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Autor Rainer Karg am 10. Oktober 2012
5031 Leser · 82 Stimmen (-9 / +73) · 5 Kommentare

Umwelt und Gesundheit

Umweltzone Umstellung auf grüne Plakette für Berufspendler

Sehr geehrter Herr Ude,
sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Unmut habe ich die rasche Zwangs-Umstellung auf die grüne Plakette innerhalb des kompletten mittleren Ringes vernommen. Sie müssen sich vorstellen, dass sich eine mögliche Nachrüstung meines VW Diesel, Bj. 2005 (gelbe Plakette) mit Originalteilen lt. Werkstatt bei ca. €2.000,- bewegt. Es handelt sich also nicht gerade um einen Pappenstiel !

Vielleicht liegt mein Unmut aber auch an einer speziellen Situation, dass ich nämlich als Berufspendler mit 2.Wohnsitz in München hier in einer Parallelstrasse zum Petuelring (Rümannstr.) wohne und meinen PKW am Montag bei Anreise bis zur Abreise am Freitag abstelle und sonst nicht bewege ! Ich benutze die öffentlichen Verkehrsmittel mit meiner Jahres-Job-Card durchgehend, Kostenpunkt €486,-, die Parklizenz für mein Fahrzeug kommt noch mit € 30,- dazu. Den PKW 400m Fußweg weiter nördlich abzustellen, den Leuten dort den Parkplatz wegzunehmen, das Gepäck zu schleppen usw. halte ich für keine Lösung. Wenn das alle machen würden ?

Übrigens stößt mein PKW lt. Hersteller 159g/km aus, zum Vergleich ein beliebtes Mercedes Diesel Modell ML250, Blue TEC mit Emissionsklasse 5, deutlich mehr 158-170 g/km.

Selbstverständlich bin auch ich für den rücksichtsvollen Umgang mit der Umwelt in München, verstehe aber nicht warum den Bürgern mit aller Gewalt das Geld aus der Tasche gezogen werden muss anstatt mit überzeugenden Verkehrskonzepten die Bürger zu überzeugen.

Gibt es wenigstens für solche "unwirtschaftlichen" Fälle eine Ausnahmegestaltung ?

Ich verhalte mich m.E. schon ziemlich umweltbewußt.

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
R. Karg

+64

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Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Alexander G
    am 18. November 2012
    1.

    Die Umweltzone trägt nachweislich dazu bei die Feinstaubbelastung deutlich zu senken. Das funktioniert aber nur, wenn es möglichst wenig Ausnahmegenemigungen gibt.

    Alle wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass Feinstaub große gesundheitliche Probleme verursachen kann. Allergien sind die Regel, es kann aber auch zu Krebs, sowie zu Früh- und Fehlgeburten kommen, usw.

    Fakt ist, dass in München die Feinstaubbelastung an vielen Stellen zu hoch ist. Die Maßnahmen der Stadt München sind also schon jetzt nicht ausreichend, was höchstrichterlich bestätigt ist. Auch außerhalb der Umweltzone ist es wünschenswert wenn Fahrzeuge möglichst wenig Feinstaub ausstoßen - also auch dann nachgerüstet werden, wenn sie die Umweltzone nicht oder nur selten befahren.

    Ich kann die Position von Hr. Karg nicht nachvollziehen. Wenn sein Fahrzeug weniger ausstößt als dieser Blue ETC, dann sollte man nicht daraus schließen, dass er eine Ausnahmerregelung verdient hätte, sondern vielmehr, dass der Blue ETC zu viel Feinstaub ausstößt und aus der Umweltzone ausgesperrt werden sollte. Wenn er nur wenige Meter in die Umweltzone fährt und auch dort nur am Wochenende unterwegs ist, heißt das noch lange nicht, dass er in diesen Zeiträumen ein Recht auf Umweltverschmutzung hat. Auch wenn er sein Fahrzeug 400 m weiter abstellt, ist eine Nachrüstung zwar nicht verpflichtend, trotzdem wünschenswert.

    Es ist leider kein Einzelfall ist, dass sich Besitzer von PKWs und insbesondere Lieferwägen, die nur über eine gelbe Umweltplakette verfügen, derzeit über die Plakettenpflicht hinwegsetzen und die Umweltzone illegalerweise befahren. Sie tragen damit dazu bei, dass Menschen, die in München (vor allem in der Nähe von großen Straßen) wohnen Allergien bekommen, dass Schwangere ihr Kind zu früh oder tot auf die Welt bringen. Wenn Kommentare wie hier lese, frage ich mich ob Ihnen so etwas bewusst ist. 2000 Euro einmalige Investitionskosten z.B. gegen das Leben von Ungeborenen Kindern aufzuwiegen finde ich ziemlich unangemessen. Wirtschaftliche Fragen sind hinten anzustellen.

  2. Autor Rainer Karg
    am 20. November 2012
    2.

    Feinstaub bzw. Umwelteinflüsse halten sich leider nicht an geographische Grenzen, wie z.B. der Landshuter Allee oder Petuelring. Hier führen nur ganzheitliche Städteverkehrskonzepte weiter, die nicht auf dem Rücken einzelner ausgetragen werden können.

  3. Autor Alexander G
    am 26. November 2012
    3.

    für mich nach wie vor nicht nachvollziehbar. Natürlich hält sich Feinstaub nicht an geographische Grenzen und natürlich ist auch die allgemeine Feinstaubbelastung, die in München durchschnittlich vorhanden ist ein Problem. Grenzwerte werden hier aber nicht überschritten, weil der Feinstaub gut verteilt und somit in der Luft verdünnt ist. Das größte Problem tritt gerade lokal auf und zwar an Stellen wo sich der Feinstaub nicht schnell genug verteilen und somit nicht ausreichend verdünnen kann. Das sind in München nunmal große Straßen. NUR hier - also NUR lokal - werden Grenzwerte überhaupt überschritten, ist die Stadt also zum Handeln verpflichtet. Und hier ist der Verkehr die Hauptursache. Gerade hier soll die Umweltzone ja in erster Linie ansetzen. Kritisieren kann man natürlich, dass z.B. auf der Landshuter Allee, die Sie erwähnen, ja überhaupt keine Umweltzone ist. Daraus müsste man aber schließen, dass man die Umweltzone verschärfen (d.h. ausweiten) und nicht - wie Sie fordern - entschärfen muss. Dass die Umweltzone Interessen auf dem Rücken EINZELNER durchsetzt kann ich auch nicht nachvollziehen. Schließlich gilt die Plakettenpflicht für JEDEN. Dass es manche (wie z.B. Sie) härter trifft als z.B. Leute die kein Auto besitzen lässt sich da nicht vermeiden. Ich verstehe auch nicht wie alternative "ganzheitliche Städteverkehrskonzepte" aussehen sollten. Fakt ist, dass die Feinstaubbelastung lokal an großen Straßen in München gesenkt werden muss, das schreiben unter anderem die geltenden Grenzwerte vor. Da hier die Autos die Hauptursache sind, kann man nur bei denen ansetzen. Die Autos umleiten kann man nicht, weil innerhalb des mittleren Rings Platz für neue Straßen fehlt. Die Straßen untertunneln kann man kurzfristig auch nicht, weil die finanziellen Mittel fehlen. Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist auch teuer. Was dann? Fahrverbote? Überall nur noch 30 kmh? finde ich nicht gut

  4. Autor Rainer Karg
    am 27. November 2012
    4.

    Ja, auf zu neuen Ufern !

    Schließlich soll die Plakettenpflicht für JEDEN gelten, wie Sie richtig anmerken, sofern technisch "umrüstbar". Gleiches Pech für Alle. Daraus leite ich ab, dass in Zukunft ALLE, die mit fahrbaren Untersätzen nach München einfahren wollen, sich daran beteiligen, d.h. nicht nur willkürlich bestimme Zonen definiert werden, die geographisch eh sinnlos sind. Dies gilt insbesondere für die Verbennungsmotoren des Schwerverkehrs als Hauptverursacher. Auch Flugverkehr hat über der Stadt insofern nichts verloren. Und die Bahn kommt auch ganz gut inzwischen ohne Diesel-Dampfloks in die Stadt.

    Das alternative Städtekonzept in letzter Konsequenz diesbzgl. kann daher nur lauten: die Umweltzone stufenweise (rot-gelb-grün) ab Stadtgrenze einzuführen.

    P.S: Ich kann Sie beruhigen, meinen Passat Bj 2005 (!) habe ich trotz der Kosten inzw. umgerüstet. Wenns´s hilft ....

  5. Autor Alexander G
    am 28. November 2012
    5.

    "Stufenweise Umweltzone ab Stadtgrenze ohne Ausnahmergelungen insbesonder für Schwerverkehr (es sei denn technische Umrüstung nicht möglich)" ... Wenn Sie das gleich in Ihrem Kommentar geschrieben hätten, hätte ich Sie sofort unterstützt. Für mich klang das eher nach einer Forderung die Umweltzone durch zusätzliche Ausnahmeregelungen aufzuweichen.

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