Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Khalil Turkie am 11. November 2013
5569 Leser · 153 Stimmen (-6 / +147) · 1 Kommentar

Mobilität und Verkehr

Warum steht man in München an jeder Ampel?

Sehr geehrter Herr Ude,

ich möchte Ihnen gerne eine Frage stellen.

Warum muss man in München an jeder Ampel stehen?

Es gibt Städte in Deutschland die einen Verkehrsfluss haben, von dem man hier in München nur träumen kann.
Städte wie Berlin und Düsseldorf haben gerade zu den Stoßzeiten, einen sehr guten Verkehrsfluss, weil diese Städte Grünphasen in der Ampelschaltung haben.

Das muss doch in einer Stadt wie München auch möglich sein!

Mit freundlichen Grüßen.

Khalil Turkie

+141

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Antwort
von Christian Ude am 23. Januar 2014
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Turkie,

das hier zuständige Kreisverwaltungsreferat ist seit jeher daran interessiert, Lichtzeichenanlagen (LZA) innerhalb eines Streckenzuges zu einer "Grünen Welle" zusammenzufassen. Dabei sind allerdings etliche Rahmenbedingungen zu beachten.

Die Art der einzelnen LZA variiert innerhalb einer "Grünen Welle" meist von einfachen Fußgängerschutzanlagen bis hin zu recht komplexen Anlagen mit jeweils höchst unterschiedlicher technischer Ausstattung - von einfachen Festzeitanlagen, die ihre Signalprogramme nur linear abarbeiten können, bis hin zu vollverkehrsabhängigen Anlagen (mit ÖPNV-Beeinflussung), die mittels Detektoren das augenblickliche Geschehen an einer Kreuzung erfassen und ihre Signalprogrammbearbeitung entsprechend variieren können.

Auch die verkehrstechnischen Gegebenheiten an den einzelnen Knoten sind höchst unterschiedlich. Je nach Verkehrsaufkommen bzw. Unfallgeschehen werden zum Teil sogenannte Dreiphasenregelungen eingesetzt. Dabei handelt es sich meistens um eine zusätzliche Grünphase, in der die Linksabbieger gesondert geführt werden.

Detaillierte Informationen, wie sich diese Gegebenheiten in einem historisch gewachsenen Straßennetz auf die Realisierbarkeit von „Grünen Wellen“ auswirken, finden Sie unter http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kreisverwa...

Aufgrund dieser Problemlage können "Grüne Wellen" in der Regel nur richtungsabhängig realisiert werden. Deshalb hat man in München folgenden Kompromiss gefunden: Die Bevorzugung wechselt sich regelmäßig ab. Morgens ist die Grüne Welle stadteinwärts geschaltet, abends stadtauswärts. Wer genau entgegengesetzt zu dieser Regelung pendelt, hat deshalb meist das Nachsehen und läuft des Öfteren bei "Rot" auf.

Allerdings befasst sich die Stadtverwaltung aktuell mit Untersuchungen zum Thema „Grüne Wellen“ und erarbeitet eine Prioritätenliste zur weiteren Verbesserung der „Grünen Wellen“ im Münchner Straßennetz, wovon die ersten Streckenzüge bereits mit guten Ergebnissen umgesetzt wurden.

Ich bitte aber um Ihr Verständnis, dass die komplexen Zusammenhänge oft auch keine besseren Lösungen zulassen.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Christian Gartmayr
    am 15. November 2013
    1.

    Vielen Dank für diese Anfrage an den OB!

    Es wäre durchaus interessant, zu erfahren, warum in anderen Städten Deutschlands die, in München gängigen "Zerhackerampeln" unbekannt sind.

    Ob wir auf solch eine Frage tatsächlich eine EHRLICHE Antwort erhalten, wage ich zu bezweifeln. Dazu müsste "man" wohl zu viel der Münchner Verkehrspolitik preisgeben!

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