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Beantwortet
Autor Sven Lieberwirth am 15. Oktober 2012
7123 Leser · 138 Stimmen (-5 / +133) · 7 Kommentare

Umwelt und Gesundheit

Starker Heckenrückschnitt - Baumfrevel?

Sehr geehrter Herr Ude,

in einem Anwesen in der Hofangerstrasse wurde vor 2 Tagen die Hecke dermaßen stark zurückgeschnitten, dass man befürchten muss, der Winter setzt den Pflanzen so stark zu, dass sie in Folge eingehen oder zumindest krank werden. Außerdem befanden sich in der Hecke mehrere Nester, u.a. Amseln, Meisen, Sperlinge, Buchfinken. Sie diente also hervorragend als Vogelschutz, der nun weg ist. Ich meine dies kommt dem Baumfrevel schon recht nah, und sollte in einer Großstadt, in der Natur zu den Luxusgütern gehört, nicht vorkommen.
Was meinen Sie dazu. Ich würde mich über eine baldige Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Sven Lieberwirth

+128

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Antwort
von Christian Ude am 16. Januar 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Lieberwirth,



in Ihrer Anfrage thematisieren Sie einen starken Heckenschnitt in der Hof- angerstraße. Da Sie kein konkretes Grundstück benennen, konnte dies vor Ort von einem Mitarbeiter des Referates für Stadtplanung und Bauordnung - Untere Naturschutzbehörde nicht überprüft werden.

Sicherlich haben Sie grundsätzlich Recht, dass durch zu starke Schnittmaß- nahmen Gehölze geschädigt werden können. Es kommt dabei aber auf viele Umstände an, die es dabei zu berücksichtigen gilt, wie z. B. Art und Gesund- heitszustand des Gehölzes sowie Umfang der Maßnahmen.

In der Regel regenerieren sich Laubhecken relativ schnell, Nadelholzhecken schließen Lücken bei starken Schnitte jedoch kaum wieder. Frost kann den Gehölzen bei Schnittmaßnahmen im Oktober erfahrungsgemäß wenig Schaden zufügen. Die von Ihnen angesprochenen Vogelarten bebrüten in der Regel gebaute Nester nur einmal. Auch verstößt der von Ihnen genannte Heckenschnitt im Oktober nicht gegen die Verbote des Allgemeinen Arten- schutzes nach § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz, da dies im Zeitraum von 1.10. bis 28.02. unproblematisch ist.



Sollte es sich bei der Hecke um ausgewachsene Gehölze mit relativ großen Stammumfängen gehandelt haben, können Sie sich gerne an das Referat für Stadtplanung und Bauordnung - Untere Naturschutzbehörde (plan.ha4-naturschutz@muenchen.de) wenden, damit ein möglicher Verstoß gegen die Baumschutzverordnung geprüft werden kann.



Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (7)Schließen

  1. Autor Sabine Kiermaier
    am 20. Oktober 2012
    1.

    Sehr geehrter Herr Lieberwirth,
    es freut mich, dass Sie diesen Kommentar schreiben! Auch ich habe den Eindruck, dass die Stadt für die Pflege ihrer Grünanlagen häufig schlecht oder nicht ausgebildetes Personal einsetzt. Die Zuschnitte werden dann entsprechend radikal und unfachmännisch ohne Rücksicht auf Pflanzen und Tiere durchgeführt. Und Grün ist in dieser Stadt wirklich Luxus geworden! Mit freundlichen Grüßen, Sabine Kiermaier

  2. Autor Herta Urban
    am 20. Oktober 2012
    2.

    Sehr geehrter Herr Lieberwirth,
    genau das, was Sie hier so anschaulich beschreiben, ist auch in der Grünanlage Ecke Agnes-Bernauer-Straße/Fürstenriederstraße vor den Wohnblöcken geschehen. Alle Passanten regen sich darüber auf.
    München ist auf dem besten Weg zu einer Stadt, in der Natur zu den Luxusgütern gehört. Ich engagiere mich für den Baumschutz und erhalte Nachricht von besorgten Bürgern, wie " ...ist ein Grundstück verkauft worden, das ein grünes Paradies darstellt: hohe Tannen, viele andere Bäume, viel Grün, ein richtiges Biotop. Für den Bau wird das alles zerstört, und keiner kann und darf was dagegen tun. Das ist recht traurig. So werden in unserem Viertel nach und nach alle alten Häuser abgerissen und alle schönen Gärten zerstört, man fühlt sich machtlos...".
    Sie können sich auch an Organisationen wenden, wie Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz oder Bündnis Gartenstadt.
    Engagierte Bürger kämpfen hier für eine lebenswerte Stadt, die nicht nur aus Betonklötzen in Einheits-Flachdach-Architektur besteht.
    Mit baum-freundlichen Grüßen
    H. Urban

  3. Autor Lothar Volz
    am 24. Oktober 2012
    3.

    Ich war vor kurzem bei Bekannten, die in Berg-Am-Laim wohnen. Bei denen ist auch direkt vor der Haustüre und auch hinterm Haus am Balkoin radikal alles niedergemacht worden. Hecken, Efeu und sogar Blumenbeete sind bis auf den Grund abgesäbelt worden. Meine Bekannte wohnen in einem Haus, das der GEWOG gehört.
    Die "Handwerker" haben angeblich nur nach Anweisung gearbeitet!
    Verstehe ich nicht, wer so etwas macht oder will!

  4. Autor Elmar Oblinger
    am 31. Oktober 2012
    4.

    Liebe Leute,

    Wenn ich hier die Kommentare so lese, dann weiß ich dass ich in "der Stadt" angekommen bin. Und ich meine dies nicht gerade positiv.

    Ich selbst wohne in München, bin aber aufm Land aufgewachsen. Ich bin ein großer Freund der Natur, verbringe viel Zeit in der Natur und freue mich über jedes Stückchen Grün.

    Ich bin so erzogen worden, dass man Wildlandschaften schützt und Kulturlandschaften pflegt. Das bedeutet, man pflanzt Bäume und man sägt sie auch wieder um, wenn sie z.B. zu groß werden. Man pflanzt eine Hecke und wenn mir einfällt, dass da jetzt eine Garage hin soll, dann mache ich die Hecke weg und pflanze an neuer Stelle wieder ein Hecke an. Das ist ein System funktioniert seit langem perfekt! In München würde ich für so ein grundnormales Verhalten eine Anzeige bekommen!

    Hecken kommen und Hecken gehen. Und gescheit gestutz werde muss so eine Hecke auch mal. Ich frag mich ob hier irgendjemand Ahnung vom Baumschnitt hat?

    Die Vögel werden auch nach uns Menschheit noch hier sein, da machen sie sich mal keine Sorgen.
    Mit Natur hat eine Hecke, die in einem kargen Stadtviertel steht doch eh nichts mehr zu tun. Und die Vögel die darin leben, sind doch im Prinzip kultiviert und fressen zum Teil Küchenabfälle. Das ist nicht Natur. Das ist im vielleicht Schmuck, der unser Gewissen beruhigen und uns Natur vorgaukeln soll.

    Liebe Stadtleute, die Ihr von Natur sehr wenig Ahnung habt: Hört auf, Euch über einen gefällten Baum aufzuregen. Wenn Ihr Natur wollt, dann zieht aufs Land, und zwar nicht nach Mammendorf, oder Vaterstetten, sondern auf das richtige Land. Da gibts "Natur pur". Ach so, da gibts keine S-Bahn und keine Kulturprogramm, son Mist...

    Aufm Land ist nicht nur die Natur schöner, die Leute sind im Schnitt auch "normaler".

    Elmar Oblinger

  5. Autor Elmar Oblinger
    Kommentar zu Kommentar 3 am 31. Oktober 2012
    5.

    Herr Volz,

    kennen Sie den Unterschied zwischen Kulturlandschaft und Wildlandschaft?

    Grüße
    Elmar Oblinger

  6. Autor Maria Käser
    am 03. November 2012
    6.

    Werter Herr Oblinger; irgendwie kann ich Ihre Argumentation nicht so ganz nach vollziehen. Nur weil Mensch in der Stadt wohnt, deshalb braucht er kein Grün? Oder wie muß man Ihren Beitrag verstehen? Natürlich müssen Hecken und Bäume geschnitten werden, aber doch von Jemanden der das Handwerk versteht. Und nichts anderes wurde von den Vorschreibern moniert, nämlich daß man durchaus oft von unfachmännischem Hecken- und Baumschnitt reden muß! Und auch in einer Stadt muß man nicht wahl- und planlos Bäume fällen, es sei denn sie sind krank oder eine Gefahr. Ich weiß nicht, ob Städter unnormaler sind, als Landmenschen. Auf jeden Fall finde ich es normal, daß man versucht, alles zu schützen und zu erhalten, was die Lebensqualität erhöht und was leider auch immer weniger wird.

  7. Autor Lothar Volz
    am 13. November 2012
    7.

    Hallo Herr Oblinger!

    Ich wohne auf dem Land!
    -
    Bei mir haben allein meine zwei Hunde ein eingezäuntes Revier von mehr als 3000 Quadratmeter! Das Grundstück besteht aus Wald, Wiese und Fels-Landschaft. Ich würde gar nicht fertig werden, wenn ich dort regelmäßig in dieser "Wildlandschaft" abholzen müsste.
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    Es geht doch hier um was ganz Anderes! Von den Bekannten aus Berg-am-Laim wurden Blumenbeete abgesäbelt, die sie sich selbst angelegt hatten! Sie zahlen hier in München Miete, legen sich im Garten Blumenbeete an, kaufen und pflanzen Sträucher und Hecken und dann wird ohne vorher was nachzufragen einfach abgeholz und umgemäht. In München hat rein statistisch gesehen jeder Bürger nicht einmal einen einzigen Quadratmeter Grünfläche vor der Haustüre zur täglichen Verfügung. Die Mieten sind in München gigantisch hoch, aber die Menschen dürfen sich nicht einmal ein Blumenbeet halten, nur weil sie nicht die Eigentümer dieser Grundstücke sind. Diese Blumenbeete und Sträucher waren sehr gepflegt und ordentlich!
    -
    Da erübrigt sich ihre Frage, ob ich den Unterschied zwischen Kulturlandschaft und Wildlandschaft kenne!

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