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Autor Mark Seeger-Kelbe am 29. März 2010
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Bildung und Kultur

unschöner Familienausflug in die Glyptothek dank stasi-mäßiger Überwachung

Sehr geehrter Herr Ude,

der heutige Familienausflug in die Glyptothek mit meiner Frau und unseren zwei Kindern (Tochter ca. 6 und Sohn ca. 3 Jahre) gestaltete sich dank des äußerst zahlreich vertretenen und überaufmerksamen Wach-Personals äußerst unangenehm und stressig!

Es begann damit, dass mein Sohn (ca. 3) seinen Finger in Richtung eines Stein-Sockels streckte, auf dem irgendein Artefakt montiert war. Daraufhin kamen 2! Wärter wie Bodyguards angeschossen, um uns darüber aufzuklären, dass keine Berührung erlaubt sei.
In diesem Stil der Bewachung ging der gesamte Besuch weiter.
Obwohl ich meinen Sohn ab diesem Moment ausschließlich an der Hand oder auf den Arm nahm, wurden wir auf Schritt und Tritt wie Schwerstkriminelle unter Beobachtung genommen.
Als wir einmal zu einer etwas schlechter einsehbaren Ecke gingen, kam sofort wieder ein Wärter angeschossen.
Da ist mir wirklich der Kragen geplatzt und ich habe mich beschwert. Dieses Mal war sogar der Sockel außer Reichweite meines Sohns.
Und was sollte wohl ich dem über hundert Kilo schweren Stein böses zufügen? Ihn vielleicht mit einem schwarzen Edding-Stift beschmieren, während mein Sohn an der anderen Hand zerrte?

Jedenfalls war es der unangenehmste und ärgerlichste Museumsbesuch für unsere Familie seit langem.
Ich war mit meinem Kindern schon in Museen, wo es (im Vergleich zur Glyptothek) weitaus wertvollere und/oder leichter zu beschädigende Exponate zu bestaunen gab, aber niemals habe ich dort derart Stasi-mäßige, unangenehme Formen der Überwachung angetroffen.
Zugegeben: Vor 25 Jahren war solches Personal überall üblich. Aber in den meisten anderen Einrichtungen wurde es inzwischen ausgetauscht oder anders geschult. Im Übrigen schien mir auch das museumspädagogische Konzept auf genau diesem altertümlichen Stand stehen geblieben zu sein.

Es würde uns sehr interessieren, ob wir die einzigen Menschen sind, die dort bisher diese unangenehme Erfahrung gemacht haben.

Mit freundlichen Grüßen

Mark Seeger-Kelbe

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