Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Günter Dr. Roth am 11. Juni 2010
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Mobilität und Verkehr

Überflüssige Ampeln

Sehr geehrter Herr Ude,

warum gibt es in München derartig viele Ampeln, auch an kaum befahrenen Kreuzungen in reinen Wohngebieten, z.B. in Schwabing? Das kostet viel Strom, Wartungsarbeit etc. und Nerven.
Wie ist eigentlich die Ampeldichte im Vergleich großer Städte international und wie liegt da München?

Und was halten Sie eigentlich von 'shared space'?

Mit freundlichen Grüßen
auch an die Siemens-Verkehrstechnik!

Günter Roth

+88

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Antwort
von Christian Ude am 27. August 2010
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Dr. Roth,

die Ampeldichte in München im internationalen Vergleich ist uns leider nicht bekannt. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten hebt sie sich aber nicht ab. Dort kommen größenordnungsmäßig auf ca. 1.000 Einwohner eine Ampelanlage. In München haben wir auf gut 1,3 Millionen. Einwohner ca. 1.100 Ampelanlagen, also kommen auf 1.200 Einwohner eine Ampelanlage.

Zum Vergleich: in Hamburg trifft das Verhältnis 1.000 zu 1 genau zu. Dort gibt es etwa 1.800 Ampelanlagen bei knapp 1,8 Millionen Einwohnern, Ingolstadt dagegen hat sogar 140 Ampelanlagen bei etwas über 120.000 Einwohnern. München liegt also gar nicht so schlecht.

"Shared space" in der Form, wie man ihn aus Holland kennt, ist in der deutschen Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen und daher rechtlich auch nicht umsetzbar. In München gibt es jedoch bereits zahlreiche sogenannte verkehrsberuhigte Wohnbereiche, die in Ihrer Wirkung dem "shared space" sehr nahe kommen und von den Bürgern sehr geschätzt werden.

Darüber hinaus wird es künftig in Pasing einen sogenannten verkehrsberuhigten Geschäftsbereich geben, in dem alle Verkehrsarten (Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer (eingeschränkt), Taxi, Busse, Trambahn und Lieferverkehr), bei reduzierter zulässiger Geschwindigkeit für den motorisierten Verkehr ein entspannteres Miteinander praktizieren und erleben können.

Mit freundlichen Grüßen