Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Christoph Müller am 17. November 2009
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Mobilität und Verkehr

Warum gibt es kein MVV-Semesterticket für Studierende?

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

ich hoffe, ich habe mit ihnen den richtigen Ansprechpartner für mein obengetiteltes Anliegen gefunden, da sie auch Aufsichtsratsvorsitzender der MVV sind.

zr Frage:
Warum gibt es derzeit im Tarifverbund München (MVV) kein ein heitliches Semesterticket für Studierende, wie es an anderen Metropolen Deutschlands, wie Berlin gibt?
Ich als Erstsemestler war sehr überrascht, dass diese Leistung hier überhaupt nicht angeboten wird, und das in einer Studentenhochburg hoch eins! Das wäre doch für die Studierenden sehr viel einfacher, als jeden Monat zum kompliziert konzipierten Fahrautomaten (für Auswärtige sehr komplex und unübersichtlich!!!!) zu gehen, um dort das sog. Ausbildungsticket zu lösen, dass ja in erster Linie nur für die Strecke "Wohnung-Uni" gilt. Um dann noch im Innenraum oder Außenraum fahren zu können muss noch eine Zuzahlung geleistet werden. (Möchte daher nicht wissen, wie viele Studierende davon keine Ahnung und so unbewusst "schwarz" fahren!) Das wären im Monat im Idealfalle (ausgenommen von sämtlichen studentischen "Schwarzfahrern" )ca. 40€(Beispiel jetzt nur für Innenraum) 6 Monate X 40€ ist ca. 240€ pro Semester! 240€ alleine für Fahrtkosten, das sind gerade mal die Hälfte der Studiengebühren und das, um in München mobil sein zu müssen! Muss das wirklich sein??? Da ist es doch mit einem Semesterticket viel einheitlicher und übersichtlicher und ich denke für die MVV auch rendierbarer! Da würde jeder ordnungsgemäßer eingeschriebener Studierender den gleichen Betrag bezahlen (ca. 100€, wie Berlin) und könnte überall im MVV-Gebiet, ausgenommen zum Flughafen (denke das wäre ihrerseits Voraussetzung!) fahren! Und es zahlt dan auch JEDER Studierender! Gibt keine unwissenden "Schwarzfahrer" mehr, folglich MVV hätte sogar mehr Einnahmen...
Nochmal: Warum wird sich über dieses Thema nicht auseinandergesetzt bzw. ansatzweise diskutiert, seitens mit Studierenden oder dem Freistaat Bayern (evtl. Kopplung mit den Studiengebühren!?!)?
Ich bin mir nicht sicher, ob das schon mal thematisiert wurde, aber selbstwenn, bitte ich sie nochmal darüber nachzudenken, ob das nicht evtl. ein Tagesordnungspunkt in eine ihrer nächsten Ausichtsratssitzungen wäre! Alleine schon wegen der Gerechtigkeit und auf das Studentenbild ihrer Stadt!
Ich hätte da noch eine Bitte! Bitte beantworten sie mir die Lage aus ihrer Sicht, unabhängig davon ob dieser Beitrag mehrheitlich für eine Beantwortung ihrerseits gevotet wurde, wenigstens mir persönlich per Mail! Vielen Dank!!!

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Müller

+22

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Antwort
von Christian Ude am 17. Dezember 2009
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Müller,

wie Sie wissen, hat inzwischen unter den Studierenden an den drei Münchner Hochschulen eine Abstimmung über einen konkreten Semesterticket-Vorschlag stattgefunden, bei der leider an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) die erforderliche Mehrheit denkbar knapp verfehlt worden ist.

Gleichwohl habe ich mich unmittelbar nach der Abstimmung als Vorsitzender der MVV-Gesellschafterversammlung dafür ausgesprochen, dass dieses eindeutige Mehrheitsvotum der Münchner Studentenschaft insgesamt in Höhe von 62,2% (27.855 Ja-Stimmen) nicht vom Tisch gewischt werden darf. Nachdem die MVV GmbH in Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen, das Studentenwerk und die Studentenvertretungen seit Jahren daran gearbeitet haben, auch unter der schwierigen Münchner Ausgangslage ein Semesterticket zustande zu bringen, muss diese Arbeit jetzt zum Erfolg geführt werden.

Um das Semesterticket doch noch zu verwirklichen, könnten mit Hilfe der Technischen Universität, die dazu schon bereit ist, und der Hochschule München, die sich noch nicht geäußert hat, sowie mit Hilfe von Stadt und Freistaat zunächst zwei Probejahre realisiert werden, um Erfahrungen zu sammeln. Die LMU könnte dann dieser Regelung später ebenfalls beitreten.

Mit freundlichen Grüßen