Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor B. Alengül am 19. Juni 2012
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Gesellschaft und Soziales

Warum bekommen Rentner keine Wohnung in München?

Guten Tag Herr Ude,
das Wohnungsproblem in München ist schon lange bekannt und ungelöst.

Neben Firmen, die Wohnungen aufkaufen um sie dann für Tage, Wochen oder Monate an Geschäftsmänner zu vermieten, Gesellschaften die Unmengen an Bürohäusern bauen, die dann doch leerstehen (statt in den Wohnungsbau zu investieren), dem unaufhörlichen Zuwachs der Münchner Einwohner und den damit steigenden Mietpreisen erhöht sich der Schwierigkeitsgrad bei der Wohnungssuche enorm.

Nun gibt es neben den Geringverdienern, Alleinerziehern, Alleinverdienern, staatliche Hilfe erhaltenden und anderen benachteiligten Wohnungssuchern noch die Rentner.

Mein Vater ist das Beste Beispiel. Seit bald 3 Jahren sucht er schon eine kleinere und günstigere Wohnung, weil die jetzige in Preis und Größe für ihn untragbar geworden ist, seit er Rentner ist.

Das naheliegendste war, sich ans Wohnungsamt zu wenden. Doch seit seiner Antragsstellung vor 3 Jahren hat er noch kein EINZIGES Angebot erhalten. OBWOHL er sich seine Wohnung nicht mehr leisten kann und sich nebenbei ein Zubrot verdienen muß, damit er nächsten Monat noch die Miete zahlen kann. OBWOHL er gesundheitlich nicht mehr in der Verfassung ist.

Nun hat er über vierzig Jahre lang keinen Tag Geld vom Staat beansprucht, über vierzig Jahre lang brav seine Steuern bezahlt und hat sich sein Geld immer selber verdient.

Jetzt wo er Rentner ist und darauf gehofft hat, endlich mit dem Arbeiten aufhören zu können, sobald er eine Wohnung hat, die er sich von seiner Rente leisten kann, muß er immer noch arbeiten. Denn Geld vom Staat will er zu Recht immer noch nicht. Doch nicht nur sein steigendes Alter macht ihm irgendwann einen Strich durch die Rechnung, sondern auch seine körperlichen Probleme. Und was dann? Muß er dann zu Vater Staat gehen und die Hand aufhalten, nur damit er weiterhin in einer eigenen Wohnung leben kann?

Wieso ist es in München inzwischen nur noch die Oberschicht, die problemlos ein Dach über dem Kopf finden kann? Denen mit Handkuß überall und jederzeit eine Wohnung vermietet wird?

Wir verlassen uns aber weiß Gott nicht bloß aufs Wohnungsamt (Wer wäre so vermessen.) und suchen auch auf dem privaten Wohnungsmarkt, doch auch da hat er keine Chance.

Warum werden Rentner schon bei der Anfrage auf ein Inserat mit dem Spruch "Die Miete können Sie sich ja eh nicht leisten!" (Das ist sogar schonmal bei einer München Modell Wohnung passiert!!!) abgefertigt und gehen wieder einmal leer aus?

Warum wird bei der Wohnungsvergabe nicht verstärkt auf den kleinen Mann geachtet, der ohnehin Schwierigkeiten hat, wo unterzukommen? Gerade diejenigen die Aufgrund ihrer guten finanziellen Situation ohnehin keine Probleme damit haben etwas zu finden, werden bevorzugt.

Wo ist der Sozialstaat, wenn man ihn braucht?

Und zwar nicht sein Geld, sondern eine Wohnung, in der man menschenwürdig leben und sie auch aus eigener Kraft bezahlen kann?

Wo ist das Wohnungsamt, das einem bei diesem Problem helfen soll?

Das einem stattdessen sagt, das man erst seine Wohnung kündigen muß, bevor man eine höhere Dringlichkeitsstufe bekommt (Mein Vater hat aktuell Dringlichkeitsstufe 3 und damit kaum eine Chance auf ein Angebot, wie wir in den letzten 3 Jahren sehen konnten.). Und auf die Frage, was passiert, wenn einem in den drei Monaten bis zum Auszug, nichts vermittelt werden kann? "Dann müssen Sie ins Männerwohnheim."

Pfui sag ich nur.

Mit dennoch freundlichen Grüßen,
B. Alengül

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