Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Klaus Dolczewski am 26. August 2013
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Mobilität und Verkehr

Tram-Neubaustrecke in Laim

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Christian.Ude

Als Anwohner in der Fürstenriederstraße. 17 beobachte ich seit 28 Jahren die Verkehrssituation genau und möchte versuchen, hier wenigstens die wichtigsten Gegenargumente zur irrwitzigen Einführung einer Trambahnlinie aufzuzeigen.

Eine Hauptverkehrsader um zwei Fahrspuren zu reduzieren, wäre ein glatter Hohn und ein totaler Rückschritt.
Schon bei Straßenbauarbeiten bildet sich sofort ein Rückstau (allein schon bei Ausfall von nur einer Spur). Blockiert z.B. ein Unfallfahrzeug bei der Kreuzung Agnes-Bernauer-Str. stadtauswärts eine Spur, entsteht in nur wenigen Minuten ein Rückstau bis zur Wotanstraße.
Das Entladen der großen Lieferfahrzeuge, z.B. Brauereien, Post, Bäcker etc. kann nur durch Parken „in zweiter Reihe“ erfolgen. Würde bedeuten: bei drei Spuren bleibt nur noch eine übrig.
Durch den Wegfall von zwei Fahrspuren wäre schon ein Dauerstau vorprogrammiert.
Ganz wichtig und was keiner bedenkt: Es geht auch um Rettung von Menschenleben, denn täglich passieren ca. 50 Notarzt-Fahrzeuge die Fürstenriederstrasse., weil sie die einzige und schnellste Verbindung ist, um die Kliniken in Hadern – Pasing u. Romanplatz zu erreichen.
Im Stau hätten auch Rettungsfahrzeuge mit Blaulicht und Sirene keine Chance mehr durchzukommen – sie stecken mittendrin und riskieren Menschenleben !!!
Allein schon deswegen ist dieses Vorhaben verantwortungslos.
Hier meine Frage: Wer möchte das verantworten ?
Ein Ausweichen der Rettungsfahrzeuge durch die Siedlungen wäre absurd: enge zugeparkte, Straßen, Tempo 30, rechts vor links -Verkehr.
Allein die Umbauarbeiten würden für die Fürstenriederstrasse einen monatelangen Dauerstau verursachen

Bei einer Verengung würde zwischen der Laimer-Unterführung und dem Waldfriedhof auf mehreren km an den Kreuzungen wahrscheinlich ein absolutes Links-Abbiegeverbot verhängt werden, da sonst nur noch eine (Geradeaus)Fahrspur übrig bliebe.
Der ganze Plan wird unvermeidlich zu einem Verkehrs-Infarkt führen.
Außerdem würden viele Bäume und Sträucher auf dem Mittelstreifen – die einigermaßen den Auspuffgasen paroli bieten konnten - geopfert werden.
Ganz zu schweigen, von dem Lärm, den eine Tram zusätzlich verursacht.
Das Argument, die verkehrenden Busse seien derzeit oft überfüllt, ist schlichtweg falsch. Tagsüber sind sie halbleer. Für die kurzen „Stoßzeiten“ bräuchte man nur ein paar Busse mehr einsetzen, um den Takt zu verkürzen. Die Mehrkosten könnte man von den Millionen, (allein schon 100 Mio. für den Tunnel-Umbau) die man sich bei Beibehaltung des jetzigen Systems einsparen würde, locker begleichen.
Übrigens hat die Wotanstraße zwischen Laimer Unterführung und dem Romanplatz jetzt schon zwei Fahrspuren weniger als die Fürstenriederstrasse. – Wie soll das dann funktionieren ?

Wenn die Einführung einer Tram sich als totaler Rückschlag herausstellt, haben SPD und Grüne allein schon durch den Tunnel-Umbau 100 Millionen in den Sand gesetzt.
Wer möchte sich solch ein unrühmliches Denkmal setzen und, schlimmer noch , wer möchte zusätzlich den Tod von vermeidbaren Notfallopfern verantworten ?

Mit freundlichen Grüßen
Hilde&Klaus Dolczewski

PS: Die Zahl der Polizei- und Feuerwehr-Einsätze durch die Fürstenriederstrasse (als schnellste Verbindung) blieb noch unerwähnt.

+26

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Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Maria Käser
    am 26. August 2013
    1.

    Ich halte diesen Plan der Tram-Trasse auch für völligen Irrsinn. Hier werden Millionen von Steuergeldern verbuddelt um was zu bezwecken? Wenn die Bus-Kapazitäten in den Stoßzeiten nicht ausreichen, dann ist es um ein vielfaches kostengünstiger, den Bustakt enger zu planen. Durch die Tram-Trasse durch die Fürstenriederstr. wird Laim noch mehr zweigeteilt als es jetzt schon ist. Und ja, es wird ein Verkehrschaos entstehen, durch die verringerten Fahrspuren, die der Bürger, nach jahrelanger Großbaustelle, wieder ausbaden kann.

  2. Autor Robert Renner
    am 17. September 2013
    2.

    Im Posting von Herrn Dolczewski und Frau Käser ist eigentlich schon alles geschrieben.
    Ich möchte aber noch folgendes hinzufügen:
    Vor ca. 2 Wochen las ich in einer Münchner Zeitung, dass die MVG sich 10 "Buszüge" also Busse mit Anhänger zulegt. Man könnte doch dieses Kontigent um 10-15 dieser Gespanne erweitern und es bräuchte diese Tramlinie nicht. Diese Gespanne fahren ganz einfach auf der vorhandene Busspur und es bräuchte fast keinen Umbau - die Haltestellen müssten natürlich auf die Länge dieser Busse angepasst werden. Und ausserdem passen bestimmt in solch ein Gespann genau so viele Fahrgäste wie in eine Straßenbahn.
    Das gesparte Geld könnte man dann bestimmt in wichtigere Projekte einfliesen lassen.

  3. Autor Peter Kaukal
    am 25. Oktober 2013
    3.

    Sehr geehrte Fam. Dolczewski,

    Sie sprechen mir aus der Seele. Die Anwohner haben schon einmal über dieses Projekt abgestimmt - mit überragender Mehrheit gegen die Tram. (Aber der MVG-Chef ist ein Tram-Libhaber - da gilt der Bürgerwillen nichts.)

    Der 51-Bus färt jetzt alle 10 Minuten. Sogar während der morgendlichen Stoßzeit ist keine Verstärkung nötig!!! Abends ab 21 Uhr verkehrt er sogar nur alle 20 Minuten. (Anm.: Der Bus 168 zählt nicht, weil er schon in der Aindorferstr. abbiegt.)

    Bei einer Tram wäre die Fahrgastkapazität je Fahrzeug höher als beim Bus und die Frequenz müßte weiter abgesenkt weren - sonst fahren tagsüber lauter halbleere Züge. Wer will dann nur noch alle 15 oder 20 Minuten eine Verbindungi?

    Ich benutze den Bus 51 seit 1972 und bin noch nie wegen Überfüllung zurückgeblieben, allerdings fand ich nicht bei jeder Fahrt einen Sitzplatz.

    Der geplante Bau einer Tram ist ein Anschlag gegen eine der letzten verbliebenen Nord-Süd-Achsen im Münchener Westen und ohne Gewinn für die Benutzer der Öffis. Verständlich ist er nur durch die Damagogie der Stadtoberen gegen das Auto.

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