Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Rüdiger Hoffmann am 29. August 2012
4780 Leser · 76 Stimmen (-1 / +75) · 1 Kommentar

Gesellschaft und Soziales

Verlegung eines Grabes

Sehr geehrter Herr Ude,
ich habe bei der Friedhofverwaltung Westfriedhof den Antrag auf Verlegung des Grabes meines im Jahr 1989 verstorbenen Vaters bzw. dessen Urne von München zum Waldfriedhof in Germering beantragt. Nachdem jetzt am 11.8.12 meine Mutter verstorben ist möchte ich ihren letzten Willen erfüllen, daß sie in einem gemeinsamen Grab in ihrem Wohnsitz Germering gemeinsam mit meinem Vater in einem Grab die letzte Ruhe finden möchte. Meine Eltern sind Heimatvertriebene und waren durch die Wirren des 2. Weltkrieges mehrfach getrennt, zuletzt durch die Kriegsgefangenschaft in die mein Vater in Russland geriet. Mein Vater kam dann auf Grund seiner schweren Verletzungen nach Deutschland zurück, war aber seit diesem Zeitpunkt 100 % Schwerbeschädigt und kriegsversehrt. Meine Mutter hat meinen Vater zu Hause in München Seydlitzpl. 8 versorgt und die letzten 5 Jahre bis zu seinem Tode gepflegt. Sein innigster Wunsch war es, immer in der Nähe meiner Mutter zu sein. Aus diesem Grunde hat er sein Grab im Westfriehof. Krankheitsbedingt musste meine Mutter aus Ihrer Wohnung in Moosach nach Germering in meine behindertengerechte Wohnung umziehen. Sie hat in Germering glückliche Jahre verlebt und sich ein neues Umfeld aus Freunden und Bekannten aufgebaut, weshalb sie auch unbedingt in Germering begraben werden wollte, denn alle Freunde u. Bekannte haben den Wunsch, ihr Grab zu besuchen und ihr die Ehre zu erweisen. Der innigste Wunsch meiner Eltern war es, daß sie nie mehr getrennt werden wollten. Dies haben sie mir immer wieder an das Herz gelegt und dies auch gegenüber der Familie und den Freunden geäußert. Mein Antrag wurde jedoch mit für mich nicht nachvollziehbaren Argumenten abgelehnt, insbesonder dem Argument der Totenruhe. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Verlegung einer Urne nach über 20 Jahren die Totenruhe stören soll, insbesondere dann nicht, wenn dies der letzte Wille und innigste Wunsch der Verstorbenen war.

Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger Hoffmann

+74

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Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Chiara Sergiacomi
    am 14. September 2012
    1.

    Lieber Herr Hoffmann,

    ich hoffe wirklich, dass Sie eine Antwort erhalten und vorallem, dass diese dann eine positive ist.
    Eine ähnliche Geschichte dürfte ich mit meinen Großeltern erleben.
    Diese verstarben zwar beide 1992 in Italien und es gab ein Familiengrab in Genua, den wir gleich im Mai, als mein Großvater verstarb, nutzen dürften, jedoch als meine Großmutter verstarb war uns aus finanziellen Gründen nicht möglich die Überführung von Rimini (Ort an dem sie verstarb) nach Genua gleich umzusetzen. Somit mussten wir aus "gesetzlichen Gründen" zunächst 11 Jahren darauf warten, bis wir ihre Überfahrt zu Ihrem Mann über die Bühne bringen dürften - jedoch, trotz wahnsinnigen bürokratischen Aufwands, eine absolut rührende Geschichte für die sich aller investierten Zeit wirklich gelohnt hat. Alles gute für Sie - geben Sie niemals auf!

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