Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Peter Rubin am 04. November 2010
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Gesellschaft und Soziales

Sturz im Alten Rathaus mit dem Rollstuhl in die Tiefe...

Ich bin mit meinem Elektro-Rollstuhl in die tiefste Stelle des Alten Rathauses gestürzt. Wurde mit Notarzt und Polizeibegleitung ins Klinikum der Universität München eingeliefert. Was mich jetzt nicht verwundert ist die Tatsache, dass ich nicht der Erste und Einzigste bin, der diesen direkten Weg aus dem Fahrstuhl in die Niederungen des Alten Rathauses suchte und mit schmerzhaften Prellungen jetzt GsD weiter leben darf.

Keine Notbeleuchtung im Keller-Ausgangsbereich! Unmittelbar vor dem Fahrstuhl-Ausgang abgestellte Transporttrollis, mannshoch beladen mit Lebensmitteln, behinderten Sicht und als 'größenreduzierter' Rollstuhlfahrer mußte ich nun 'rangieren', um die Trollis zur Seite zu schieben. Als ich mir fast genügend Platz verschafft zu haben schien, stürzte ich rücklings samt schwerem Elektro-Rolli
in die Tiefe der Dunkelheit des Kellers. Unvermittelt. Ahnungslos. 'Mehr Licht' waren wohl auch mene Worte
als ich die nun unvermeidliche 'Rolle Rückwärts' ins Schwarze antrat.

Jetzt erfahre ich beim Haus-Arztbesuch, dass ich wohl nicht
der Erste und Einzigste bin, der diesen 'direkten' Weg nach draußen suchte! Ich wurde informiert, dass schon andere Menschen, die sich zu Aushilfsarbeiten im AR befanden,
dort den Weg in die Tiefe mittels Absturz vollzogen hatten.

Ich finde es unverantwortlich, dass dieser 'Abstieg in die Tiefe'
nicht besser gesichert wird. Kostengünstige, einfache Massnahmen könnten kurzfristig sicherstellen, dass niemand zu Tode stürzt oder verkrüppelt wird. Beleuchtung, Notbeleuchtung, Gitter, Türe - halbhoch, Absatz, Weiße Farbmarkierung - eines oder alles würde schon helfen...

Ich glaube, sehr geehrter Herr Christian Ude, der Zeitpunkt ist reif, dass Sie sich dieser ''Gefahrenstelle'' MAL PERSÖNLICH widmen. Für eine Besichtigung des Unfallortes bin ich jederzeit zu haben.

Ich zeichne mit poetischen Grüßen
Ihr Peter Rubin
Dichter dran

PS:
ich fordere, erwarte, erhoffe
einen Ausgleich für die Schmerzen und das Trauma -
und eine sofortige Anbringung einer Notbeleuchtung.
oder sonstiger, einfachster Umbauarbeiten.

+89

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Antwort
von Christian Ude am 02. März 2011
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Rubin,

ich bin sehr erleichtert, dass der bedauerliche Unfall am 23.10.2010 im Alten Rathaus glimpflich ausgegangen ist und Sie sich auf dem Weg der Genesung befinden.

Bei einem Ortstermin am 20.12.2010 haben Sie mit Vertretern des Direktoriums, des Baureferats und des Kommunalreferats gemeinsam die Unfallstelle in Augenschein genommen und den Unfallhergang rekonstruiert:

Am 23.10.2010 sind Sie nach dem Besuch einer Veranstaltung im Alten Rathaus mit dem Aufzug vom 1. OG in das EG gefahren und wollten mit Ihrem elektrischen Rollstuhl vorwärts aus dem Aufzug fahren; die Örtlichkeit war Ihnen durch einen Besuch in der vorangegangenen Woche bereits bekannt. Da der Ausgang des Aufzugs im EG durch 2 Catering-Wägen versperrt war, haben Sie versucht, diese mit dem Fuß bei Seite zu schieben. Dies gelang teilweise, so dass Sie mit dem Rollstuhl vor dem Aufzug standen, mit dem Rücken zum Seitenausgang und der kleinen Treppe. Beim nochmaligen Versuch, den zweiten Catering-Wagen ganz weg zu schieben, fuhren Sie zurück und stürzten die kleine Seitentreppe rückwärts hinunter. Der Notarzt wurde sofort alarmiert.

Ihrer Information nach ist vor ca. 10 Jahren bereits eine Mitarbeiterin eines Serviceunternehmens diese Treppe hinuntergestürzt. Hierzu ist uns leider nichts bekannt.

Um die Unfalltreppe künftig besser zu sichern haben Sie bei dem Ortstermin verschiedene Maßnahmen wie eine Beschilderung, Markierung oder eine Absperrung vorgeschlagen.

Selbstverständlich werden diese Maßnahmen im Rahmen der 2011 anstehenden Sanierung des alten Rathauses diskutiert. Vorerst wurde noch nichts unternommen, da diese kleine Seitentreppe grundsätzlich nicht als gefährlich einzustufen ist. Bei rückwärtigem Rangieren hätte dieser bedauerliche Unfall leider auch durch eine Beschilderung oder Markierung nicht verhindert werden können. Da diese Treppe ein Notausgang ist, kann keine Absperrung angebracht werden.

Bezüglich aller weiteren Belange können Sie sich jederzeit an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Direktorium wenden, zudem steht unsere Versicherungsabteilung ja bereits in Kontakt mit Ihrer Anwältin.

Mit freundlichen Grüßen