Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

Es können keine neue Fragen mehr gestellt oder bewertet werden. Bisherige Anfragen und Antworten sind weiterhin sichtbar.

Archiviert
Autor Angela Engelhardt am 15. Mai 2009
5233 Leser · 33 Stimmen (-13 / +20) · 0 Kommentare

Bildung und Kultur

Streik - Kindergartenschliessungen

Sehr geehrter Herr Ude,

als vollberufstätige Mutter von 3 Kindern bin ich von den Streiks der Erzieher stark betroffen. Mein Arbeitgeber hat dafür kein Verständnis (und das kann ich verstehen) dass ich mir ständig freinehmen muss, weil andere streiken bzw. andere Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nicht vernünftig entlohnen.

Meine konkrete Frage lautet: Wird die Stadt München bei den Arbeitskampfmassnahmen eine elternfreundliche Position vertreten? Werden Sie die Belange der berufstätigen Eltern unterstützen?

Objektiv ist ja für die Stadt kein Handlungsbedarf gegeben. Denn der Streik wird ja ausschliesslich auf den Rücken der Eltern ausgetragen. Ausschliesslich, denn durch die Verwaltung erfolgt weder Unterstützung noch wird der finanzielle Schaden (z.B. Babysitter) ersetzt.

Ich habe vollstes Verständnis für die Forderungen der Mitarbeiter, aber kein Verständnis dafür, wie bei Ihnen mit dem Thema Streik umgegangen wird.

Sie lassen die Eltern völlig im Regen stehen. Auf meine Anfrage, nach Möglichkeiten bzw. inwieweit die Gebühren bzw. die Verpflegungspauschale die ich für 0 Leistung bezahlen muss, erstattet wird, bekam ich einen Standardbrief und den klugen Ratschlag, ich möchte mich doch in meiner Einrichtung nach Notlösungen erkunden. Hallo? Wenn die Bahn streikt, kümmert sich das Management um Notlösungen, wenn die Stadtangestellten streiken, darf dies der Kunde tun!

Auch wurde mir mitgeteilt, dass die Erstattung der 2,90 Euro Verpflegungspauschale erst ab 5 Tagen Schliessung möglich ist! Das ist ja prima, da wäre es doch am Besten, man würde immer wieder ein paar Tage streiken oder die Kita schliessen, die Satzung lässt dies ja zu, und dann liesse sich so einiges aus der "eingesackten" Pauschale finanzieren.

Ich denke auch Ihnen ist klar, dass dieser Streik ausschliesslich auf dem Rücken der berufstätigen Eltern ausgetragen wird. Dies Klientel, dass mit seiner Erwerbstätigkeit und der dadurch erworbenen Kaufkraft auch zum Erhalt Ihres Arbeitsplatzes beiträgt. Dadurch, dass die Stadt durch den Streik in keinsterweise finanziell geschädigt (im Gegenteil, man hat ja Einnahmen ohne Ausgaben!) wird sich der Streit noch länger hinziehen.

Die Erzieherinnen und Erzieher der städt. Einrichtungen leisten tolle und wichtige Arbeit - bitte honorieren Sie dies auch entsprechend. Und helfen Sie den armen betroffenen Eltern, auch wenn der finanzielle Druck bei der Stadt München nicht gegeben ist!

Mit freundlichen Grüssen

Angela Engelhardt

+7

Die Abstimmung ist geschlossen, da der Beitrag bereits archiviert wurde.