Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor Björn Drubel am 29. August 2012
6102 Leser · 123 Stimmen (-19 / +104) · 4 Kommentare

Politik und Verwaltung

Tankstellen-Ladenschluss ab 20 Uhr für Nicht-Autofahrer

Sehr geehrter Herr Ude,

ich war sprachlos, als ich gestern gehört habe, dass ab 1.9.2012 in Bayern und München ein Nicht-Autofahrer ab 20 Uhr an Tankstellen nicht mehr einkaufen kann, der kein "Reisender" ist. Ab 20 Uhr Bier nur für Autofahrer?
Was ist das denn für ein Schildbürgerstreich? Ein 18 Jähriger Führerscheinneuling kann nach 20 Uhr zur Tanke fahren und Alkohol einkaufen, aber der Radfahrer ,der durstig von seiner Radour zurückkehrt steht vor verschlossen Türen kann sich kein Wasser kaufen und muss "verdursten" .

Ich muss mal wieder mich herzlich amüsieren über so einen politschen Schildbürgerstreich 1. Güte auf Initiative der CSU.
Aber trotzdem irgendwie peinlich, ich denke nur mal an den Diabetiker, der sich im Unterzucker befindet, gerade um 21 Uhr an einer Tankstelle vorbeikommt um eine rettende Cola zu trinken. Aber diese kann er dann nicht kaufen und wird bewusstlos .

Das zeigt doch wieder : Politik wird für die Wirtschaft gemacht(hier Einzelhandel) und nicht für den Bürger. Der Büger wird Schritt für Schritt weiter entmündigt und zum Deppen der Nation gemacht.

Ich, der aus Überzeugung auf das Auto verzichtet, auf ÖPNV und Rad umgestiegen ist werde für mein nachhaltiges umweltbewusstes Handeln wieder bestraft und bekomme mit so einem hirnrissigen Unsinn auch wieder indirekt von der Politik gesagt :" Verkauf Dein Fahrrad , kauf Dir wieder ein Auto und fahr angeheitert zur Tanke, kauf dir noch 2 Buddeln Augustiner und fahr weiter." Hallo, lebe ich in Bayern oder in der 3.Welt?

Schaffen Sie diesen Schmarrn,den uns die CSU Politikerin aus dem Sozialministerium eingebrockt hat, unbedingt und schnell wieder ab. Ansonsten verliere ich wirklich noch meinen Glauben an ein fortschrittliches Bayern.

+85

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  1. Autor Maria Käser
    am 29. August 2012
    1.

    Also ich habe auch gedacht, ich hab's an den Augen, als ich den Artikel in der SZ gelesen habe. Wie hirnrissig ist dass denn, an Autofahrer dürfen Alkohol und Getränke verkauft werden, an Radfahrer und Fußgänger nach 20.00 Uhr nicht mehr. Eine bürgerfremdere Politik gibt's ja wohl kaum. Wobei ich den Alkoholverkauf an der Tankstelle Abends bzw. Nachts nicht unbedingt für gut halte. Aber wenn es ein derartiges Verbot geben sollte, und nur auf Alkohol bezogen, dann sollte das für alle gelten!
    Auch sollte bedacht werden, daß viele Tankstellenpächter somit an den Rand des Ruines gebracht werden; da viele von denen nur mit dem "Zusatzgeschäft" überleben können. Wer bitteschön läßt sich so etwas überhaupt einfallen?

  2. Autor Björn Drubel
    am 03. September 2012
    2.

    So, gestern um 19 Uhr hatte ich schon mein Erlebnis: Zum Abendessen hat die Flasche Weisswein gefehlt, Meine Stammtankstelle um die Ecke hatte nun geschlossen, ich fand einen Zettel an der Tür" Sonntags geschlossen wegen neuem KVR Gesetz"...bis letzten Sonntag konnte man dort noch Tanken und sogar das Auto waschen und saugen. Na gut, dann per pedes zu einer grossen "Gockelbraterei den Berg hoch.

    (Mal gespannt, wann auch das vom KVR und Sozialministerium verboten wird)

    Insgesamt war ich dann für die Flasche Weisswein 45min unterwegs , und bin 4km gelaufen! Das im Jahr 2012 in der Metropole München! Ich lach mich kaputt und München bekommt von mir einen weiteren Punkt für "Deutschlands teuerstes und grösstes Dorf".
    Ich habe den Eindruck in Polen oder Estland ist man irgendwie fortschrittlicher.

  3. Autor Dominik Westner
    am 10. September 2012
    3.

    Man kann jetzt beispielsweise nach 20 Uhr auch keine Kondome mehr am Reichenbachkiosk kaufen. Da werden Millionen in Safer Sex Aufklärung gesteckt und dann ist der Verkauf nach 20 Uhr verboten. Meiner Meinung blanker Unsinn und ein Rückschritt ohne gleichen.

  4. Autor Fedor Patrzek
    am 14. September 2012
    4.

    Das allererste Mal in meinem Leben fühle ich mich durch ein Gesetz bzw. eine Verordnung diskriminiert. Auch mit ist das gleiche vor Kurzem passiert. Als ich mir neulich ein Feierabend-Bier an der Tankstelle kaufen wollte, habe ich auf die Frage des Verkäufers ob ich denn mit dem Auto hier bin, noch ganz stolz mit "Nein" geantwortet, und habe gedacht ich höre nicht recht als mir dann erklärt wurde, dass ab sofort Alkohol nur noch an Autofahrer verkauft werden darf. Ich habe das wirklich für einen schlechten Scherz gehalten. Hätte ich jetzt ein Auto geahbt, wäre ich die 20m zurück gelaufen und wäre mit dem Auto vorgefahren. Nachdem ich nunmal kein Auto habe, bin ich der Dumme - Lächerlich !

    Dann stellt sich ja auch die Frage ob das jetzt nur für Autofahrende gilt, oder auch für Motorradfahrer oder gar Redfahrende. Was ist mit einem Rucksack-Reisenden ? Wie soll überhaupt der Tankstellenverkäufer einschätzen ob es sich hier um einen "Reisende" handelt, oder um 5 Personen die lediglich Nachschub für ihre Party kaufen wollen ?

    Ist wirklich nur die CSU für diesen Humbug verantwortlich ?
    Ich hoffe dass es auf dieses Thema eine Antwort gibt.

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