Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Hermann John am 09. März 2012
6047 Leser · 99 Stimmen (-6 / +93) · 3 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Wieso ist die Vergabe von städt. Kindergartenplätzen so benachteiligend?

Sehr geehrter Herr Ude,

kürzlich wurden die Plätze für die städtischen Kindergärten 2012/2013 in München vergeben.
Leider bekamen wir nur Absagen, was ins sehr wundert.
Bei der Anmeldung für den KiGa in der Tölzer Straße/Obersendling wurde uns gesagt, dass ca. 30 Plätze freiwerden und wir recht sicher mit einem Platz rechnen könnten. Das ist nun leider nicht so gekommen.
Bei Nachfragen wurde uns u. a. gesagt, dass sich dort 120 Kinder angemeldet hätten. Außerdem ist für ins das Vergabesystem der Plätze immer noch unklar.

Weshalb hat die Nähe der Wohnung zur Einrichtung keine Priorität?

Wieso kann man sein Kind an mehreren Einrichtung anmelden und dann bei mehreren Zusagen dann auswählen, welchen Platz man nun gern hätte?

Wieso stehen (immer noch) nicht genügend Plätze zur Verfügung?

Leider gewinnen wir immer mehr den Eindruck, dass man für Familien, die intakt sind und für sich selbst sorgen können, in München zu wenig tut. Wir haben keinen Migrationshintergrund und es sind beide Eltern berufstätig. Daher zählen wir nicht zur Gruppe mit höherer Priorität für einen KiGaplatz. Sollten wir aber keinen Platz bekommen in dem KiGa der am nächsten bei uns ist, besteht jedoch schon die Gefahr den unbefleckten Sozialstatus zu verlieren. Ein Elternteil muss dann die Kinderbetreuung übernehmen und kann dann nicht mehr zum Familieneinkommen beitragen. Die Abwärtsspirale beginnt. Muss das dann sein, damit man den KiGa-Platz bekommt? Zumindest würden sich dann unsere Chancen erhöhen.

Wir finden es schon schade, dass man und als Nicht-Bedürftige in München offensichtlich vernachlässigt. Man gewinnt fast den Eindruck, dass man sich ein "soziales Manko" zulegen muss um an das zu kommen, was einem per Gesetz eigentlich zusteht.

Es wäre schön, eine Stellungnahme auf unsere Fragen und Eindrücke zu bekommen.
Herzlichen Dank dafür schon vorab.

Mit freundlichen Grüßen
Fam. John.

+87

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Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Nurselin Camlibel
    am 12. März 2012
    1.

    Habe heute die selbe Frage auch gestellt, mit dem selben Grund da bin ich gespannt... Irgendetwas stimmt mit der Vergabe nicht... warum ist es nicht zentral warum ist es nach sympathie antipathie gerichtet.

  2. Autor Heike Ehret
    am 20. März 2012
    2.

    Mittlerweile frage ich mich wie die Prioritäten für die Platzvergabe überhaupt geregelt ist. Ich habe meine "Stiefenkelin" in den umliegenden städt. Einrichtungen angemeldet, und jetzt sind nur Absagen eingegangen. Ihre Mutter ist sehr jung in Ausbildung und alleinerziehend und auf die Unterstützung der ganzen Familie angewiesen. Da sie unmögliche Arbeitszeiten hat, an drei Tagen muss sie um 7.15h früh morgens anfangen und an zwei Tagen arbeitet Sie bis 18.30h sind wir als "Großeltern" Bring und Abholdienst, da diese Arbeitszeiten auch noch mit den Öffnungzeiten der städt. Einriichtungen nicht konform sind. Im August ist das Kind 3 Jahre und 6 Monate alt. Sie ist mehr als Kindergartenreif und gehört nicht mehr in die Gruppe von Kleinkindern, bei der Tagesmutter, in der sie sich jetzt befindet. Zumal die Tagesmutter auf Kinder von o - 3 Jahren spezialisiert ist, und dem Kind die höher gesetzten Ansprüche nicht in dem Rahmen eines Kindergarten bieten kann. Kinder aus der Gruppe die jünger sind bekommen jedoch einen Platz. Ich frage mich da, wie geht das? Was muss man tun um einen Platz zu bekommen?
    mit freundlichen Grüßen
    Heike Ehret

  3. Autor Sandra Hehl
    am 27. April 2012
    3.

    Wir haben unsere Tochter bereits im Oktober 2011 in 6 städtischen und einem kirchlichen Kindergarten angemeldet und nur Absagen erhalten. Es entsteht der Eindruck dass es bei der Vergabe durchaus auf Vitamin B ankommt. Für ein Kind das bereits in einer Kinderkrippe war, bedeutet ein Jahr zu Hause eine massive Umstellung um dann erneut eine Eingewöhnung bewätigen zu müssen. Die Anzahl der Kindergartenplätze (ca. 15% des Bedarfs in unerem Stadtteil) ist ein Armutszeugniss für eine Stadt wie München, die sich immer damit rühmt sich für die Familien einzusetzen. Berufstätige Mütter laufen Gefahr ihren Arbeitsplatz aufgeben zu müssen und Alleinerziehenden droht sogar der "Abstieg" zum Sozialfall! Eine Tagesmutter stellt aus meiner Sicht keine Alternative dar, da es sich hierbei ein eher familiären Umfeld handelt, die Kinder müssen aber heute mehr denn je den sozialen Umgang in einer großen Gruppe lernen um den Anforderungen z.B. des Schulalttags gewachsen zu sein.
    Was müssen Eltern tun, um Ihrem Kind eine gesunde Entwicklung und Förderung mit Gleichaltrigen ermöglichen zu können? Wie auf der Seite der Stadt www.münchen.de beschrieben scheint es jedenfalls nicht ohne Weiteres zu klappen....
    Der entsprechende Kommentar und Rat der Stadtverwaltung was Eltern tun können wäre wirklich dringend nötig!

    Wir drücken allen denen es so geht wie uns die Daumen dass es mit einem Nachrückplatz klappt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    S.H.

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