ich mich, warum jungen Menschen (bzw. Bewohnern Münchens allgemein), die sich ein Kraftfahrzeug teilen würden, dies nicht ermöglicht wird? Dadurch fordert der Stadtrat bzw. das Parkmanagement unbewusst, dass zwei Fahrzeuge (oder noch mehr Fahrzeuge) gekauft werden und dadurch zwei (bzw. mehrere) Parkplätze in München belegt werden, obwohl dies nicht nötig wäre. Die eh schon angespannte Parksituation wird dadurch unnötig verschärft. Dass für beide Wohnviertel die Gebühr von jeweils 30 € entrichtet werden müsste, spielt hierbei m. A. nach keine Rolle.
Würden zwei Ausweise für ein amtliches Kennzeichen ausgegeben, wäre trotzdem sichergestellt, dass nur ein Auto verwendet wird.
Wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen, die zu viel höheren Preisen Car-Sharing betreiben wird dies genehmigt! Mit welcher Begründung?

Die Situation lässt sich noch dadurch verschärfen, dass meine momentane Parklinzens in Schwabing für zwei PKWs ausgestellt ist (ein Kleinwagen und ein Mittelstreckenwagen). Selbstverständlich könnte man nun argumentieren, dass es durch das Ausstellen zweier Ausweise ermöglicht würde zwei Autos in München abzustellen, was aber nicht unsere Intention ist. Auf weitere Strecken fährt es sich leichter und sicherer mit einem Mittelstreckenwagen. Je nach privaten und beruflichen Herausforderungen, tausche ich das mir zur Verfügung gestellte Fahrzeug mit meinen Eltern. Eine einfache und sinnvolle Lösung wäre beispielsweise auf einem Parkausweis in begründetetn Fällen mehrere Parkviertel eintragen zu lassen (ähnlich wie es bereits bei den amtlichen Kennzeichen möglich ist).

Daher frage ich Sie, warum ein privates Car-Sharing, verbunden mit tatsächlich bestehenden Gründen aus Prinzip ausgeschlagen wird, anonymen Großfirmen dies jedoch genehmigt wird?! Jungen Menschen und finanziell bzw. gesellschaftlich schlechter bemittelten Personen wird hierdurch das Leben meiner Ansicht nach unbegründet erschwert.
- Umweltfreundlicher kann man Autos doch nicht nutzen, wie wenn sich mehrere Personen zusammenschließen und diese spritsparendere Fahrzeuge verwenden, wenn es die Situation zulässt bzw. ähnlich sicher ist.
- Parkplatzsparender kann man sich auch nicht verhalten, als wie wenn sich mehrere Personen ein Fahrzeug teilen.
- Feinstaubbelastend wird es hierbei im Gegenzug,wenn ich das Fahrzeug öfters durch die gesamte Stadt fahren muss, nur, weil ich keinen entsprechenden Parkausweis habe und mir eine zusätzliche Parkgebühr nicht jede Nacht leisten kann.

Über eine ausführliche und begründete Antwort wäre ich Ihnen bzw. der Stadverwaltung dankbar, und würde mich freuen, wenn dieser, zumindest in unserem Falle sinnlose Beschluss zeitnah gekippt werden könnte bzw. entsprechende gut überlegte Änderungen mit aufgenommen werden könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Richard Mayr

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