Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Beantwortet
Autor Susanne Walter am 18. Mai 2011
8762 Leser · 138 Stimmen (-2 / +136) · 0 Kommentare

Politik und Verwaltung

Vergabe von Kindergarten-/Krippenplätzen pro Stadtteil

Sehr geehrter Herr Ude,

als berufstätige Mutter einer fast 3jährigen Tochter war ich im letzten Herbst bemüht, einen Kindergartenplatz zu "beantragen". Dazu habe ich (wie alle mir bekannten Mütter in derselben Situation) mehrere städtische Kindergarten aufgesucht und mich dort angemeldet. Für mich als Mutter eine zeitintensive und nervenaufreibende Situation. Aber auch m.E. eine hoch aufwendige und belastende Situation für die Einrichtungen, deren Erzieherinnen und Leiterinnen. Im März diesen Jahres haben wir von den entsprechenden Kindergärten schriftliche Absagen erhalten. Kurz davor waren wir natürlich bei allen Einrichtungen zum Tag der offenen Tür und haben auch dort nochmals unser Anliegen bei den Erzieherinnen und Leiterinnen kundgetan.

Ich finde es für alle Beteiligten (Mütter bzw. Väter, Erzieherinnen und Leiterinnen) eine aufwendige, stressige und belastende jährlich wiederkehrende Situation, die auf allen Seiten zu viel Unmut führt. Deshalb nun meine Frage: Warum gibt es nicht eine zentrale Stelle z. B. pro Stadtteil,

- an die die Familien Ihren Platzwunsch melden können
- an die die Leiterinnen Ihre frei werdenden Plätze melden können
- die die Vergabe koordiniert
- die die Anfragen und Anregungen bearbeitet
- die für Beschwerden zuständig und adäquat ausgebildet ist (die Leiterinnen sind. m.E. damit zum Teil völlig überfordert und über mehrere Wochen im Jahr damit beschäftigt und belastet)
- die die Zu- und Absagen erteilt
- etc.

Dies könnte man natürlich auch bei unterjährigen Veränderungen (z. B. wegen Umzug von Familien) so organisieren.

Bitte sagen Sie mir nicht, dass es bereits seit 2010 so ist, dass man sich nurmehr bei einem städtischen Kindergarten anmelden muss und dieser dann die Anmeldung weiterleitet. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass die Mütter trotzdem zu mehreren Einrichtungen gehen und sich mehrfach anmelden. Ich kann Ihnen auch sagen, dass es in meinem Fall einmal so war, dass ein Fax an eine andere Einrichtung geschickt werden sollte, welches dort nie ankam. Und ich bleibe dabei: Es ist ein ungemein bürokratischer und organisatorisch hoch aufwendiger Prozess für die Leiterinnen, die m. E. aufgrund dessen sich viel zu wenig um andere Dinge vor Ort kümmern können. Man könnte sie mit der Einrichtung einer zentralen Stelle von diesen unliebsamen Tätigkeiten entlasten.

Ich freue mich auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Susanne Walter
(wohnhaft im Stadtteil München, Oberföhring)

+134

Über diesen Beitrag kann nicht mehr abgestimmt werden, da er bereits beantwortet wurde.

Antwort
von Christian Ude am 05. Oktober 2011
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Walter,

Sie haben vorgeschlagen, eine zentrale Anmeldestelle für Kindertageseinrichtungen je Stadtviertel einzurichten. Dies wäre nur dann sinnvoll, wenn dort auch pädagogisches Personal aus den jeweiligen Einrichtungen anwesend wäre, um die Fragen der Eltern bei der Anmeldung beantworten zu können. Das allerdings wäre sehr zeitintensiv und würde zuviel Personal aus den Kindertagesstätten abziehen, das in dieser Zeit für die Betreuung der Kinder vor Ort fehlen würde. Die Anmeldung bei nichtstädtischen Einrichtungen liegt ohnehin in der Hand des jeweiligen Trägers und könnte durch eine städtische zentrale Anmeldestelle nicht geregelt werden.

Es ist wichtig, dass Eltern und Erzieherinnen bei der Anmeldung in der Einrichtung intensiv miteinander ins Gespräch kommen. Schließlich geht es für das Kind um einen neuen Lebensabschnitt und eine wichtige Phase der Entwicklung. Hier spielt das Vertrauen, das durch gegenseitiges Kennenlernen und Kommunikation entsteht, eine große Rolle.

Um das Anmeldeverfahren zur vereinfachen, gibt es die „Einschreibeinseln“, bei denen sich die Eltern in einer Kindertagesstätte gleichzeitig für andere Einrichtungen im Umkreis anmelden können. Das ist für Eltern und Personal zeitsparend, weil die schriftliche Anmeldung nur einmal gemacht werden muss. Es ist bedauerlich, wenn – wie von Ihnen geschildert – ein Fax nicht beim Empfänger ankommt, jedoch auf keinen Fall die Regel. Das Verfahren der „Einschreibeinseln“ hat sich bewährt.

Auch wenn Sie zunächst eine Absage erhalten haben, empfehle ich Ihnen, weiterhin mit dem oder den Kindergärten Ihrer Wahl in Kontakt zu bleiben. Erfahrungsgemäß werden nach Bereinigung der Mehrfachanmeldungen bis zum Beginn des Kindergartenjahrs immer noch im Nachrückverfahren Plätze frei.

Mit freundlichen Grüßen