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Autor Richard Geist am 18. Juli 2013
3779 Leser · 117 Stimmen (-34 / +83) · 2 Kommentare

Politik und Verwaltung

Wirksamen Datenschutz durch Empfehlung von Linux-Verwaltungssoftware an alle Kommunen

Sehr geehrter Herr Ude,

wäre es jetzt angesichts der aktuellen Datenschutzskandale nicht möglich, dass die Stadt München anderen Bayerischen Kommunen bzw. Verwaltungen offensiv Hilfe beim Umstieg auf OpenSource-Verwaltungssoftware anbietet, weil sich letztlich wohl auf diesem Weg der sicherste Schutz ihrer Verwaltungsdaten gewährleisten lässt. OpenSource-Code wird schließlich international von sehr vielen Programmierern ständig kontrolliert.

Da die Stadt München als weltweit erste große Kommune diesen Schritt bereits vor geraumer Zeit machte und damit viel Erfahrung sammeln konnte, könnten nun weitere Gemeinden diesem Beispiel gefahrlos folgen.

Zudem frage ich ob es nicht auch möglich wäre, dass in städtischen Schulen Kinder künftig mehr mit Linux und OpenSource-Software vertraut gemacht werden, entgegen der Linie der bisherigen bayerischen Schulpolitik, bei der stets die Ausstattung mit Microsoft-Produkten priorisiert wurde.

Dieses Thema braucht zugegebener Maßen sehr viel Mut, wie ihn bisher vielleicht nur der ehemalige Kanzler Schröder bewiesen hat. Aber ich und viele meiner Bekannten halten es für außerordentlich wichtig für den Erhalt unserer Demokratie.

In dieser Hinsicht ist das Thema gerade auch für Politiker wichtig, wenn man bedenkt, dass sie durch die Preisgabe all ihrer persönlichen Daten (all ihrer Googleanfragen und all ihrer persönlichen E-Mails) extrem leicht erpressbar werden könnten.

Viele Bürger mit Verständnis für Informatik haben bereits erkannt, dass langfristig wirklich wirksamer Datenschutz nur durch eine Abkehr von kommerziellen US-Softwareprodukten möglich sein dürfte.

Mit freundlichen Grüßen,
Richard Geist

+49

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Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Michael Köhler
    am 12. August 2013
    1.

    Sie haben auch bei "offenen" Systemen das Problem der Ausspähung. das Betriebssystem muss zudem angepasst werden, was einen großen technischen Kenntnisstand über die Betriebsysteme wie beispielsweise den UNIX Derivaten (Linux ist so etwas) vorraussetzt. Der Durchschittsnutzer weiß gar nicht wie und was dort eingestellt werden müsste um für Sicherheit zu sorgen. Dann kommt noch hinzu das selbst die Experten NICHT wissen wie Sie sich schützen sollen, wenn sie das System noch einigermaßen brauchbar nutzen wollen..Und Google erreichen Sie auch über einen Linux Browser. Wenn die Kollegen wirlich auspähen wollen halten Sie die nicht durch Ihre Maßnahme davon ab..da müssten Sie z.B. TOR Software benutzen..und Goggle (wie auch andere Suchmaschinenanbieter) lässt dann keine Abfragen mehr zu weil sie "unbekannt" im Netz agieren..und Mails wollen sie doch auch versenden können, die hören die Kollegen nun schon lange ab. Und dann noch Facebook und so weiter? Da hilft Ihnen nur den Rechner stillzulegen..und natürlich das Handy. Glauben Sie mir..das ist ganz sicher der einzige Schutz..und auch der ist nicht vollkommen.

  2. Autor Michael Maier
    am 06. September 2013
    2.

    100%ige Sicherheit wird es nicht geben! Schadsoftware gibt es für alle Betriebssysteme. Seit Linux etwas aus seinem Nischendasein in den Focus der Öffentlichkeit gerückt ist, werden in Zukunft auch weitere Maleware.Programme wie z. B. "Hand of Thief", beschrieben bei www.heise.de auftauchen. Wie aber auch dort beschrieben sitzt die größte Gefahr vor dem Rechner. Alles "downloaden" was gratis ist, Mailanhänge von unbekannten E-Mail öffnen usw. Dann brauche ich mich nicht zu wundern wenn mein Rechner mit Schadsoftware verseucht ist, oder gar als "Zombie-Rechner im Netz hängt. Die LH München hat es geschafft sich von einer Weltfirma für Betriebssysteme zu lösen. Dieser Mut ist meiner Meinung nach hoch anzurechnen und zu unterstützen. Ähnliche Beispiele gibt es in Frankreich, Polen und Norwegen!
    Die Benutzeroberfläche eines PCs muss nicht immer aussehen wie der von der Softwarefirma mit den Fenstern.
    Wenn aber an Schulen, bei den Kommunen, bei der Polizei nichts anderes gekauft wird, dann ist es nicht verwunderlich, wenn alle nur das eine OS kennen und damit arbeiten wollen.
    Selbstverständlich verlangt auch ein UNIX-Betriebsystem, welches bei Behörden und der öffentlichen Verwaltung eingesetzt wird eine entsprechende Administration. Das kostet Geld! Man muss aber nicht noch (unnötigerweise) Geld für hunderte oder gar tausende Arbeitsplatzlizenzen ausgeben.

    Und um das Thema von Herrn Köhler nochmals aufzugreifen. Muss ich unbedingt in einem sozialen Netzwerk sein? Brauche ich mein SmartPhone zu jeder Zeit?
    Meine Privatsphäre ist mir wichtig und kostbar. Es liegt an jedem selbst, welche Daten er ins Netz stellt. Jeder ist für sich selbst verantwortlich!
    In diesem Sinne freie Software, für freie Bürger!

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