Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Ivan Henz am 18. Januar 2013
4188 Leser · 89 Stimmen (-9 / +80) · 1 Kommentar

Planen und Bauen

Warum können sich junge Akademiker München nicht mehr leisten?

Sehr geehrter Herr Ude,

wir sind eine junge Akademikerfamilie (Fachgebiete Software-Engineering und Wirtschaftswissenschaften). Entgegen des traurigen, für die Gesellschaft gefährlichen und in der Politik ständig diskutierten Trends, wollen wir unsere Familienplanung nicht zu Gunsten des Berufs außer Acht lassen.

Um für unsere zukünftigen Kinder gesicherte Verhältnisse zu schaffen und gleichzeitig auch für das Alter vorzusorgen, streben wir den Erwerb einer bescheidenen Eigentumswohnung an.

Bedauerlicherweise ist der Immobilienmarkt derzeit dramatisch überhitzt und eine Besserung ist nicht in Sicht. Selbst bei einer fast schon unvernüftigt erhöhten Zahlungsbereitschaft gibt es in München so gut wie kein Angebot mehr.

Einen Ausweg könnte das Münchener Modell bieten. Allerdings ist unser Einkommen aufgrund unserer hohen Bildungsaktivität knapp über den Höchstgrenzen fürs Münchener Modell. Auf dem freien Immobilienmarkt sind wir trotzdem chancenlos.

Würden wir durch fleißiges Nichtstun leich an Qualifikationen verlieren, könnten wir das Münchener Modell in Anspruch nehmen. In diesem Hinblick wird wissenschaftliche Hochleistung in München bestraft oder zumindest nicht gefördert.

Wir hätten einen Vorschlag: Mathematiker kennen die sog. Fuzzy-Logik. Angewandt auf dem Münchener Modell würde sie bedeuten, dass die Einkommensgrenzen nicht hart sondern unscharf festgelegt werden. Angenommen die Einkommengrenze liegt bei 40.000€. Wenn jemand ein Einkommen von 40.001€ hat, fällt er durch das Raster. Mit Hilfe der Fuzzi-Logik lässt sich so eine Ungerechtigkeit vermeiden.

Für München hätte das den Vorteil, dass auch junge Akademiker in die geförderten Wohnanlagen einziehen könnten, mit all den positiven Auswirkungen auf die Sozialstruktur.

Was halten Sie von diesem Vorschlag? Was würden Sie sonst unternehmen, um hochgebildete Bürger nicht aus der Stadt zu verdrängen? Was würden Sie jungen Akademikern in unserer Situation raten?

Für Ihre Antwort bedanken wir uns recht herzlich.

Mit freundlichen Grüßen

Fam. Henze

+71

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Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Frank R. Busch
    am 13. Februar 2013
    1.

    Auch wenn Sie mich nicht gefragt haben, der Versuch einer Antwort:
    Wenden Sie die Fuzzy-Logik an - bei der Wahl des Wohnortes, des Stadtteils und ihrer sonstigen Ansprüche an die Wohnung. Vielleicht ergeben sich so ja neue Optionen?

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