Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Igo Kirchlechner am 30. November 2012
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Bildung und Kultur

Warum keine Restaurierung der Buddha-Skulptur im Westpark?

Sehr geehrter Herr Ude, vielleicht erinnern Sie sich noch an die Schenkung des Thai Bildhauers Nopradol Khamlae im Jahre 1994 – die 3,5 m hohe Buddha-Skulptur vom Westpark. Sie waren damals so freundlich, sich bei Herrn Khamlae schriftlich hierfür zu bedanken. Das Ereignis von damals ist immer noch zu finden unter www.shopart.com/khamlae/munich1.html
Anfang September 2012 teilte man mir, dass die Skulptur entfernt werden müsse, da der Betonboden der Thai-Sala saniert werden soll. Und man bat mich um meinen Rat beim Abbau, da niemand mehr wusste, wie die aus 3 Teilen bestehende Skulptur zusammengesetzt und im Beton verankert war.
Am 18.9.12 rückte ein 3-Mann- Bauteam an, demontierte die Skulptur und lagerte sie anschließend in einer Lagerhalle ein. Die Skulptur war noch so stabil wie am ersten Tag, jedoch hat sie äußerlich durch die Bewitterung sehr gelitten. Das Blattgold am Kopf und Sockel der Skulptur ist verblichen und der Rücken und Sockel zeigen tiefe Risse. Dem beim Abbau anwesenden Architekten schlug ich daher vor, die Gelegenheit nun zu nutzen und auch die Skulptur restaurieren zu lassen. Eines unserer Vereinsmitglieder, Herr Philipp Reisacher, war 1994 bei der Vergoldung und Fertigstellung der Skulptur behilflich, wie dies auch auf der Bronzetafel am Seeufer zu lesen ist. Er ist ausgebildeter Restaurator und könnte nun auch die Verkeilung der Risse und Neufassung der Skulptur durchführen. Wie mir Herr Reisacher bestätigte, ist er gern bereit, einen kostenlosen und unverbindlichen Kostenvoranschlag zu erstellen. Näheres über ihn ist zu finden bei www.shopart.com/reisacher.
Der Architekt nahm diesen Vorschlag gern auf, teilte mir aber nun mit E-Mail vom 26.11. Folgendes mit: "Ihre Anregung die Buddha-Statue auf der Thai-Pagode restaurieren zu lassen, haben wir bereits an das Baureferat der LH München weitergeleitet. Soweit uns bekannt ist, soll der Buddha im laufenden Projekt "Betonsanierung" nicht restauriert, sondern nach Abschluss der Arbeiten auf seinem ursprünglichen Platz auf der Thai-Pagode wieder aufgestellt werden. Sollte die Stadt München zu einem späteren Zeitpunkt beabsichtigen, die Statue restaurieren zu lassen, wird sie sicherlich Herrn Philipp Reisacher im Rahmen einer Ausschreibung o.ä. berücksichtigen."
Ich nehme an, das Baureferat ist sich dem Wert und der Bedeutung dieser Skulptur nicht bewusst. Und einen Vorschlag abzulehnen, dessen Kostenauswirkung bisher nicht geprüft und bekannt ist, mutet seltsam an. Der städtisch beauftragte Abbau und Aufbau des nun recht lädiert aussehenden Buddha dürfte ein Vielfaches von dem kosten, das Herr Reisacher für eine Restauration berechnen würde. Eine spätere Restaurierung der stehenden und in Kürze neu auf der Thai-Sala verankerten Skulptur wäre problematisch (wenn nicht unmöglich) und erheblich teurer, als würde dies nun in der Lagerhalle geschehen. Die Skulptur hierfür später wieder teuer ab-und aufzubauen wäre Geldverschwendung und nicht erforderlich, wenn man die Restaurierung nun vornimmt.
Falls aus keinem der Münchner Etats für Kunst und Kultur bzw. Denkmalpflege Mittel verfügbar sind für die Restaurierung der Skulptur (vermutlich 1000 - 1500 Euro), dann wird der ShopArt e.V. gern einen Spendenaufruf „Buddha-Hilfe“ auf seiner Facebook-Site www.facebook.com/shopart platzieren. Und sollten die erhofften Spenden nicht oder zu gering eintreffen, bin ich bereit, den Fehlbetrag aus eigenen Mitteln zu bestreiten.
Dem ShopArt e.V., den ich ehrenamtlich leite, wurde nach Gründung 1993 vom Finanzamt keine Gemeinnützigkeit zuerkannt . Denn die Mitglieder - zumeist Bildende Künstler - hätten ja ein Eigeninteresse. Daher bitte ich dann um Nennung eines städtischen Spenden-Kontos, auf das die Zahlungen geleitet werden können.
Zusammenfassend: Die Stadt München sollte es nicht zulassen, eine Skulptur mit so hoher religiöser Bedeutung für in Bayern ansässige Buddhisten verrotten zu lassen. Auch zeugt dies nicht von der Toleranz und Aufgeschlossenheit Münchens, für die diese Skulptur schon lange weltweit Beachtung findet.

Mit freundlichen Grüßen, Igo Kirchlechner, Vorsitzender des ShopArt e.V. , München - www.shopart.com

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Antwort
von Christian Ude am 24. Januar 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Kirchlechner,

vielen Dank für Ihr Engagement und Ihr Angebot, sich mit einer Spende an den Restaurierungskosten zu beteiligen.


Das Baureferat hat inzwischen Kontakt mit Ihrem Vereinsmitglied aufgenom- men, das Sie als sachkundigen Restaurator empfohlen haben. Er wird einen Kostenvoranschlag für die Restaurierung unterbreiten. Im Übrigen ist nicht nur die Skulptur selbst sanierungsbedürftig, sondern auch die Holzbauten der Thai-Sala. Erst wenn diese Sanierungskosten feststehen, kann das Baureferat die weitere Vorgehensweise abstimmen.

Mit freundlichen Grüßen