Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor oliver huesgens am 30. Mai 2013
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Mobilität und Verkehr

Wann bauen Sie endlich Fahrrad Parkhäuser so wie in Bremen üblich ?!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

nun sind Sie ja schon seit Längerem OB von München und wollen gemessen werden an Ihren bisherigen Taten; denn an den Taten soll man Sie messen und nicht an den Worten.

Wie wollen Sie auf folgende Problemstellungen reagieren ?

Legende:

a) Fahrradparkhäuser

b) Heimat für Rikschas und Fahrradkutschen
Zweckbestimmung für den Marstall

c) Elektrozapfsäulen in der Stadt

d) München ist NICHT Radlhauptstadt

a) wann bauen Sie endlich Fahrrad Parkhäuser so wie in Bremen üblich ? Dort kommt man am Hauptbahnhof an und kann sich über ein großes Fahrrad Parkhaus freuen. Unter ihrer Regie ist München zugepflastert mit Parkhäusern Tunnels und Konzertsälen für die Dummheit der Verbrennung fossiler Brennstoffe in Verbindung mit den auf Druck basierenden Verbrennungsmotoren.

Statt den JOSEPHSPLATZ gegen den erklärten Willen zahlreicher Bürger mit einem unterirdischen Parkhaus zuzubetonieren, kann es sinnvoll sein ein überirdisches, mindestens jedoch "irdisches" Parkhaus für Fahrräder zu bauen.

b) es kann Ihnen nicht verborgen bleiben, das es im Stadtgebiet viele Rikschas und Fahrradkutschen gibt, mit einem Hauptanbieter. Alle anderen mit Humanenergie betriebenen Fußwerkzeuge stehen im Stadtgebiet herum und sehnen sich nach einer Unterkunft.

Haben Sie das schon mal bemerkt und haben Sie hierfür einen Lösungsansatz parat ? Macht es Sinn den Marstall zukünftig als Parkplatz für Rikschas und Fahhradkutschen zu verwenden und ihm wieder den Platz zuzugestehen den er früher mal hatte, nämlich als Unterbringung für die Pferde und Pferdekutschen des Königs ?

Die Ansammlung von Bildern und Kulissen, die jetzt von der Oper im Marstall in Anspruch genommen werden, soll das so bleiben das häufig dem Bürgertum gedient wird, auf Kosten der Allgemeinheit, denn das Bürgertum, hauptsächlicher Nutznießer der Oper, kostet viel Geld !

c) Wann werden endlich die ersten Elektro Zapfsäulen im Stadtgebiet installiert damit auch Rikschas und Fahrrad Kutschen dort Energie nachtanken können. Immerhin hat sich diese Form der Fortbewegungsmittel, insbesondere für die Tourismus Industrie, als Erfolgsgarant erwiesen.

d) Am Wochenende, 25.05.2013 hat die Stadt München, oder deren Beauftragte in einem Fahrradpakour am Odeonsplatz behauptet: München sei Radlhauptstadt.

Dies ist eine absolute Lüge. Bremen, Freiburg und vor allen Dingen Münster haben die Nase und die Fahrräder vorn. Mit offensichtlichen Lügen schafft man keine Vertrauensbasis.

Glücklicherweise brauche ich mich nicht mit den grauen Theorien zu beschäftigen sondern habe zahlreiche Gäste, aus vielen Städten unserer schönen Bundesrepublik, die mir genauestens sagen können, wie es in ihrer jeweiligen Stadt aussieht, wie es um die Fahrrad Infrastruktur steht.

Statt die Stadt mit Tunnels, Parkhäusern und Konzertsälen zu überschütten die niemand wirklich braucht, ist es an der Zeit, nachdem Sie schon seit 20 Jahren, mehr oder weniger erfolgreich, für die Geschicke Münchens verantwortlich zeichnen, sich den Bedürnissen der radelnden Bevölkerung anzupassen und für infrastrukturelle Maßnahmen zu sorgen, die da wären:

Parkhäuser für 2 und 3 Räder und das möglichst so umfangreich, das der innerstädtische "Automobilverkehr" überflüssig wird. Wann greifen Sie da endlich mal an, oder wollen Sie die Abteilung Attacke immer anderen überlassen ?

Hochachtungsvoll

Oliver Huesgens

+178

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Antwort
von Christian Ude am 27. September 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Huesgens,

gerne möchte ich Ihnen auf Ihre Fragen und Anregungen antworten.

Unter Punkt a. monieren Sie, dass in München keine Fahrradparkhäuser gebaut werden. Dazu darf ich Ihnen mitteilen, dass in den letzten Jahren bereits an vielen Stellen Fahrradparkhäuser geschaffen worden sind, die von den Radlerinnen und Radlern sehr gut angenommen werden. Dies sind z.B. die folgenden Fahrradparkhäuser:

- U-Bahnhof Kieferngarten (Fertigstellung 2003 mit 280 Fahrradstellplätzen in Doppelstock-Ständern)
- U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum (Eröffnung 2004, rund 400 Fahrradstellplätze)
- U- und S-Bahnhof Feldmoching (Fertigstellung 2009 mit 80 Fahrradstellplätzen in Doppelstock-Ständern)
- U-Bahnhof Berg-am-Laim (Fertigstellung 2009 mit 168 Fahrradstellplätzen in Doppelstock-Ständern)
- Bahnhof Pasing – Südseite (Einweihung Dezember 2012 mit insgesamt rund 1.130 Fahrradstellplätzen - davon ca. 750 im Terminalgebäude - in Doppelstock-Ständern)
- S-Bahnhof Daglfing (Fertigstellung 2012 mit 108 überdachten Abstellplätzen)

Weitere Fahrradparkhäuser sind derzeit in Moosach im Bau (400 Stellplätze) und für die S-Bahnhöfe Hirschgarten (400 Stellplätze) und Trudering (160 Stellplätze) konkret geplant. Bei entsprechendem Bedarf sollen auch an anderen Stellen Fahrradparkhäuser errichtet werden. Voraussetzung ist allerdings, dass Flächen verfügbar sind und eine gestalterisch verträgliche Lösung gefunden werden kann.

Des Weiteren regen Sie unter Punkt b. an, dass der Marstall als Parkplatz für Rikschas und Fahrradkutschen verwendet werden sollte. Abgesehen davon, dass die Nutzung des Gebäudes in der Entscheidungsfreiheit des Eigentümers, dem Bayerischen Staatsschauspiel liegt, ist auch fraglich ob Eigentümer einer Rikscha oder Fahrradkutsche das Angebot überhaupt annehmen würden, ihr Fahrzeug dort abzustellen. Die Straßenverkehrs- ordnung bietet keine Möglichkeit, das Abstellen von Fahrradrikschas auf bestimmte Flächen, wie z.B. den Marstallplatz, zu beschränken.

Unter Punkt c. fordern Sie den Bau von Elektrozapfsäulen für Rikschas und Fahrradkutschen.

Aktuell finden sich bereits zahlreiche Ladesäulen im öffentlichen Raum.
Eine Übersichtskarte finden Sie auf der Seite www.swm.de/privatkunden/m-strom/autofahren

Der Großteil der Ladesäulen verfügt auch über einen Schuko-Stecker (230V, 16A), mit dem auch Fahrradkutschen und Rikschas geladen werden können.

Unter Punkt d. gehen Sie auf die Kampagne "Radlhauptstadt München" ein und bemängeln, dass München im Vergleich zu Städten wie Freiburg oder Münster das Prädikat Radlhauptstadt nicht verdient hat. Ich teile Ihre Auffassung durchaus, dass es in München noch Handlungsbedarf gibt, um die Stadt noch fahrradfreundlicher zu machen. Doch die Marke "Radlhauptstadt München" ist auch nicht als Auszeichnung zu verstehen, sondern vielmehr als Selbstverpflichtung der Landeshauptstadt München, sich in Zukunft noch stärker um den Radverkehr zu bemühen. Und als aufmerksamer Radler werden Sie sicherlich auch schon bemerkt haben, dass z.B. zunehmend Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert, etliche Einbahnstraßen in der Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet und immer mehr Straßen als Fahrradstraßen ausgewiesen wurden. Letztlich steht München bereits jetzt - verglichen mit bundesdeutschen Städten ähnlicher Größe - gut da, was die Fahrradinfrastruktur angeht. Natürlich ist die Millionenstadt München mit dem Berufs- und Wirtschaftsverkehr einer boomenden Region nicht mit kleineren Städten ohne dieses Verkehrsaufkommen zu vergleichen. Dennoch gebe ich Ihnen recht, dass wir die Hände nicht in den Schoß legen dürfen, sondern weiterhin daran arbeiten müssen, dass München zur unumstrittenen Radlhauptstadt wird.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Peter Illig
    am 29. Juni 2013
    1.

    Fahrradparkhäuser: ich fahre Fahrrad und öffentlich. Trotzdem hatte ich noch nie den Bedarf, mein Rad in einem Parkhaus abzustellen. Es gibt tausende Abstellmöglichkeiten in der Stadt.

    Rikschas passen nicht ins Stadtbild.

    Elektrozapfsäulen sind eine gute Idee, hier sehe ich allerdings eher die klassischen Tankstellen in der Pflicht, außerdem die Anbieter von Carsharing. Das ist eigentlich nicht das Thema von Herrn Ude.

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