Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Josef B. am 30. Januar 2012
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Planen und Bauen

Wohnsituation für Familien

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

Ende April erwarten wir Nachwuchs, meine Frau ist bei der Stadt München beschäftig und hat Anspruch auf eine Stadtsbedienstetenwohnung. Wir stellten nun im September 2011 einen Antrag im Wohnungsamt um eine größere Wohnung zugewiesen zu bekommen. Im Moment wohnen wir teilweise zu dritt (Kind aus erster Ehe) in einer 44 m² Wohnung, mit einem zweiten Kind ist die Wohnsituation untragbar geworden.

Dies wurde auch im Antrag auf Umsetzung vermerkt, durch die Gehaltssituation steht uns leider keine Sozialwohnung zu. Seit September bis heute bekamen wir genau eine Wohnung zur Besichtigung angeboten, die leider völlig verschimmelt war. Seitdem hat sich trotz mehrmaliger Nachfragen nichts mehr ergeben. Als Antwort auf die Nachfragen kam dann, das die Stadt München ein neues Computersystem habe und es momentan nicht möglich sei, neue Wohnungen zu vermitteln. So verloren wir mehrere Wochen in den der Umsetzerantrag unbearbeitet blieb. Da ja doch ein deutlicher Zeitdruck herrscht, wandten wir uns direkt an die jeweiligen Hausverwaltungen ( GWG, HeimAG, GEWOFAG) in denen uns gleichlautend mitgeteilt wurde, das sie vom Wohnungsamt Listen zugeteilt bekämen, und diese der Reihe nach abarbeiten würden. Man könne weder prüfen, ob man überhaupt auf dieser Liste stehe, noch welchen Rang man darin einnehme.

Nun hätte ich folgende Fragen:

- Warum gibt es bei Wohnungen die genauso gehandhabt werden wie Sozialwohnungen (Bescheid des Wohnungsamtes, Freigabe für Wohnung gegen Gebühr) keine Dringlichkeitsstufe?

- Warum können Stadtwohnungen in Sozialwohnungen umgewandelt werden, andersrum ist das nicht möglich?

- Wieso kann bei einer Genehmigung für eine 3-Zimmer-Wohnung keine z.B. 3,5 Zimmerwohnung angeboten werden, Hauptsache ist doch, das Wohnproblem für junge Familien zu lösen?

Abschliessend möchte ich noch hinzufügen, dass in unserer Landeshauptstadt händeringend nach Kinderpfleger/innen und Erzieher/innen gesucht wird, es aber durch die Wohnsituation nicht möglich ist, in München gleichzeitig zu Arbeiten und zu Wohnen. Es wird uns als junge Familie mit zwei Kindern nichts anderes übrig bleiben, als aus München wegzuziehen, womit der Landeshauptstadt wieder eine erfahrene Kinderpflegerin verloren geht.

Manchmal erscheint es, als würde es Arbeitnehmern, die eigenes Einkommen haben, schwerer gemacht, eine bezahlbare Wohnung zu finden, würden wir beide unseren Beruf aufgeben und uns beim Sozialamt melden, hätten wir innerhalb weniger Wochen eine Sozialwohnung, an denen anscheinend kein Mangel herrscht. Das ist für mich unverständlich, da wir beide einen Beitrag für die Allgemeinheit durch unsere Steuern und Sozialabgaben leisten, dafür aber bestraft werden, indem es Wohnungen für Mittellose zuhauf gibt, für arbeitende Familien, die Nachwuchs erwarten und die seit Jahren bei der Stadt München arbeiten, aber anscheinend niemand zuständig ist.

Wir bleiben weiter aktiv auf der Suche, auch bei den jeweiligen Hausverwaltungen, nur langsam gehen einem die Ideen und die Hoffnung aus, ab Ende April werden wir keine andere Wahl mehr haben, als aus München bei einem Mietpreis von mindestens 1000 Euro warm für 3 Zimmer wegzuziehen.

Ich hoffe auf baldige Antwort und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Josef Birke

+83

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Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Maria Käser
    am 30. Januar 2012
    1.

    Sehr geehrter Herr Birke,
    es gibt doch auch dieses München Modell; Voraussetzung hierfür sind, soviel ich weiß, daß man eine bestimmte Zeit in München schon lebt und unter eine bestimmte Einkommensgrenze fällt. In Laim, Fischer-von-Erlach-Str., wurden letztes Jahr solche Neubau- Wohnungen (qm-Preis ca. € 7,--) vermietet und die sind teilweise ziemlich lange leer gestanden, weil dieses Modell offensichtl. viele Leute nicht kennen. Vielleicht probieren Sie diese Möglichkeit.
    Mit frdl. Gruß
    K. Kneißl

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