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Autor D. Koller am 04. November 2012
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Gesellschaft und Soziales

Zentrum für Islam in Europa - München (ZIE-M)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

wie weit sind die Pläne für das ZIE-M inzwischen gediehen und wo soll es nun eigentlich gebaut werden? Und: Widerspricht ein Bürgerbegehren "Gegen den Bau einer Moschee am Stachus" nicht dem Grundgesetz Art. 4 und müßte von vorneherein abgelehnt werden?

Man sollte die muslimisch-gläubigen Bürger nicht endlos hinhalten mit leeren Versprechungen, sondern das ZIE-M konkretisieren.

Angestoßen zu Fragen und Meinungskundgebung hat mich die Konfrontation mit einem Mitglied der Partei "Die Freiheit". Der Mann stand an Allerheiligen vorm Haupteingang des Westfriedhofs und sammelte Unterschriften für ein Bürgerbegehren GEGEN DIE MOSCHEE AM STACHUS. Beim Reingehen wurde ich zum Unterschreiben aufgefordert und lehnte höflich ab. Beim Rausgehen wurde ich erneut zum Unterschreiben aufgefordert und wollte meine Ablehnung begründen, kam aber nicht zu Wort, weil der Mann mich so massiv zutextete, dass ein Friedhofsbeamter mir riet, mich wegen Belästigung an die anwesende Polizei zu wenden. An Allerheiligen gehe ich als Katholikin auf den Friedhof, um religiöse und familiäre Pflichten zu erfüllen und ich fühlte mich von der Unterschriftenaktion als aggressiver politischer Agitation in der Ausübung meiner religiösen Praxis gestört.
(Randbemerkung: Wenn man weiß, wo der Stachus liegt, erledigt sich das Bürgerbegehren von selbst, weil am wahren Stachus niemand eine Moschee/ein ZIE-M bauen will.)

Die Muslime und sonstige grundgesetz-liebende Bürger in München/Bayern könnten argumentieren, dass die Partei "Die Freiheit" nicht nur die Ausübung der islamischen religiösen Praxis verhindern möchte, sondern auch noch Volksverhetzung betreibt.

Beim Googeln ist mir klar geworden, dass die Partei "Die Freiheit" wohl eher ins rechte Lager gehört, ähnlich "Pro Köln", nur wollen sie sich bundesweit stark machen. Es scheint, als wären die auf einem anderen Planeten als ich daheim.
Ich habe (um aktuelle Kurse an der Volkshochschule halten zu können und mich als Theologie-Dokumentarin einer Zeitschrift fortzubilden) mich mit dem Islam befasst und z.B. auch eine Buchpräsentation von Imam Benjamin Idriz besucht. Der scheint mir kein Fanatiker oder Terrorideologe zu sein. Wenn das ZIE-M in dem Geist "bespielt" wird, wie Herr Idriz verspricht, dann wäre das ein Gewinn für alle: ein deutschsprachiges Zentrum nicht nur für Muslime zum Beten, sondern eine Anlaufstelle für alle Bürger, die sich informieren möchten, z.B. vor einem Auslandsaufenthalt.

Eine weitere Seite der Sache ist, dass ich in einer multi-kulturellen "bunten" Stadt lebe. Der Islam sollte darum nicht nur im Völkerkundemuseum ausgestellt werden.
Den Muslimen wünsche ich, wenn sie hier Steuern und Sozialabgaben zahlen, ihre Mitbürger als Mitbürger behandeln und das Grundgesetz als ihr Gesetz respektieren, ein ebenso schönes Zentrum, wie es die jüdischen Mitbürger am Jakobsplatz bekamen. In München klappt das Zusammenleben ja oft schon sehr gut mit Kollegen und Nachbarn. Diesen Islam, reale Menschen guten Willens die nebenan leben, muss man unterstützen, nicht immer die Terroristen-Hysterie anfeuern.
Um sozialen Frieden auf Dauer zu bewahren, gegenüber den einzelnen Bürgergruppen Gerechtigkeit auszuüben und um den Art. 4 des Grundgesetzes in die Praxis umzusetzen, bitte ich Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sich für die Errichtung des ZIE-M einzusetzen. Ich würde die Einweihung gerne noch erleben und mir dann die Fernsehübertragung anschauen. Leben und leben lassen, lehrt mich die christliche Nächstenliebe wie das Grundgesetz.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Dr. Angelika Koller, München

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  1. Autor Maria Käser
    am 04. November 2012
    1.

    Ein schöner Spruch "Leben und leben lassen". Nur leider sehen das sehr viele Muslime nicht so! Und so harmlos wie Sie es hier darstellen, ist weder ein Muslim der streng nach dem Koran lebt, noch ein Herr Idriz. Ich würde sogar soweit gehen, ihn als Wolf im Schafspelz zu bezeichnen. Und solange ich als Christ von einem streng gläubigen Muslim als unrein und Ungläubiger bezeichnet werde, behalte ich mir und offensichtlich viele andere Bürger auch, gewisse Vorbehalte einem so zentralistischen, muslimischen, europäischen Zentrum vor. Und nachdem man so gut wie keine Informationen vom Stadtrat und den Medien erhält, hat das wohl auch seine berechtigten Gründe, denn wenn diese Moschee zu einem großen Teil vom Emir aus Katar, einem sehr undemokratischen Land und seinem Herrscher, finanziert wird, dann ist das nicht unbedingt populär in der Öffentlichkeit.

  2. Autor helena varendorff
    am 05. November 2012
    2.

    nach allem was mittlerweile in ganz deutschland passiert , wie frech unsere islamischen mitbürger werden, welche angst sie verbreiten, welches gewaltpotential da ist , verstehe ich nicht , das sie unsere schöne stadt zum zentrum des islams machen wollen . das gehört weder nach deutschland noch nach münchen und hat auch nichts mit einer rechtsradikalen meinung zu tun . ich kann nicht nachvollziehen daß sie als intelligenter münchener so einen bau dulden wollen, dessen fianzierung aus dem tiefsten verbrechersumpf stammt .
    ich fühle mich nicht mehr wohl im eigenen land nur noch kopftücher , junge freche türkenbuben die auf den strassen abhängen und einen bedrohen . selbst polizisten werden verprügelt ohne folgen . wenn das ziem wirklich gebaut werden sollte , halte ich meine deutschen mitmenschen und politiker für nicht mehr zurechnungsfähig.... wir werden dem islam zum frass vorgeworfen , unser land unsere kultur wird vernichtet !!!

  3. Autor Dr. Angelika Koller
    am 07. November 2012
    3.

    Es tut mir leid, wenn jemand schlechte Erfahrungen mit "frechen Türkenbuben" gemacht hat. Man sollte nur nicht alle Muslime in denselben Topf werfen. Es gibt grobe, arrogante Deutsche und grobe, arrogante Türken/Islamgläubige. Genauso kenne ich sympathische Deutsche und sympathische Türken oder Muslime.
    Ich habe aus beruflichen Gründen den Islam studiert, sondern auch Moscheen besucht, habe Muslim
    nNachbarn und -Kollegen: Eine Frau z.B., die einen Mann aus Pakistan geheiratet hat, der hier ein Sportgeschäft führt. Eine Familie z.B., die vor den Taliban aus Afghanistan flüchtete, Mutter war Englischlehrerin. Alle höflich, kommunikativ. Man sollte die Muslime und andere Menschen mit Migrationshintergrund, die sich integrieren, Deutsch lernen, im Job was leisten, nicht abstrafen, weil einige andere fanatisch rumagieren Man sollte die modern denkenden Muslime unterstützen. Ein Zentrum mit Moschee, Sozialeinrichtungen, Museum und Begegnungsstätte kann sinnvoll helfen.
    Ich kenne die Probleme mit dem fundamentalistischen Islam und denke, Mohammed hat sich im Grab herumgedreht, als er von der Ermordung des US-Botschafters erfuhr. Den Terror muss man kritisieren und bekämpfen. Aber: lesen Sie mal das Grundgesetz, lesen Sie die Menschenrechtserklärung, lesen Sie die Reden Jesu in den Evangelien - darauf kann der Westen stolz sein und soll es bewahren, d.h. anwenden. Wir dürfen nicht zurückverfallen auf das Niveau, wenn Saudi-Arabien Kirchen verbietet, darf es bei uns keine Moschee geben. Fortschrittlich ist, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Religionsfreiheit zu achten, indem man Muslime respektiert und angemessenen Raum für ihre Glaubenspraxis schafft. Ich denke nicht daran, zum Islam zu konvertieren, halte das aber für sozial gut und gerecht.

  4. Autor Taufiq Jarezah
    am 12. November 2012
    4.

    Ich persönlich denke, dass sich viele hier von uns Muslimen ein falsches Bild haben . Es sollte auch erwähnt werden, dass nicht alle in den selben Topf geworfen werden sollen. Ich kritisiere stark die Vorurteile der Europaer gegenüber den Muslimen. In der westlichen Kultur werden alle Muslime mit radikalen und sich schlechtverhaltenden Menschen gleichgestellt. Das nennt man also Toleranz. Viele Muslime kritisieren diese "Muslime" auch , die nach Vergeltung ausüben und westliche kultgebundene Einrichtungen ausradieren.
    Ich persönlich , wie viele andere Islamanhänger sehen Osama Bin Laden als ein kranker , verrücker und radikaler Mörder . Aber ich würde ihn nicht als Islamist bezeichnen,weil er im Namen Allahs andere das Leben nimmt. Der Islam sagt , wie jede andere Religion das Töten von Menschen ist Tabu! Das der Westen kein gutes Bild an moslemischen Menschen hat , weiß jetzt schon jeder. Klisches, wie muslimische Kinder lernen nichts, hängen nur draußen ab, integrieren sich nicht , gehören verbrannt. Es gibt sowohl auch gute als auch böse,die sich fatalerweise nicht anpassen können, aber das hat nichts mit der Religion zutun! Wenn Menschen muslimischen Glaubens als Terroristen gleichgesetzt werden, würde ich sagen , das Menschen aus Europa durch Drohungen den christlichen Glauben in Suedamerika , Australien und Zentralafrika verbreitet haben. Unschuldige sterben auch im Irak durch Drohneneinsätze von den Amerikaner. Bevor ihr etwas gegen den islam sagt, informiert euvh mal darüber und genau deshalb soll dieses zentrum errichtet werden! Schließlich noch appelliere ich das der Terrorismus zur KEINER Religion gehoert.

  5. Autor Lothar Volz
    am 12. November 2012
    5.

    Eines unserer Grundgesetze lautet doch: "Religionsfreiheit".

    Also dürfen auch Moslems wie Moslems leben, und Juden wie Juden leben und Zeugen Jehovas wie Zeugen Jehovas leben und Christen wie Christen leben.

    Was ich allerdings nicht richtig finde, ist, dass in den Moscheen und in den Synagogen nicht in deutscher Sprache gebetet wird. Ein Moslem, der in eine Kirche geht, wird nicht am Eingang zurückgewiesen. Er kann während eines Gottesdienstes sich die Gebete der Christen anhören, aber umgekehrt ist dies nicht möglich! Da muss sich auch noch was ändern, wenn es religionsfrei zu gehen soll!

  6. Autor Taufiq Jarezah
    am 17. November 2012
    6.

    )1. Wenn sie sich mit dem Islam richtig befasst hätten, würden Sie nicht so einen Unsinn schreiben.
    Man wird als Nicht-Muslim auf keinen Fall aus einer Moschee gewiesen. Es gibt sogar extra "Tag der offenen Tür", wo man in die schöne Welt des Islams blicken kann.
    2. Die Hauptgebete finden nun mal in der gemeinsamen arabischen Sprache statt. So wie euer lieber Papst doch auf Latein betet.
    Wenn Sie die Bedeutung wissen wollen, besorgen Sie sich einen Koran in dt. Sprache; keine Sorge, es wird nicht erklärt, wie man ein terrorist wird und unschuldige Menschen umbringt/rumbombadiert, oder wie ein Salafist Hasspredigten hält. Man sollte aber bei der Wahl des Verlags aufpassen. Zudem gibt es zahlreiche Moscheen in der die Predigt auf dt. gehalten wird.
    Man bekommt alles wenn man nur richtig sucht und es finden will .Das sollte kein Hindernis sein.
    3. "Es gibt keinen Zwang in der Religion", steht es in unserem Koran in Sure 2 Vers 256 geschrieben. DAS verstehe ich unter Religionsfreiheit.;)

  7. Autor Lothar Volz
    am 19. November 2012
    7.

    Von wegen nicht richtig befasst und von wegen Unsinn schreiben!
    -
    "Euer lieber Papst" ist nicht mein Papst! Und wenn Sie sich richtig informiert hätten, dann wüßten Sie, dass der Papst das Kirchenoberhaupt ist der gesamten Katholischen Kirche ist! Wenn er zu seinen Gläubigen redet, dann muss er in einer einheitlich festgelegetn Sprache sprechen! Das ist halt nunmal Latein.
    Wohnen Sie in Bayern? Wenn der Papst zu Gast in Bayern ist, hat er dann in latainsicher Sprache gesprochen?
    -
    Und ein "Tag der offenen Tür" ist was ganz anderes als eine Messfeier!
    -
    Wenn ein Christ oder Jude oder ein Zeuge-Jehova während eines Gottesdienstes in einer Moschee anwesend sein wollte, dann ist dies definitiv nicht möglich! Und in deutscher Sprache wird in deutschen Moscheen nicht gebetet!
    -
    Wer nicht gern sein Hirn einschaltet, bevor er schreibt, der sollte dann wenigstens von Zeit zu Zeit seine Vorurteile neu ordnen! Mit Religionsfreiheit hat ihre Denkweise nichts zu tun!
    -
    Religionsfreiheit endet für mich da, wo andere ihre weltlichen Gesetze meinen, außer Acht lassen zu dürfen, wegen ihrer religiösen Regeln. Das müssen die Moslems in Deutschland erst einmal begreifen!

  8. Autor Dr. Angelika Koller
    am 20. November 2012
    8.

    Mich wundert schon, welcher Ton in den Kommentaren ausbricht. Gerade Leute, die Muslimen mit vielen Vorwürfen und mit Antipathien gegenüberstehen, verraten sich dadurch selbst als ziemlich aggressiv.
    Mein Beitrag beschäftigt sich eigentllich mit dem ZIE-M, wogegen es ein Volksbegehren geben soll. Dafür, es einzurichten, gibt es jedoch viele gute Argumente.
    1. Eine Metropole wie München ist Wohnort und Heimat für viele Gruppen. Die allermeisten Muslime in München sind friedliche Zeitgenossen. Der soziale Friede kann nur dann kontinuierlich erhalten bleiben, wenn man diese Gruppen als gleichberechtigt behandelt. Den Katholiken und anderen Christen also ihre Kirchen, den Juden ihre Synagogen, den Buddhisten ihre Sala, den Atheisten ihr ??? und den Muslimen, ob mit Migrationshintergrund oder hier geboren, ihre Moschee.
    2. Für das ZIE-M spricht, dass es dort deutschsprachig zugehen soll, dass der Islam, der dort beheimatet ist, auf Reformationen Wert legt. Das Münchener Zentrum soll eine modernisierende Wirkung in viele andere Länder haben. (Das Christentum hat sich seit dem Mittelalter ja auch reformieren müssen, woraus die Evangelische Kirche entstand oder im 20. Jahrhundert wurde das 2. Vatikanische Konzil abgehalten. Eine Erklärung, die "Nostra aetate" heisst, widmet sich den nichtchristlichen Religionen und fordert, dass man sich um Verständnis bemüht und friedlich zusammenlebt.)
    3. München ist eine Weltstadt mit vielen Touristen, Studenten und Geschäftsreisenden. Es wäre nur gastfreundlich, denen auch eine Anlaufstelle zu bieten, wenn sie ihrer Freitagspflicht nachkommen möchten. Eigentlich müßte auch das Tourismusreferat den Herrn Idriz unterstützen.

  9. Autor sahleh dahliyah
    am 20. November 2012
    9.

    Als ob Herr Jarezah geschrieben hätte, dass der Papst nicht der Oberhaupt der Katholischen Kirche sei. Sie argumentieren damit, dass die gemeinsame Sprache latein ist. Dem entsprechend ist die arabische Sprache die gemeinsame Sprache der Moslems! Ich würde mal vorschlagen, dass SIE Ihr Gehirn erst mal einschalten sollten! Im Koran steht, dass wenn man zu Allah beten und mit ihm sprechen möchte, auf arabisch beten soll, und zwar mit den Worten der vorangegangenen Propheten, die eben arabisch waren. Der entscheidende Unterschied des Islams liegt eben darin, dass der Koran nicht "die Kopie einer Kopie einer Kopie..." ist.
    Zum Papst, der Bayern besucht: Unsere Pfarrer sprechen auch nicht andauernd in arabischer Sprache! Die Predigt wird in der Sprache gehalten, zu dem sich die muslimischen Gäste entschließen. Das Gebet wird und muss auf arabisch sein!!!
    Zu dem Punkt, dass Juden, Christen usw nicht in Moscheen anwesend sein können: Das ist DEFINITIV FALSCH!!! Ich weiß wirklich nicht, in welchen Einrichtungen Sie waren, aber das waren anscheinend keine Gotteshäuser!! Standen da Türsteher oder wie, die sagten, du kommst hier nicht rein?
    Zur Religionsfreiheit: Sie behaupten, dass Sie sich informiert haben. Und Sie verstehen viel von Religionsfreiheit, wenn Sie die Sprache, das ALLERWICHTIGSTE Element des Islams, die Sprache Gottes, ändern wollen?? Das nennen Sie wohl dann auch noch Toleranz? Man sollte eine Religion nicht an den Praktizierenden, die alles so umsetzen, wie sie es verstehen WOLLEN, ausmachen, sondern an dessen theoretisch ausgelegten Heiligen Buch und dem Gesandten Gottes, der den Koran LEBT!!!
    Schade, dass solche Menschen wie Sie immer noch nicht begriffen haben, dass der Islam die weltlichen Gesetze längst beinhaltet, aber darüber hinaus noch für weitere gerechtere fehlende Gesetze kämpft!!

  10. Autor Dr. Angelika Koller
    am 25. November 2012
    10.

    Zu zwei Punkten möchte ich einen Diskussionsbeitrag liefern.

    1. Moschee-/Kirchen-besuch: Jeder darf als Besucher Moscheem oder Kirchen betreten. Während der Kulthandlungen benimmt man sich leise und stört nicht. In Münchner Moscheen kam ich anstandlos hinein, wurde zur Gebetszeit aber in den Frauenbereich geschickt. Solche religiösen Eigenheiten akzeptiere ich, weil es im Moment nichts nutzt zu protestieren. Mit Touristengruppen erlebte ich, dass Gruppen vorm Freitagsgebet aus der Moschee geschickt werden. Touristenführungen sind auch in Kirchen während einer Messe unmöglich.
    2. Die Sprache, die beim Kult verwendet wird, ist eines, die Sprache, die zur Belehrung und Seelsorge verwendet wird, ist nochmal eine andere Sache.
    Im Christentum gibt es einmal die Protestanten, da wird seit Luther die Bibel in die Landessprachen übersetzt und die Landessprachen auch beim Gottesdienst verwendet, damit die Menschen verstehen was gesagt wird.
    Die Katholiken hatten bis zum 2. Vatikanischen Konzil ihr Kirchenlatein, seither wird im Gottesdienst in der Regel die Landessprache benutzt. Wenn die Gläubigen wünschen, dürfen laut Papst Benedikt wieder lateinische Messen gelesen werden. Die Seelsorge (Gespräche Pfarrer - Glaubige) findet in der Landessprache statt. Offizielle Vatikandokumente sind Lateinisch, erscheinen aber gleichzeitig in vielen Sprachen (Internet!).
    Muslime in Deutschland kommen aus vielen verschiedenen Ländern und können die alten Landessprachen oft so wenig wie Koran-Arabisch. Was nutzt einem Muslim aus Marokko ein Imam, der nur Türkisch und Arabisch kann, wenn er seine Eheprobleme mit dem besprechen will oder die Predigt nicht versteht? Also: Traditionelle Gebete auf Arabisch kann wohl jeder lernen, wenn es denn sein muss. Aber Predigten in der Landessprache halte ich für sinnvoll und Beratungsgespräche auf Deutsch auch. Deshalb wird die deutsche Sprache im ZIE-M die Rolle spielen, die die heutige Situation von Muslimen der 3. Generation nach der Einwanderung braucht. So habe ich es jedenfalls verstanden, was Herr Imam Idriz & Co. anstreben.

  11. Autor Harald Praßl
    am 29. November 2012
    11.

    Ich bin absolut gegen eine Riesenmoschee am Stachus! Das ist doch verrückt! Mitten im Herzen Münchens. Der Stadtteil um den Hauptbahnhof wird doch eh schon Klein-Istanbul genannt, mit vielen zwielichtigen Gestalten und Schlägereien! Das hat mir jemand gesagt, der selber Ausländer ist und in München für einige Zeit in der Gegend gewohnt hat! Was mir auch immer wieder auffällt, sind die ganzen Pauschalisierungen und Halbwahrheiten, wenn das Thema der Islam ist! Von beiden Seiten. Konservative Deutsche, die man durchaus als rassistisch und ausländerfeindlich bezeichnen kann und auf der anderen Seite linke Ignoranten und Moslems, die Tatsachen leugnen, falsch zitieren, bestimmte Verse im Koran falsch wiedergeben oder regelrecht Taqiyya betreiben. Das ist ein arabischer Ausdruck, der es Moslems gestattet, Ungläubige, also uns, zu belügen und zu täuschen! Wieso wird ein so erzkonservativer Islam hofiert bis zum geht nicht mehr! Im Sommer ist unsere Stadt voll mit verschleierten Frauen. Bis hin zum diskriminierenden Gesichtsschleier!! Sowas muss in Deutschland verboten werden! DAS ist menschenverachtend!! Und genau deshalb, wegen solchen Verletzungen der Grundrechte stehe ich jedem neuen Moscheebau sehr sehr kritisch gegenüber !

  12. Autor Igo Kirchlechner
    am 03. Dezember 2012
    12.

    Ich denke, dass man es mit dem Neubau oder dem Erhalt von Moscheen bei uns proportionell halten sollte: 1 neue (oder wiederaufgebaute) Kirche dort, eine neue (oder geduldete) Moschee hier. Generell meine ich aber, dass man mehr tun sollte für die "mentale Abrüstung". - Bei Religionen gilt nämlich Gleiches wie bei der Medizin: "Wenn Risiken und Nebenwirkungen überwiegen, dann nimm sie besser nicht mehr ein". Bibel hin - Thora/Koran her.

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