Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Richard Huber am 17. August 2009
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Mobilität und Verkehr

Unfähige Kontrolleure & Uneffektive Kontrollen

Sehr geehrte Herr Ude,

in der Münchner S-Bahn durfte ich heute den Einsatz eines vielköpfigen Kontrolleurteams beobachten. Und habe daraufhin folgenden eMail an den MVV geschriegen:

Betreff: Unfähige Kontrolleuere & unwirksame Kontrollen

Zum Zeitpunkt: Montag, der 10.08.09 zwischen 21:00 und 22:00 auf der S-Bahn Stammstrecke vom Hbf. nach Pasing.

Zur Situtation: Acht bis zehn martialisch aussehende, uniformierte Herren betreten das vordere Zugteil und beginnen gemächlich mit der Fahrscheinkontrolle.

Ich sitze im mittleren Zugteil. Um mich herum stehen mehrere Personen mit der Bemerkung auf: "Scheiße, Kontrolle!" und verschwinden im hinteren Zugteil. Aus dem vorderen Zugteil kommen weitere Personen auf dem Weg nach hinten an mir vorbei.

Einige S-Bahn Stationen weiter kommen die Kontrollen zu mir. Auf meinen Hinweis, dass Kontrollen eigentlich keinen Sinn machen, da die potentiellen Schwarzfahrer längst ausgestiegen sind wird wie folgt geantwortet: "Das geht Sie überhaupt nichts an!", "Wir machen, was unser Auftraggeber sagt!", "Zeigen Sie erst mal ihre Ausweispapiere!".

Auf meinen Wunsch nach der Angabe der Personalien des Kontrolleurs oder Vorzeigen eines entsprechenden Berechtigungsausweises wird überhaupt nicht reagiert. Die Herren denken, dass eine Uniformmütze und militärisches Gehabe vollkommen ausreichend ist. Sich auszuweisen erscheint dann natürlich völlig unnötig.

Auf meine Frage nach entsprechenden Papieren werden lediglich nonverbalen Drohgebärden an den Tag gelegt. Als Fahrgast des MVVs fühlt man sich dadurch eingeschüchtert und der Eindruck, dass man jederzeit einen Knüppel übergezogen bekommen könnte ist außerordentlich nah. Das darf nicht sein!

Resümee: Bei diesem "Kontroll-System" können vom Hauptbahnhof bis Pasing allenfalls einige vom MMV-System verwirrte Touristen oder alte Mütterchen von der Übermacht der Kontrolleuere "erbeutet" werden, während die Profis unter den Schwarzfahrer längst das Weite gesucht haben.

Triumphal hat man die erwischt, die an der Komplexheit des System gescheitert sind und nicht die Hardcore-Schwarzfahrer. Bravo!

Das ist zu einem peinlich und einer "Weltstadt mit Herz" unwürdig. Und zum anderen äußerst uneffektiv und eine Verschwendung von wirtschaftlichen Resourcen.

Außerdem ist eine Schulung im Umgang mit Fahrgästen dringend erforderlich. Man beachte das Wort "Gast". Gäste werden üblicherweise nicht so angeschnauzt. Ein bisschen mehr Augenmaß und Freundlichkeit würde bestimmt nicht schaden. Rambo-Gehabe ist im Personennahverkehr vollkommen unangebracht! Entsprechend ambitionierte Kontrolleure sollten sich nach einer anderen Tätigkeit umsehen.

Ich habe gute Lust eine Kopie dieser eMail an alle bekannten Münchner Tageszeitungen zu schicken.

MfG

Richard Huber

Ende der eMail

Ich bitte um freundliche Kenntnisnahme und Stellungnahme!

Wie kann diesem Unwesen Einhalt geboten werden?

MfG

Richard Huber

+24

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Antwort
von Christian Ude am 16. November 2009
Christian Ude

Sehr geehrte Herr Huber,

für die Münchner S-Bahn ist nicht die Stadt, sondern im Auftrag des Freistaats Bayern die Deutsche Bahn zuständig. Aufgrund Ihrer direktzu-Anfrage hat die DB Sicherheit GmbH den von Ihnen geschilderten Sachverhalt geprüft und in diesem Schreiben dazu Stellung genommen: Antwortschreiben DB Sicherheit GmbH (http://download.direktzu.de/ude/2009-11-04_antwortbrief_a...).

Mit freundlichen Grüßen