Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor W. Schmidbauer am 09. April 2013
9306 Leser · 258 Stimmen (-68 / +190) · 4 Kommentare

Mobilität und Verkehr

Wann wird die Alte Allee in Obermenzing zur 30er Zone erklärt?

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

seit einigen Monaten besteht im Münchner Westen die Nordumgehung Pasing (NUP). Leider hat man offenbar bei der Planung völlig übersehen, dass diese Umgehung zu einer erheblichen Mehrbelastung der umliegenden Straßen und insbesondere auch der Alten Allee geführt hat. Diese Straße wird nun vermehrt als "Zubringer" zur NUP benutzt. An sich wäre dies auch sicher zu verkraften, wenn die Alte Allee nicht ausschließlich durch Wohngebiet führen würde und die zulässige Höchstgeschwindigkeit auch unverständlicherweise aktuell mit 50 km/h erlaubt ist. Da sich gerade zum Berufsverkehr in den Morgen- und Abendstunden kaum einer daran hält, führt dies in unzumutbarer Weise immer stärker zu einer deutlich angestiegenen Lärmbelästigung und zu einem gestiegenen Gefahrenpotenzial.
Deshalb bitte ich Sie mir die Frage zu beantworten, wann die Alte Allee zu einer 30 km/h Zone erklärt wird, um diesem Zustand ein Ende zu bereiten?

Mit freundlichen Grüßen aus Obermenzing
W. Schmidbauer

+122

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Antwort
von Christian Ude am 07. Juni 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Schmidbauer,

aufgrund der Vorgaben, die sich aus der Straßenverkehrsordnung ergeben, kann ich Ihnen eine Tempo-30-Regelung in der Alten Allee leider nicht in Aussicht stellen.

Denn Zonen-Geschwindigkeitsbeschränkungen kommen nur dort in Betracht, wo der Durchgangsverkehr von geringer Bedeutung ist. Des Weiteren dürfen Tempo-30-Zonen nur abseits von Vorfahrtstraßen eingerichtet werden. Innerhalb der Zonen muss grundsätzlich die Vorfahrtregelung „Rechts-vor-Links“ gelten. Ausnahmen hiervon sind zulässig, wenn z.B. Belange des Öffentlichen Personennahverkehrs dies erfordern.

Gerade weil bei der Zonenregelung auf die Wiederholung geschwindigkeits- beschränkender Verkehrszeichen im Inneren der Zone verzichtet und somit der „Sichtbarkeitsgrundsatz“ gelockert wird, muss im Interesse der Verkehrssicherheit an das Vorhandensein sonstiger Umstände, die innerhalb des Gebietes das „Zonenbewusstsein“ beim Kraftfahrer wach halten, ein strenger Maßstab angelegt werden. Hierzu gehört, dass die Zonenstraßen ein einheitliches Erscheinungsbild aufweisen und so ausgestaltet sind, dass sie den Eindruck einer besonderen Situation ( „Langsam-Straße“ ) vermitteln. Auch dürfen Zonenstraßen über keine lichtzeichengeregelten Kreuzungen oder Einmündungen verfügen.

Die oben aufgeführten Voraussetzungen sind in der Alten Allee nicht erfüllt. So weist die Straße aufgrund ihrer Verbindungsfunktion eine für 30 km/h-Zonenstraßen eindeutig zu hohe Verkehrsbelastung sowie einen zu hohen Anteil an Durchgangsverkehr auf.

Zudem ist die Alte Allee als Vorfahrtstraße beschildert. Eine „Rechts-vor-Links“-Regelung kommt dort wegen des Linienbusverkehrs und der deutlich untergeordneten Bedeutung der einmündenden Seitenstraßen nicht in Betracht. Auch der optische Eindruck der Alten Allee gegenüber den einmündenen Seitenstraßen (deutlich größere Fahrbahnbreiten als die einmündenden Seitenstraßen, weit größere Verkehrsbedeutung, Alleecharakter durch Baumreihen entlang der Fahrbahn, Linienbusverkehr) ergibt kein einheitliches Erscheinungsbild.

Nicht zuletzt befinden sich an den Kreuzungen bzw. Einmündungen Bergsonstraße / Alte Allee, Alte Allee / Petzetstraße und Alte Allee / Bassermannstraße Signalanlagen, was ebenfalls einen Ausschlussgrund für die Einbeziehung der Alten Allee in eine Tempo-30-Zone darstellt.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (4)Schließen

  1. Autor Maria Käser
    am 10. April 2013
    1.

    Ich will Sie ja nicht entmutigen, aber Sie dürfen glauben, wenn sich die Fahrer schon nicht an 50/kmh halten, dann erst recht nicht an 30/kmh. Wohne selbst in einer 30iger Zone und da wird durchgebrettert was das Zeug hält. Solange es keine flächendeckende Überwachung der Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, und die gibt es leider nicht ansatzweise, sind alle Geschindigkeitsbegrenzungen und erst Recht die auf 30/kmh für die Katz. Ist leider so!

  2. Autor Werner Schmidbauer
    Kommentar zu Kommentar 1 am 11. April 2013
    2.

    Sehr geehrte Frau Käser,

    primär geht es uns Anwohnern um die Lärmbelästigung. Seit Öffnung der Nordumfahrung leiden wir unter dem deutlich gestiegenen Durchfahrtsverkehr. Eine Verrringerung der Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h würde uns die -zumindest theoretische- Verringerung des Lärms um 3-4 Dezibel bescheren. Klingt wenig, bedeutet aber eine Halbierung (!) des wahrgenommenen Lärms. Dass sich nicht alle an die 30 km/h halten würden, ist klar, aber die, die es tun, würden uns wieder die Ruhe bescheren, die dem Wohngebiet angemessen ist.
    Ich bin guter Hoffnung, dass dem Bürgerwunsch entsprochen werden kann, denn 2 km weiter in der Offenbachstr war dies ja auch möglich.

    Schöne Grüße
    Werner Schmidbauer

  3. Autor Sabine Schlierf
    am 30. April 2013
    3.

    Sehr geehrter Herr Schmidbauer,
    ich kann Ihre Motivation verstehen, jedoch hoffe ich, dass nicht schon wieder eine Münchenr Straße zur 30 er Zone erklärt wird. Ich finde, München hat wirklich genug davon.
    Nichts für ungut und eine schöne Feiertag!

  4. Autor Werner Schmidbauer
    am 30. April 2013
    4.

    Sehr geehrte Frau Schlierf,
    es geht mir nicht darum eine Straße aus Lust und Tollerei in eine 30er Zone zu verwandeln, sondern dass auf eine veränderte Verkehrssituation reagiert wird. Allerdings mache ich mir tatsächlich keine großen Hoffnungen. Denn wie man am aktuellen Abstimmungsergebnis sieht, wird jemand, der die Alte Allee als Abkürzung und Zubringer zur NUP benutzt, wohl kaum dafür stimmen, „nur“ noch mit 30 km/h fahren zu dürfen. Die Gelackmeierten sind die, die auf diesen paar hundert Meter Länge den Verkehr und Lärm ertragen müssen, sprich den direkten Anwohnern. Dass diese zahlenmäßig unterlegen sind, versteht sich von selbst.
    In dem Zusammenhang würde mich dennoch brennend interessieren, was eine Straße überhaupt „erfüllen“ muss, um zu einer 30er Zone ausgewiesen zu werden.

    Ebenfalls einen schönen Feiertag

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