Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Renate Fuchs am 15. Januar 2013
7691 Leser · 325 Stimmen (-7 / +318) · 3 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Tierheim München in Not

Sehr geehrter Herr Ude,
mit Entsetzen habe ich heute in der AZ gelesen, dass das Tierheim München nicht mehr in der Lage ist, die Versorgung der Tiere zu gewährleisten. Das Tierheim wird in der Hauptsache über Spenden finanziert, die Stadt leistet nur einen verhältnismäßig kleinen Beitrag. Während Stadtmuseum, Bibliotheken, Theater und Oper mit Millionenbeträgen bezuschusst werden, muss sich das Tierheim mit einem Bruchteil behelfen. Es ist eine Schande, dass die Hauptstadt eines der reichsten und wirtschaftlich am besten aufgestellten Bundesländer es zulässt, dass das Tierheim inzwischen keine Tiere mehr aufnehmen kann und teilweise sogar einschläfern muss. Das entsetzt mich, meine meine Freunde, meine Bekannten wirklich zutiefst. So wichtig Kultur auch ist, so darf sie doch nicht über Lebewesen gestellt werden, die Hunger, Kälte und Schmerz genau so empfinden wie wir. Ich bitte Sie, dem Tierheim München zu helfen.
Mit freundlichen Grüßen
R. Fuchs

+311

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Antwort
von Christian Ude am 21. Februar 2013
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Fuchs,

vielen Dank für Ihre Zuschrift, mit der Sie deutlich machen, dass Sie ein Herz für Tiere haben und den Tierschutz ernst nehmen. Aber das gilt auch für uns im Rathaus (wobei wir Tierschutz und Kultur aber nicht gegeneinander ausspielen wollen).

Die Stadt unterstützt das Tierheim bereits seit Jahren mit rund 500.00 Euro pro Jahr, obwohl sie eigentlich nur dazu verpflichtet wäre, mit 250.000 Euro für die Unterbringung von Fundtieren und sichergestellten Tieren aufzukommen. Dieser freiwillige Beitrag – der sich übrigens auch im Vergleich zu anderen Großstädten durchaus „sehen lassen“ kann - zeigt schon, dass sich die Stadt der großen Bedeutung bewusst ist, die dem Tierheim für den Tierschutz in unserer Stadt zukommt.

Damit das Tierheim seine allseits anerkannte Arbeit auch angesichts der aktuellen Finanznot fortsetzen kann, werden wir den Stadtrat noch im Februar mit einem neuen Vertrag für das Tierheim befassen, in dem vorgesehen ist, den freiwilligen Beitrag der Stadt noch einmal sehr deutlich zu erhöhen.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Martina Hafner
    am 15. Januar 2013
    1.

    Sehr geehrter Herr Ude,
    liest man den Beitrag in der AZ, scheint die Stadt München ja für alles Mögliche Millionen übrig zu haben. Nur die Tiere sind Ihnen scheinbar nicht viel Wert. Das spricht nicht für Sie. Vieleicht kennen Sie Ghandis Aussage: Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.
    Von einem SPD-Mann hätte ich mehr erwartet. Daher bitte ich Sie, sich dem Problem anzunehmen und a) für eine adäquate Versorgung von Fundtieren zu sorgen. die eh schon ein trauriges Schickal erleiden müssen, und sich b) zu überlegen, mit welchen Maßnahmen man der Flut von ausgesetzten/abgeschobenen Tieren bzw. sich ständig vermehrenden Katzen politisch entgegenwirken kann. Tierschützer fordern z.B. seit Längerem eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen. Auch verantwortungslose Tierbesitzer müssen in die Verantwortung genommen werden.

  2. Autor Anne AviDal
    am 15. Januar 2013
    2.

    Leider hat Tierschutz keine allzugroße Lobby. Hier ist dringend ein Umdenken erforderlich.

    Respekt vor der Mitkreatur muss mehr in den Fokus geraten.

    Als kunstschaffende Individualistin ists zwar genauso schwer, aber wenn ich die Beträge sehe, mit welchen etablierte "Kulturinstanzen" fern ab jeglichem Innovationsgedanken unterstützt werden, wird mir schlecht.

    Hier besteht zu Gunsten der Tiere dringender Handlungsbedarf. Die Produktion neuer "Zucht"-Tiere muss eingedämmt werden, Kastrationspflicht ist das Zauberwort.

    Viele Grüßa

  3. Autor Franz Huber
    am 19. Januar 2013
    3.

    Die Welt ist kein Machwerk, und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig. Solange Tiere rechtlich als Gegenstände oder Sache behandelt werden, wird sich wenig ändern.

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