Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Archiviert
Autor Andreas Wein am 13. Juli 2010
5529 Leser · 78 Stimmen (-5 / +73) · 0 Kommentare

Mobilität und Verkehr

zunehmendes Fahrradchaos

Sehr geehrter Herr Ude,
grundsätzlich freue ich mich, dass München Fahrradhauptstadt sein will und auch Einiges dafür tut. Bis heute fuhr ich auch gerne mit dem Rad, steige aber jetzt wieder auf mein Auto um, weil mir die Gefahren rund um das Thema Fahrrad zu massiv werden. Als Radler weiss ich nicht mehr verlässlich genug, wo und wann ich einmal gegen die Einbahnstrasse fahren soll, kurzeitig gegen die Fahrradwegrichtung fahren darf, einen Bürgersteig teilen soll und dann wieder nicht und somit z.B. zum Geisterradler werde usw..

Als Fussgänger wurde ich von Fahrradfahren auf dem Fussweg beleidigt, bespuckt, angefahren und die Polizei unternahm nichts dagegen, weil "es eh nichts bringt", da Räder zwar einerseits als vollwertige Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden sollen, aber z.B. kein Kennzeichen haben, um sie als solche auch im Schadensfall zu identifizieren. Letztes Jahr musste ich erleben, wie ein Radler auf dem Radweg stadtauswärts gegen die Fahrtrichtung in der Leopoldstrasse fuhr, ein 7jähriges Mädchen dabei so schwer verletzte, dass es bewusstlos mit massiver, offener Kopfverletzung liegen blieb und dann auch noch Fahrerflucht begehen wollte. Zum Glück konnte ich den Verursacher festhalten. Der Vorgang ist zum Glück angezeigt wurden und aktenkundig. Aber selbst als der Krankenwagen und Polizei vor Ort waren, meinte der Unfallverursacher noch, das Kind hätte besser aufpassen sollen, obwohl er gegen die Fahrtrichtung geradelt war. Zu seiner Verteidigung gab er an, dass die Fahrtrichtung an der Universität aufgehoben sei, was sie ca. einen Kilometer früher auch tatsächlich vor dem Siegestor kurzzeitig!!! ist. Wie gesagt - einmal darf/soll man "Geisterradler" sein, dann wieder nicht - das ist schwer vermittelbar und unfallstatistisch nachvollziehbar auch kein Einzelfall!

Immer wieder erlebe ich vor meiner Haustüre, wie die Streifenwagen nichts unternehmen, wenn ein Radler gegen die NICHT freigegebene Einbahnstrasse fährt. Neulich hat mich ein Radler auf dem Fussweg vor dem hiesigen Kindergarten ins Gesicht geschlagen, als ich ihm sagte, dass er einen Fussweg vor dem Kinderhort benutzt. Er floh und die unter 110 gerufene Polizei sagte mir am Telefon, dass es aussichtslos sei...

Ich würde gerne Ihre Ambitionen in Richtung Radlhauptstadt unterstützen, aber ich zweifle stark. Vielleicht tragen ja Megaplakate mit behelmter Bavaria Früchte, oder ein Radljoker mit Fliegenpatsche - allein mir fehlt derzeit der Glaube. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und habe sie jahrelang gerne auch mit meiner Wahl dabei unterstützt - ob ich es zukünftig noch kann, wird sich zeigen müssen - leider! Derzeit fehlt mir wirklich der Glaube an die Projekte und ich bin fassungslos über das zunehmende Chaos und die wachsende Aggressivität auf Münchens Strassen. Es grüßt Sie Andreas Wein

+68

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.