Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Daniel Kirstein am 27. August 2009
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Politik und Verwaltung

Verwaltung Englischer Garten - Nacktbaderei und Polizeistreifen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

Als ein Bürger dieser Stadt, der nach 16 Jahren im Ausland vor 4 Monaten zurückgezogen ist, wende ich mich nun in zwei Angelegenheiten zur Verwaltung des Englischen Gartens an Sie.

1. Ich appelliere an die Stadtverwaltung die ausufernde Nacktbaderei am Eisbach im vorderen Teil des Englischen Gartens zu verbieten. In der Vergangenheit mag dies hier tolerierbar gewesen sein, nur hat dies nun ein Ausmass erlangt welches aus folgenden Gründen für die Stadt München sehr unvorteilhaft ist:

Vielen ausländischen Touristen und Geschäftsleuten, insbesonders aus dem Mittleren Osten, Asien und den lateinischen Ländern, stösst dieses Mass an Unbedecktheit als ein Symbol für eine Gesellschaft auf die ihren zivilisatorischen Bezug zur Achtsamkeit, Privatsphäre und dem gegenseitigen Respekt verloren hat. Es gibt einen schmalen Grad zwischen liberalen Werten und Umgangsformen und einem archaischen Rückfall in unzivilisierte Zustände die an der Grenze zur öffentlichen Perversion liegen und diese nun auch teilweise überschreiten. Was soll ein muslimischer, oder sogar amerikanischer, Geschäftsmann hier seinen Kindern bei einem Besuch im Englischen Garten sagen?

Vor Jahren mag die vereinzelte, zurückhaltende Nacktbaderei noch eine kurze Belustigung gewesen sein, nur ist die jetzige Schamlosigkeit in der die Nackten teilweise stehend miteinander Spiele treiben, sich umarmen, den Eisbach flussaufwärtslaufen, oder sogar auf der vom Haus der Kunst-sehend rechten Seite des Eisbaches rumlaufen eine Provokation des gesunden, achtsamen Miteinander.

Somit scheinen sich auch ältere Menschen kaum mehr in diesen Teil des Englischen Gartens an sonnigen Tagen zu wagen.

Es ist auch nicht tolerierbar dass der Tourismus und insbesondere die für München so wichtige zahlungskräftige Klientel aus den oben erwähnten Regionen womöglich rückgängig wird um die Schwierigkeiten zu vermeiden die ein solches Nacktbadeverbot natürlich erstmal in der anfänglichen Umsetzung darstellen wird.

Aus wirtschaftlichen und gesellschaftskulturellen Gründen hoffe ich somit auf Ihre tatkräftige Unterstützung in dieser Angelegenheit die doch wichtiger ist als man auf den ersten Anschein meinen würde. Leider gibt es hier ausser einer Alles-oder-Nichts Lösung keinen anderen Weg.

2. Desweitern würde ich vorschlagen dass die Polizeistreifen im südlichen Teils des Englischen Gartens mit Polizisten auf Mountainbikes, Pferden und zu Fuss viel angebrachter wäre als mit dem Auto oder dem Motorrad. Beides wirkt verschreckend auf Menschen die gerade die Natur geniessen und lässt die Polizei und den Staat als unangenehme und bedrohliche Institutionen wirken was bestimmt kontraproduktiv in diesem Umfeld ist.

Ich freue mich auf eine Stellungnahme Ihrerseits zu diesen beiden Themen und verbleibe mit freundlichem Gruss,

Daniel Kirstein

34 Jahre, Freiberufler Medien/Kunst

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