Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Thomas Wolf am 23. Mai 2013
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Mobilität und Verkehr

Zu viel Rollsplitt in der Stadt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

der Frühling, der inzwischen in München eingekehrt ist, erscheint mir die beste Zeit eine Heimsuchung anzusprechen, die uns Münchener spätestens nach dem ersten kleinen Schneeregenschauer im November wieder ereilen wird. Denn alle Jahre wieder entdeckt die Stadt ihre Liebe zu kleinen spitzen Steinchen, die sie in Unmengen irgendwo einkauft und nach dem ersten kleinen Schneeregenschauer flächendeckend im öffentlichen Raum verteilt. Ich würde dazu folgende Thesen wagen:

1) In keiner anderen mitteleuropäischen Stadt werden in der Wintersaison solche Unmengen an Rollsplitt verteilt. Auch nicht in den Städten der schneereichen Alpenländer. Als dienstlich vielgereister Mensch kann ich das jeden Winter direkt vergleichen und habe nach einer Reise immer wieder das zweifelhafte knirschende Gefühl, wieder zuhause zu sein.

2) In keiner anderen Stadt bleibt der Rollsplitt im Frühling so lange liegen, in München mindestens bis April. Ich kann Ihnen auch jetzt, Ende Mai, noch etliche Ecken in meiner Wohngegend zeigen wo es noch genauso aussieht wie im Januar.

3) Manche Bereiche des öffentlichen Raumes sind seit einigen Jahren ganzjährig bestreuselt, wohl weil aufgrund der Masse eine vollständige Entfernung nicht mehr möglich ist. Man denke an die gehwegnahen Grünstreifen und schwer zu kehrende Ecken.

4) Rollsplitt bringt nichts. Wenn es akut glatt ist, sind die Struekommandos noch gar nicht da und ehe der Rollsplitt liegt ist die Glätte meist schon wieder weg, weil getaut oder weggetrampelt. Bei überfrierender Nässe ist es dann wieder glatt, weil die Steinchen im Eis eingebacken sind. Die Glätte geht, bevor der Rollsplitt kommt.

5) Abgesehen vom ästhetischen Aspekt (ein halbes Jahr lang ist München nicht nur winterlich trübe, sondern einfach unglaublich dreckig), ist der Schaden durch diese scharfkantigen Steinchen beachtlich. Folgendes gehört für mich leider zu jedem münchener Winter: Aufgeschürfte Hände und Hosen hingefallender Kleinkinder, Löcher im Fahradreifen, tiefe Krater in Gummisohlen und Kinderwagenrädern, komplett aufgeriebene Ledersohlen (es trägt nicht jeder gerne 7 Monate im Jahr Bergstiefel) und schlichtweg Rutschgefahr durch Steinchen statt Eis. Ganz abgesehen von den horrenden Kosten, die für den Einkauf und die Verteilung sowie das Einsammeln einiger tausend Tonnen Geröll jeden Winter anfallen dürften.

Hat die Stadt in den letzten Jahren jemals den aktuellen massenhaften Einsatz von Rollsplitt evaluiert und eventuell hinterfragt? Wurde die Möglichkeit untersucht, eventuell ganz auf Rollsplitt (wie auch auf Salz) zu verzichten oder alternative Mittel einzusetzen?

Mit freundlichen Grüßen,

Wolf

+82

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Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Robin Berger
    am 25. Mai 2013
    1.

    Hallo,

    für mich als täglichen Radfahrer ist das auch immer ein Ärgernis, insbesondere weil es im Frühling solange dauert, bis das Zeug weg ist.
    Aber zusätzliche Tonnen von Salz sollten auch keine Alternative sein, wenn man an die Auswirkungen auf die Natur denkt...

    Gruß

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