Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Monika Kluge am 03. November 2010
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Gesellschaft und Soziales

Unmenschliche Zustände in Pflegeeinrichtungen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

es ist so, dass Herr Fussek nicht der Initiator des Pflegestammtisches war, sondern Frau Hiefinger als betroffene Angehörige, wie sie es auch im Leserbrief an den MERKUR dargelegt hat.

Was soll denn die Trennung von den beiden geplanten Gesprächsgruppen? Es ist doch gerade so, dass es immer wieder vorkommt, dass die Leitungen (besonders in Bayern scheint es mir so zu sein, denn in Schleswig-Holstein habe ich andere Erfahrungen gemacht) wenig kompetent sind in der Mitarbeiterführung, in der Organisation und im fachlichen Verständnis und Handeln. Das wirkt sich natürlich auf das Betriebsklima aus und auf den Umgang mit den Pflegebedürftige. Beim Dauerzustand einer Firma habe ich erlebt, dass die BewohnerInnen gedutzt wurden. Da zeigt sich schon der fehlende Respekt der Leitungsebene vor den Mitmenschen, von denen sie leben!

Ich halte es politisch dringend für erforderlich, die Anforderungen an die Leitungen zu erhöhen. Ohne soziale Kompetenz sollte niemand ein Haus leiten! Denn nur so lässt sich der ständige Personalwechsel, der hohe Krankenstand, die ständigen Intrigen, Manipulationen in der Zeiterfassung der Dienstzeit sowie finanzielle Unkorrektheiten vermeiden. Warum ist so etwas scheinbar selbstverständlich in Bayern?

Erwartet eine Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter hier Transparenz - auch zum Wohle der BewohnerInnen und deren Angehörigen, wird er/sie umgehend hinausmanipuliert! Es werden sogar Verleumdungen gegenüber Angehörigen eingesetzt.

Ich fürchte mich davor, in Bayern pflegebedürftig zu werden, denn ich habe auch keine Lust, statt kauintensiver Kost Pudding zu bekommen. Ich will nicht, dass meine potentiellen Kau- und Sehhilfen verschwinden, damit ich "pflegeleichter" bin. Ich will bis zu meinem Lebensende autonom sein, auch wenn ich der körperlichen Pflege jemals bedarf. Ich will keine kindgemäßen Beschäftigungen bekommen und nicht in Babysprache angesprochen werden. Und ich suche mir selbst die Menschen aus, mit denen ich per Du bin. Ich will nicht in Windeln gepackt werden, weil niemand bereit ist, mich - falls erforderlich - auf die Toilette zu begleiten. Und dies erwarte ich auch für unsere Mitmenschen.

Oftmals bringt es nichts, nur über die Missstände zu reden, sondern vor Ort Zivilcourage zu zeigen und den Missstand dort zu benennen. Aber eben wegen der mangelhaften Mitarbeiterführung, dem fehlenden Beschwerdemanagement in den Führungsebenen der Heime ist dies nicht erwünscht und das Mobbing bis zum nächtlichen Telefonterror über eineinhalb Jahre - wie ich es nach meiner Tätigkeit bei einer Heimleitung erleiden durfte, beginnt.

Wo kann ich mich einsetzen, dass diese unmenschlichen Zuständen beendet werden?

Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung, dass Sie meine
Zeilen würdigen

Monika Kluge / Dipl. Sozialpädagogin (FH)

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