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Autor Stefan Stautner am 21. Oktober 2009
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Politik und Verwaltung

Veranstaltung im Pädagogisches Institut der Landeshauptstadt München

Sehr geehrte Herr Ude,

vom 20. – 22. Oktober 2009 findet unter dem Titel „Israel – Mythos und Wirklichkeit“ eine Veranstaltungsreihe im Pädagogisches Institut des Schul- und Kulturreferats der Landeshauptstadt München statt. Der Arbeitskreis Palästina/Israel hat ausschließlich Ilan Pappe eingeladen; einen Wissenschaftler, dessen Lebenswerk darin besteht , nachzuweisen, dass der Staat Israel 1948 nur durch ethnische Säuberungen gegründet werden konnte. Selbst ehemalige Weggefährten aus dem Kreis der kritischen neuen Historiker Israels werfen ihm vor, dafür den Weg der Wissenschaftlichkeit verlassen zu haben. Dies führte auch zu seiner Entlassung als Professor an der Universität Haifa.

Der oben genannten Arbeitskreis um den Lehrer Christoph Steinbrink, der sich von einer „Israel Lobby“ verfolgt fühlt, ist kaum mit Objektivität zu rechen. Was uns aber zutiefst besorgt ist, dass die Landeshauptstadt München ihr Pädagogisches Institut des Schul- und Kultusreferates dafür zur Verfügung stellt. Dieser Veranstaltungsort suggeriert, es handele sich um ein Fortbildungsangebot der Stadt und nicht um eine antiisraelisches Propagandaveranstaltung.

Ginge es den Veranstaltern, wie sie selbst behaupten, um eine Debatte „jenseits von Polemik und Rechthaberei“ (lt. offiziellem Begleittext der Veranstaltung) wäre auch ein Vertreter einer Gegenposition zu Herrn Pappe, etwa der renommierte Münchner Professor Michael Wolffsohn, eingeladen worden.

So wie sich die Veranstaltung im Moment darstellt, wird sie weder ihrem eigenen Anspruch im offiziellen Begleittext gerecht, noch der Position der Landeshauptstadt München

Deshalb bittet die Deutsch-Israelische Gesellschaft AG München Sie dringend, die Vergabe der Räume zu überprüfen und die Nutzungsvereinbarung zu widerrufen.

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Stautner

stev. Vorsitzender

Deutsch-Israelische Gesellschaft AG München

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