Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Lara Bego am 25. März 2011
9581 Leser · 149 Stimmen (-9 / +140) · 1 Kommentar

Gesellschaft und Soziales

Trauriges Rauchverbot

Sehr geehrter Herr Ude,

mir ist bewußt, dass schon zu genüge das Thema Rauchverbot diskutiert und behandelt wurde.

Trotzdem komme ich nicht umher, hier ein Frage bzw. eine Geschichte zu erzählen.

Ich habe einen Nachbarn, er ist 74, bei dem ich 1 mal in der Woche putze, da er sich schwer bücken kann. Klar ist, dass das Kaffee trinken und reden miteinander, ihm viel mehr bedeutet als die Stunde putzen. Vorallem seitdem er nicht mehr zu seinem geliebten Karten spielen geht.

Er erzählt mir mit traurigen und eingefallenen Gesicht, dass er seit über 30 Jahren mit seinen 4-5 Spezis eine Kneipe besucht, Karten spielt , trinkt sein Bier und raucht...In dieser Kneipe befindet sich NIE jemand anderes als der Wirt (selbst Raucher) und die paar älteren Herren beim Spielen.
Ein normaler Straßengast würde in diese Kneipe nicht rein gehen.
Es ist traurig meinen Nachbarn zu hören, wenn er sagt, er musste erst 74 werden, damit ihn jetzt jemand bevormundet wie er gesünder zu leben hat.

Die Antworten "Wieso geht er denn nicht mehr hin? Er kann doch hingehen und Kartenspielen, nur zum Rauchen muss er raus? Mein Nachbar raucht 3 Schachteln am Tag! Wie er sagt, wenn er zum Rauchen raus muss, kann er auch daheim bleiben, weil er eigentlich ständig eine ZIgarette im Mund hat.

Ich frage mich nur wieso? Wieso ist es nicht möglich Ausnahmen zu machen? Regelungen zu finden, damit jemand wie mein Nachbar sein Pfeife in Gesellschaft rauchen kann, und nicht daheim vereinsamt?! Damit ein kleiner Wirt, der allein in seiner Kneipe arbeitet und von den 8 täglichen Kartenspielern überlebt, ne Chance hat?

Die Frage wer soll die Ausnahmen kontrollieren? Die gleichen die jetzt das absolute Rauchverbot kontrollieren...Wenn dass Kontrolliert werden kann, wieso dann auch nicht die Ausnahmen. Verstehe ich nicht?!

Konzessionen wie beim Glücksspiel / Bordelle für Raucherkneipen für einen Anteil an Kneipen, Strengkontrollierte Raucherbereiche... es gäbe so viele Möglichkeiten...

Sagen Sie mir Herr Ude, wieso dies nicht machbar ist?

So verbleibe ich,
hochachtungsvoll
Lara Bego

PS: Die leider bei dem sogenannten VOLKSentscheid leider nicht mitmachen durfte, auf grund Ihrer Nationalität.

+131

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Antwort
von Christian Ude am 26. Mai 2011
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Bego,

seit 01.08.2010 gilt in ganz Bayern ein neues Gesundheitsschutzgesetz (GSG) mit dem von der Bürgerschaft selbst beschlossenen, umfassenden Rauchverbot in Gaststätten. Raucherräume bzw. Rauchergaststätten sind demnach nicht mehr zulässig.

Die Landeshauptstadt München muss dieses Gesetz vollziehen und hat nicht die Möglichkeit, eigene Ausnahmetatbestände bzw. Härtefallregelungen zu schaffen.

Einzige Ausnahme vom Rauchverbot bilden laut Gesetz sogenannte „echte geschlossene Gesellschaften“ wie beispielsweise Familienfeiern, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Ich kann Ihrem Nachbarn daher in diesem Fall leider nur empfehlen, die Kartenrunde bei schönem Wetter auf eine Freischankfläche oder in einen Wirtsgarten zu verlegen. Dort darf nach wie vor geraucht werden.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Mike Kudla Kudla
    am 23. April 2011
    1.

    Wer 3 Schachteln am Tag raucht, hat die Isolation selbst zu verantworten. Wer will schon freiwillig mit so einem „Stinker” in einem Raum sein? Soll er doch die Kartenspezln zu sich einladen oder zu ihnen gehen - das muss nicht in öffentlichen Räumen statt finden. Übrigens, vielleicht könnte er sich noch besser bewegen, wenn er nicht seine Gesundheit verraucht hätte? Mit 74 ist man noch nicht zwangsläufig krank.
    Warum sollen (selbst gewählte) Einzelschicksale Vorrang haben vor dem allgemeinen Recht auf Gesundheitsschutz? Was sagt wohl ein chronisch bronchitisches Raucherkind zum Recht auf Ausnahmen vom Nichtraucherschutz?

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