Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Karin Schulte am 29. April 2009
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Mobilität und Verkehr

Überquerungshilfe Daglfinger Str.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

die Daglfinger Str. in Denning ist eine - vor allem zu Stoßzeiten - viel befahrene Straße, die in Höhe der Marienburger Str. von vielen Fußgängern, auch vielen Kindern überquert wird. Südlich der Daglfinger Str. liegt der Zamilapark mit Spielplatz, See, Skateranlage, Streetballplatz und 2 Fußballvereinen sowie die Fritz-Lutz-Grundschule. Nördlich der Daglfinger Straße hat jetzt eine Kinderkrippe ihren Betrieb aufgenommen. Auf beiden Seiten bestehen große Wohngebiete.

Die Überquerung ist sehr schwierig, da die Daglfinger Straße eine leichte Kurve hat, so dass der Verkehr schwer einzusehen ist, und die Autos die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h oft nicht einhalten.

Ich habe deshalb vor 1 Jahr beim Bezirksausschuss Bogenhausen beantragt, eine/n Fußgängerampel/Zebrastreifen dort einzurichten. Der Bezirksausschuss hat nach Lokaltermin am 10.6.08 einstimmig beschlossen, bei der Stadt einen Zebrastreifen zu beantragen (AZ: A 3.02(1)/06/08).

Der Antrag des Bezirksausschusses wurde von der Stadt abgelehnt - ohne Nennung von Gründen.

Nun ist am Freitag, 25.4.09 gegen 16.00 Uhr genau an dieser Stelle eine Frau von einem Linienbus überfahren worden. Die Frau ist tot, wie ich in der SZ vom 27.4.09 leider lesen musste.

Meine dringliche Bitte ist es, mein Anliegen noch einmal zu überprüfen . Vor einem Jahr konnte ich "nur" auf eine Verletzte verweisen, die - zusammen mit ihrem kleinen Sohn - mit ihrem Rad an dieser Kreuzung angefahren worden war. Dies hat sich jetzt leider geändert. Die Frau, die vor 4 Tagen gestorben ist, könnte vielleicht noch am Leben sein, hätte es den Zebrastreifen schon gegeben...

Mit freundlichen Grüßen,

Karin Schulte

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Antwort
von Christian Ude am 27. Mai 2009
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Schulte,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst ein Wort zu dem bedauerlichen Unfall an der Kreuzung Daglfinger-/Marienburger Straße, bei dem eine Radfahrerin von einem Bus erfasst und dabei so schwer verletzt wurde, dass sie im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag: Dieser Unfall hätte sich, so teilt es mir das Kreisverwaltungsreferat mit, auch durch einen Zebrastreifen nicht verhindern lassen. Die Radfahrerin fuhr, ohne das Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ zu beachten, von der Marienburgerstraße kommend in die Daglfinger Straße ein. Die Sichtverhältnisse sind dort nicht eingeschränkt. Die Frau fuhr jedoch so unmittelbar vor dem Bus in die Daglfinger Straße ein, dass der Busfahrer trotz Schnellbremsung und Ausweichmanöver eine Kollision leider nicht mehr verhindern konnte.

Der von Ihnen erwähnte Antrag des Bezirksausschusses Bogenhausen zur Einrichtung einer Querungshilfe an der Daglfinger Straße wurde von der Stadt München keineswegs ohne Angabe von Gründen abgelehnt. Vielmehr fand ein weiterer Ortstermin mit Vertretern des Bezirkausschusses, der Polizei, der Schule und des Elternbeirates statt, bei dem das Thema eingehend besprochen wurde. Dabei wurde vor Ort festgestellt, dass auf der Daglfinger Straße große Lücken im Verkehr auftreten, die das Queren der Straße ohne Gefahr möglich machen. Die Schulkinder selbst kommen fast ausschließlich mit dem Schulbus zur Schule, der direkt vor dem Gebäude hält. Für sie ist eine Querungshilfe daher nicht nötig. Besonders problematisch wäre auch die geeignete Örtlichkeit für einen evtl. Zebrastreifen. Die baulichen Gegebenheiten lassen eine direkte Lage im Kreuzungsbereich nicht zu. Zusammenfassend war man sich daher beim Ortstermin einig, dass die zwingende Notwendigkeit einer Querungshilfe nicht gesehen wird

Wir nehmen jedoch Ihre Anfrage, in der auch Sie die Eröffnung einer Kinderkrippe erwähnen, zum Anlass, die Situation an der Daglfinger Straße erneut zu überprüfen. Das Kreisverwaltungsreferat wird in Zusammenarbeit mit der Polizei die Situation vor Ort nach den Pfingstferien nochmals eingehend beobachten, ob sich die tatsächliche Situation hinsichtlich des Querungsbedarfes deutlich geändert hat. Das KVR wird Sie und den Bezirksausschuss im Anschluss vom Ergebnis unterrichten.