Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Karen Schröder am 16. Mai 2013
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Umwelt und Gesundheit

Verwüstung im Perlacher Forst

Sehr geeheter Herr Ude,

auch wenn ich sicher eine von vielen Bürgern bin, die Ihnen schreibt, muss ich doch auch meinem Unmut, ja der Verzweiflung Luft machen. Nach dem langen Winter zog es mich jetzt im Frühling wieder öfter in den meinem Wohnort nahen Perlacher Forst und was ich vom Fahrrad aus gesehen habe, hat mich zutiefst entsetzt. Wie kann man ein Naherholungsgebiet derart brutal verschandeln ! Wo immer man hinschaut, besonders entlang der Hauptachse Oberbiberger Strasse erblickt man Baumstümpfe, breite Schneissen durchziehen den ganzen Wald, der eigentlich keiner mehr ist. Verwüstung so weit das Auge reicht ! Man hat uns Bürgern den Wald genommen und daraus eine Nutzpflanzung gemacht, die mit Harvestern regelmässig geerntet wird.

Ich habe die Artikel in der SZ gelesen, ebenso die Pressemitteilung der SVM, dass die Rodungen entlang der Oberbiberger Str. wg der Wasserleitungen nötig seien und dass man den Wald "umbauen" wolle, um dem Klimawandel zu begegnen.

Angesichts des Ausmasses der Verwüstungen glaube ich den Argumenten nicht. Wunderschöne alte Bäume, die sicher schon lange vor den Wasserleitungen ihren Platz dort hatten, wurden rücksichtslos gefällt, wahrscheinlich aus dem einzigen Grund: Geld zu machen.

Dass man alle 30m Einrückgassen benötigt, um Bäume zu entfernen, die Stürmen zum Opfer fielen, das glauben Sie doch selbst nicht. Dass "Harvester" eingesetzt werden, spricht für sich. Der Wald erfüllt nur noch die Funktion, Holzlieferant zu sein. Dass Wald Lebensraum für Tier und Mensch ist, wird vernachlässigt. Was für eine verachtende Geisteshaltung die Entscheider hier walten lassen.

Es mus doch nicht alles der Effizienz zum Opfer fallen ! Demnächst werden im Englischen Garten alle Sträucher entfernt, damit man besser und schneller den Rasen mähen kann. Personal sparen. Unser Hausmeister in der Wohnanlage hält es ebenso. Bloss keine Bäume stehen lassen, das sei alles Wildwuchs. Wo gehen Sie denn künftig spazieren ? Wir Münchner verstopfen künftig noch mehr die Strassen Richtung Garmisch und Salzburg auf der Suche nach dem letzten Rest Natur und trampeln uns im Tegernseer Tal gegenseitig auf die Füsse anstatt satdtnah Erholung zu suchen. Ist dsa Klimaschutz in Ihrem Sinne ?

Ich hoffe sehr, dass sich immer mehr Anwohner des Perlacher Forstes entrüsten und dem Frevel bald ein Ende bereitet wird. Dennoch würden die Spuren der Verwüstung lange zu sehen bleiben. Bleiben die Baumstümpfe entlang der Oberbiberger Str. einfach so stehen ? Werden weitere Stadtwälder demnächst mit Einrückgassen versehen ?

Ich empfehle Ihnen ein Spaziergang oder eine Fahrradtour durch den Perlacher Forst insbesondere rund um das Giesinger Forsthaus und Sie werden verstehen, was ich meine: der Perlacher Forst kann nicht in diesem Zustand belassen werden !

Mit der Bitte um Prüfung verbleibe ich,

mit freundlichen Grüßen

Karen Schröder

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Antwort
von Christian Ude am 27. September 2013
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Schröder,

die städtische Forstverwaltung betreut zwar ca. 5.000 Hektar Wald, diese Waldflächen liegen aber vor allem im Süden Münchens im Wasser- schutzgebiet am Taubenberg im Landkreis Miesbach sowie in München Neuried (Stiftungswald Forst Kasten).

Der Perlacher Forst ist - ebenso wie der Forstenrieder Park- nicht im Eigentum der Stadt München. Es handelt sich nicht um Kommunalwald, sondern um Staatswald der Bayrischen Staatsforsten. Deshalb sind wir für Ihre Bedenken nicht der richtige Ansprechpartner.

Bitte wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen direkt an:

Bayrische Staatsforsten
Forstenrieder Allee 182
81476 München

Forstbetriebsleiter: Wilhelm Seerieder
Stellvertreter: Alfred Strauch
Telefon: +49 (89) 745145-0
Telefax: +49 (89) 745145-123
E-Mail: info-muenchen@baysf.de

Mit freundlichen Grüßen