Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Jörn Haferkorn am 13. Dezember 2012
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Bildung und Kultur

Theater für Kinder

Herr Oberbürgermeister,

warum bekommt das Theater für Kinder in der Dachauer Straße seit 25 Jahren keine städtische Unterstützung?

Das Theater für Kinder leistet hervorragende Arbeit, da die gezeigten Stücke die frühpädagogischen Anliegen Unterstützen (Kindergartenalter), der Wertevermittlung dienen und im höchsten Maße auch integrationsfördernd (verständliche Sprache, spielerischer Zugang) wirken?

Sie müssen sich die Frage gefallen lassen:

Warum wurden 33 Mio Euro für eine Olympiabewerbung ausgegeben, warum werden fragwürdige CO2 Emissionen im Olympiapark Jahr für Jahr von der Stadt München unterstützt, warum wird die elitäre Hochkultur anders als das kulturelle Engagement mit Kleinkunst und Bildungsauftrag so gravierend unproportional gefördert?

Konkret: Mit welcher Unterstützung kann das Theater für Kinder in der dachauer Straße im Jahr 2013 durch die Stadt München rechnen?

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Antwort
von Christian Ude am 18. April 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Haferkorn,



das Theater für Kinder ist - wie zahlreiche andere private Einrichtungen für Kinder und Jugendliche - beliebt und gut besucht. Es hat ein großes Stammpublikum, eine hohe Auslastung und einen starken Unterstützerkreis. Dennoch klagt es öffentlich immer wieder über finanzielle Schwierigkeiten.

Bislang hat der Stadtrat sich allerdings gegen eine regelmäßige Förderung entschieden, weil die Stadt München mit der Schauburg selbst ein kommunales Theater für Kinder und Jugendliche unterhält. Die Schauburg hatte in der vergangenen Spielzeit eine Platzauslastung von beinahe 96 Prozent. Kulturpolitische Zielsetzung ist es, unterschiedliche Publikumsschichten gleichermaßen zu erreichen. Spezielle Programme für Buben, die den Weg ins Theater seltener finden als Mädchen, Stadtteilprojekte der Schauburg – auch für bildungsferne Familien – oder eine Sensibilisierung für die Vielfalt der Münchner Bevölkerung sind Aufgaben, für die sich ein kommunales Theater besonders einsetzen kann. Damit wird gerade die Chancengleichheit und die kulturelle Bildung für alle gefördert.

Dass wir unseren kommunalen Kulturauftrag auf allen Ebenen erfüllen, sehen Sie an diesen Beispielen: Die Schauburg, die zu den Münchner Kammerspielen gehört, erhält mit diesen zusammen einen Jahresetat von rund 32 Millionen Euro. Ebenso viel fließt an die Stadtbibliothek mit ihren zahlreichen Filialen in den Stadtteilen. Mit rund 1800 geförderten Veranstaltungen und Projekten erreichen wir die Münchnerinnen und Münchner vor Ort, oftmals bei freiem Eintritt. Über 70 Kulturvereine und -einrichtungen erhalten eine städtische Unterstützung. Ca. 4 Millionen Euro fließen jährlich in 30 Stadtteilkulturzentren, Vereinsheime und das Eine-Welt-Haus. Das Kulturreferat ermöglicht kulturelle Stadtteilwochen, Kulturtage und zahlreiche weitere Projekte in den Stadtteilen. Zur kulturellen Infrastruktur gehört natürlich auch die Münchner Volkshochschule mit ihren vielen Filialen. Kulturelle Bildung ist eine Querschnittsaufgabe für alle kommunalen Kultureinrichtungen. Und die Förderung der vielfältigen freien Szenen findet auf breiter Basis statt.

Von einer einseitigen Förderung der Hochkultur kann also keine Rede sein.

Die Kosten für die Münchner Olympiabewerbung, die Sie ebenfalls angesprochen haben, wurden zum allergrößten Teil von privaten Sponsoren getragen. Und die „fragwürdigen CO2 Emissionen im Olympiapark“ - ich nehme an, Sie meinen damit die DTM-Rennen im Olympiastadion – wurden von der Stadt nicht unterstützt, sondern erbrachten einen Beitrag zur Finanzierung des Olympiaparks. Allerdings wird es dieses Rennspektakel schon wegen der damit verbundenen Lärmbelästigungen künftig im Olympiapark nicht mehr gegeben.

Mit freundlichen Grüßen