Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Stephan Hannemann am 17. Juni 2011
7731 Leser · 93 Stimmen (-3 / +90) · 1 Kommentar

Umwelt und Gesundheit

Vermüllung Theresienwiese

Sehr geehrter Herr Ude,

Eine Zivilisation spiegelt sich in vielen Bereichen wieder, und wenn die Theresienwiese in München auch nur ein kleines Staubkorn in unserem Universum ist, so ist sie für München jedoch ein durchaus zentraler und mitunter auch repräsentativer Ort. Gleichzeitig ist die Theresienwiese eine große Freifläche inmitten unserer Stadt, ein gänzlich unbebautes Terrain, ohne leer stehende Bürogebäude, ohne Banken und Versicherungen, ohne weitere sinnentleerte Einkaufsmeilen. Was für ein unschätzbarer Wert! Und das mitten in München!

Leider ist gerade dieses kostbare Gut mitten in einer der attraktivsten Metropolen auf unserem Erdball in Gefahr, sich zu einer ganz abscheulichen Müllhalde zu wandeln.. Als Grund dafür sind selbstverständlich eine ganze reihe von Veranstaltungen auf der Theresienwiese zu nennen, die die wachsende Vermüllung begünstigen: Das Oktober- und das Frühlingsfest, das Rewe-Fest, der Flohmarkt, ... Gleichzeitig ist seit ca. einem Jahr zu beobachten, dass die Theresienwiese mehr und mehr für ganz private Events genutzt wird, bei denen nicht nur die einen und anderen Korken in die Luft knallen, sondern insbesondere Unmengen an leeren Flaschen und Gläsern zurückbleiben und nicht selten mutwillig zerschlagen werden. In einem mitunter extatischen Zustand menschlicher Selbstentblößung wird die Theresienwiese dann auch nicht selten als Toilette missbraucht, so dass man als Spaziergänger nicht immer sicher sein kann, ob man denn nun in Hunde- oder Menschenkot getreten ist.

Für Anwohner (Erwachsene, Kinder, Hunde), aber auch für Gäste unserer Stadt ist dieser Zustand langfristig nicht zumut- und ertragbar. Und auch für die Stadt München muss dieser Zustand alarmierend sein.

Den Menschen in seinem Fehlverhalten wird man von heute auf morgen nicht ändern können. Leider. Aber man kann und sollte sich in der Zwischenzeit dennoch dieses Problems annehmen und handeln. Je sauberer ein Platz erscheint, umso größer ist das Hemmnis, diesen Platz zu vermüllen.
Sehr geehrter Herr Ude, bitte tragen Sie dafür Sorge, dass eines der Herzstücke unserer Stadt nicht völlig verwahrlost. Bitte setzen Sie sich dafür ein, dass die Theresienwiese regelmäßig von Müll befreit wird. Lassen Sie bitte die Theresienwiese des Öfteren durch die benachbarte Polizeistation in der Beethovenstraße häufiger kontrollieren.
Bitte tragen Sie dafür Sorge, dass der Gleichgültigkeit und der Vergewaltigung dieses Platzes Einhalt geboten wird, schlimmstenfalls durch die Verhängung und Androhung von Bußgeldern, sofern das in Ihrer Macht steht.

Es geht bei diesem Thema immerhin um Belange, die unsere Stadt im Inneren, aber auch in ihrer Außenwirkung angeht. Gleichzeitig geht es dabei um Fragen der Sorgfaltspflicht, denn die Verletzungs- und Gesundheitsgefahr nimmt mit der zunehmenden Vermüllung zu.

Es hat keinen Sinn, länger darauf zu hoffen, dass die Gesellschaft diese Probleme in Eigenregie löst.

Leider ist die menschliche Natur nicht so weit entwickelt wie die Technik und der Fortschritt, den sie getrieben hat. Das müssen wir einsehen und ertragen. Vorerst wenigstens.

Vielen Dank im Voraus für Ihr Engagement!

Mit den besten Grüßen,

Stephan Hannemann

+87

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Antwort
von Christian Ude am 05. Oktober 2011
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Hannemann,

vielen Dank für Ihren Beitrag, in dem Sie die Müllproblematik auf der Theresienwiese ansprechen.

Die Sauberkeit der Theresienwiese, die als historisch gewachsene Freifläche mitten in München wahrlich eine Besonderheit darstellt, liegt der Stadt natürlich am Herzen.

Es werden bereits verschiedene Vorkehrungen getroffen um die Sauberkeit der Theresienwiese zu gewährleisten und Beeinträchtigungen durch Verunreinigungen zu verhindern:

So schließt das zuständige Referat für Arbeit und Wirtschaft mit allen Veranstaltern und Nutzern der Theresienwiese Platzüberlassungsverträge, in denen die Vertragspartner zur täglichen Reinigung und Endreinigung der überlassenen Flächen sowie der unmittelbaren Umgebung verpflichtet werden. Die vertraglich festgelegten Reinigungspflichten werden seitens der Stadt überwacht und im Bedarfsfall auch beanstandet und Nachbesserungen gefordert.

Auf Kosten der Stadt werden vor dem Frühlingsfest, nach dem Oktoberfest und bei entsprechendem Bedarf wie beispielsweise nach Silvester oder der Schneeschmelze eine Generalreinigung der gesamten Theresienwiese vorgenommen.

Neben der verstärkten Reinigung der Fläche, haben wir auch Ihren Vorschlag die Theresienwiese des Öfteren durch die benachbarte Polizeistation kontrollieren zu lassen, bereits vor einiger Zeit aufgegriffen. Auf Bitte der Stadt hat die zuständige Polizeidienststelle ihre Streifendiensttätigkeit auf der Theresienwiese erhöht.

Bei allen Bemühungen, sind diese Maßnahmen jedoch leider kein Garant dafür, dass die Fläche immer in einem sauberen, abfallfreien Zustand vorzufinden ist, da die Vermüllung des öffentlichen Raumes mittlerweile ein gesellschaftliches Problem geworden ist. Die Theresienwiese ist hier kein Einzelfall, sondern muss in einem Atemzug mit den Isarauen und dem Englischen Garten genannt werden. Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger, aber auch der auswärtigen Besucherinnen und Besucher verfolgen wir stets das Ziel, die Sauberkeit des öffentlichen Raums zu verbessern. Dieses Problem werden wir jedoch nicht allein durch reinen (Kehr-)Maschineneinsatz in den Griff bekommen. Hier ist vor allem auch jeder Einzelne gefragt, mit dem öffentlichen Raum pfleglicher umzugehen.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Klaus-Dieter H.
    am 28. August 2011
    1.

    Das trifft leider nicht nur auf die Theresienwiese zu sondern auf fast alle Grünflächen ich München! Bei uns in der Agricolasraße treffen sich fast jeden Abend Jugendliche mit Migrationshintergrund an einer Mini-Grünfläche. Dort wird ausgiebig palavert und anschließend bewusst der ganze M.-Donalds-Müll - wie in Kairo - in der Gegend entsorgt. An Mülltonnen mangelt es nicht, sondern an Verstand, Erziehung und Durchsetzung von Ordnung. Wenn man etwas sagt, bekommt man was auf die Fresse. Die Polizei steht daneben und beobachtet lieber Autofahrer, die zu scharf um die Ecke biegen. Tja, in einer Multi-Kulti-Stadt muss man so etwas wohl als kulturelle Bereicherung begrüßen, nicht wahr Herr Ude? Wir dummen Nicht-Migranten machen den Müll sowieso weg und - und wenn wir erst einmal in der Minderheit sind, haben wir eh' nichts mehr zu melden - eigentlich jetzt schon nicht.

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