Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Alfred Mayer am 02. Juni 2009
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Mobilität und Verkehr

Umgang der Bahn mit den umworbenen Gästen der Stadt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Christian Ude !
Als Präsident des Deutschen Städtetags könnte Sie der Umgang der Deutschen Bahn (oder wie immer sie im Augenblick firmiert) mit ihren Kunden bei der Ankunft in einer Stadt interessieren.
Hier hatte es einst eine Gepäckaufbewahrung gegeben. Es kostete nicht viel, seine Habe einem Bahnmitarbeiter anzuvertrauen. Diese menschenfreundliche Einrichtung wurde für viel Geld durch automatische, viel Platz benötigende Schließfächer ersetzt, weil die dafür eingesetzten Mitarbeiter auf Kosten der Allgemeinheit als HartzIV-Empfänger gebraucht wurden.

Dank eines Betriebswirtschaftsstudiums ist die Bahn in der Lage, jeden Teilbereich auf ihre Wirtschaftlichkeit zu kontrollieren. Bei den Schließfächern ergeben sich durch die hohen Anschaffungs- und Wartungskosten und die fiktiven Mietkosten für den in Anspruch genommenen Raum sehr hohe Betriebskosten, die auch beherzt auf den Mietpreis umgelegt worden sind. Das Schließfach für einen größeren Koffer kostet stolze 5 Euro für einen Zeitraum von 0 bis 24 Stunden. Wenn man dazwischen in der Schließfach will, kostet es wieder 5 Euro. Die Aufwendungen dürften sich allerdings trotzdem nicht amortisieren, weil sich die meisten Reisenden Gebühren in der Regel ersparen werden.
Der nicht mit vielen Wirtschaftstheorien schwer tragende Manager würde vielleicht darüber nachdenken, ob bei geringeren Gebühren durch erhöhte Inanspruchnahme nicht insgesamt höhere Einnahmen erzielt werden könnten. Ganz abgesehen von dem Wohlbefinden des in anderen Bereichen ätzend aufdringlich umsorgten Reisenden, z.B. durch eine langatmige, exakt festgelegte Begrüßung und Verabschiedung der Reisenden an jedem Bahnhof in zwei Sprachen und ständigen Hinweisen auf die Segnungen des Bistro.

Wohlgemerkt, die Beträge werden Reisenden abverlangt, die ja für die Reise schon nicht wenig bezahlt hatten.

Viele Städte geben sehr viel für die Förderung des Fremdenverkehrs aus. Allein in München dürften das mehrere Millionen Euro sein.
Die Gesellschaft hat auch ein Interesse, daß die Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und gesteht der Bahn deshalb jährlich einen festgelegten Zuschuß von mehreren Milliarden Euro zu. Da ist kontraproduktiv, den Reisenden die Nutzung der Schließfächer zu erschweren, wenn bei knapper Kasse nicht sogar unmöglich zu machen. Man möchte sich bei der Ankunft in einer Stadt erst mal unbeschwert umsehen. Oft hat ein Reisender einen Aufenthalt von wenigen Stunden. Wie schön wäre da, wenn er unbelastet von Gepäck einen Stadtbummel unternehmen und eine Stadt kennen und schätzen lernen könnte. Wie schön, da sein Gepäck erst mal sicher einstellen zu können. Es geht ja nicht nur um die Einmalige Ausgabe von 5 Euro. Man kann sich nicht sicher sein, vielleicht doch noch was aus dem eingestellten Koffer zu brauchen.

Ich frage Sie, ob Sie sich in der Lage sehen, die Bahn dahin zu beeinflussen, für die Schließfächer zumindest einen Kurztarif (beginnend mit 1 Stunde für 1 Euro) einzuführen und dafür zu sorgen, daß man nach Zahlung für 24 Stunden dazwischen noch in das Schließfach kommen kann, ohne wieder neu zahlen zu müssen.
Wenn argumentiert werden sollte, daß die Automaten nicht so weit differenzieren können, bitte ich auf folgendes hinzuweisen:
Die Automaten sind dafür eingerichtet, daß bei einer Zeitüberschreitung von 24 Stunden stufenweise nachgezahlt werden kann. Das ist auch möglich, wenn die Mindestzeit 1 Stunde ist.

Mit den besten Grüßen
Alfred Mayer

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