Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Johannes Bauer am 08. Juli 2013
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Gesellschaft und Soziales

Starke Zunahme von Vandalismus im Münchner Westen

Sehr geehrter Herr Ude,

in den letzten Wochen habe ich besonders im Zentrum von Pasing einen massiven Anstieg des Vandalismus durch Graffiti festgestellt.
Nach etwas Recherche und einen Blick in die Umgebung habe ich dabei festgestellt, dass die nahezu flächendeckende Besprühung (in Abständen von 20-50m) im gesamten Münchner Westen auf zwei kleine Ultragruppierung des FCB und TSV 1860 zurückzuführen ist (mit den Kürzeln 'MS' bzw. 'TSV'/'CN'/'GB'/'1860' etc.).
Obgleich das Vorgehen 100% vorhersehbar ist (stets besprüht zunächst eine der zwei Gruppierungen massenhaft Gebäude, danach folgt die zweite Gruppierung und sprüht diese mit ihrem eigenen Kürzel über), scheint in keinster Weise dagegen vorgegangen zu werden. Mittlerweile sieht es gerade im Pasinger Zentrum aus wie im Ghetto - was sehr schade ist, da dieses ja gerade erst sehr aufwändig neugestaltet wird.
Wird dieser Verfall gesamter Stadtgebiete tatsächlich billigend in Kauf genommen (und wenn ja warum?) und falls nicht, was wird hier konkret übernommen und warum wird nicht entsprechend durchgegriffen?

Ich freue mich über Ihre Antwort und verbleibe mit

freundlichen Grüßen
Johannes Bauer

P.S.: Heute habe ich zudem noch festgestellt, dass obige Gruppierungen selbst in der U-Bahn-Station Marienplatz ihr Unwesen treiben und das im kameraüberwachten Bereich (Ausstieg U6 Fahrtrichtung Hadern, Spiegel auf dem Weg Richtung S-Bahn direkt nach dem Aussteigen). Selbst Tourismusattraktionen wie der Monopteros sehen z.T. aus wie eine Müllhalde und werden beschmiert.
P.S.S.: Ein Modell für ein Vorgehen dagegen ist wohl New York. Hierzu s. 'Broken-Windows-Theory' und 'Nulltoleranzstrategie'.

+221

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Antwort
von Christian Ude am 24. Oktober 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Bauer,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre Beteiligung an der Internet-Plattform „direktzuUde“.

Ihre E-Mail vom 08. Juli 2013, in der Sie eine starke Zunahme von Vandalismus im Münchner Westen beklagen, berührt im Wesentlichen die Zuständigkeit der Polizei, die wir daher um Stellungnahme gebeten haben. Das Polizeipräsidium führt dazu Folgendes aus:

„Die dargestellte Situation in Pasing, insbesondere um den Pasinger Marien- platz, ist dem Polizeipräsidium München bekannt. Vor allem im Mai und Juni 2013 kam es zu zahlreichen Schmierereien an Hausfassaden, Schaltkästen und anderen Objekten. Verantwortlich für die Sachbeschädigungen sind offensichtlich Personen, die der Fußballszene zugeordnet werden müssen.

Trotz verstärkter Kontrollen durch die zuständige Polizeiinspektion 45 - Pasing sowie umfangreicher Ermittlungen der sachbearbeitenden Fachkommissariate hat sich bislang kein konkreter Tatverdacht ergeben.

Neben der Gewährleistung des hohen polizeilichen Kontroll- und Verfolgungsdrucks wird eine möglichst zeitnahe Beseitigung von Graffiti als zielführend erachtet. Die Beseitigung der Schmierschriften obliegt jedoch in erster Linie den Handlungsverantwortlichen bzw. soweit diese nicht bekannt sind, den Zustandsverantwortlichen. Die Beseitigung bzw., Unkenntlich- machung durch die Polizei erfolgt nur, wenn dies aufgrund gebotener Dringlichkeit erforderlich ist. Dies gilt insbesondere für Schmierschriften an publikumswirksamen Örtlichkeiten, die z.B. Tatbestände der Volksverhetzung oder des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisation darstellen.

Grundsätzlich darf darauf hingewiesen werden, dass die Bekämpfung von Sachbeschädigungen in Form von Graffiti innerhalb des Polizeipräsidiums München einen hohen Stellenwert besitzt. Aus diesem Grund wurde bereits im Jahr 2000 eine gemeinsame Ermittlungseinheit des Polizeipräsidiums München und der Bundespolizei ins Leben gerufen, die die Bezeichnung „Koordinierungsgruppe Graffiti - München (KoGra-M)“ führt.“

Nach Kenntnis des Kreisverwaltungsreferates wurden die in Ihrer Anfrage geschilderten Graffitis zum größten Teil, wie von der Polizei als zielführend erachtet, beseitigt. Zu erneuten Schmierereien kam es bisher nicht mehr.

Wie Sie sehen, werden seitens der verschiedenen Polizeidienststellen erhebliche Anstrengungen zur Eindämmung des Vandalismus durch Graffiti-Schmierereien unternommen. Von Untätigkeit oder in Kauf nehmen der Verunstaltungen und Schäden kann somit nicht gesprochen werden.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (6)Schließen

  1. Autor Michael Köhler
    am 12. August 2013
    1.

    Hallo Herr Bauer,
    an den Isar Ufern wird es inzwischen auch etwas schwieriger aus was den Vandalismus oder schlicht die INGNORANZ betrifft. Aber unsere Gesellschaft lässt das ja gerade zu und unterstützt diese Kameraden auch noch! ES wird Zeit das wir "NORMALOS" auch mal wehren ! Ich will und kann nicht akeptieren das ich von Minderheiten derart eingeschränkt und womöglich auch noch in Angst leben muss. Wenn die Gestalten Ihnen eine reinhauen und Sie wehren sich brauche Sie ganz sicher anschließend einen Anwalt..dem Kollegen hilft der Staat , also Sie und ich, weil dieser nichst hat..Ich muss also auch noch die zweite Wange hinhalten..ja so ist das im Ernstfall wenn es dumm läuft. Um so mehr schätze ich Menschen wie Sie, die die Hoffnung einfach nicht aufgeben. Vielleicht ändert sich ja doch mal etwas..

  2. Autor Erich Kirchmayer
    Kommentar zu Kommentar 1 am 14. August 2013
    2.

    leider überlässt die Stadt das Ganze dem Steuerzahler. Der "darf" dann die Reinigungskolonnen an der Isar bezahlen, Grafitti-Entfernung zumindest an öff. Gebäuden usw.

    Sinnvoller wäre mehr Überwachung und vorallem entsprechende Strafen. DIE würden dann nämlich nur die Verursacher bezahlen.

    Was da wohl die besere Lösung ist??

  3. Autor Erhard Jakob
    am 23. August 2013
    3.

    Vandalismus
    .
    und das *Grafitti-Unwesen* ist doch nicht nur ein Problem
    in München (West) sondern in jeder Stadt Deutschlands!
    .
    Sprayer, die erwischt werden, werden aus meiner Sicht
    viel zu gering bestraft. Obwohl die Gesetze eine
    höhere Bestrafung zulassen. Insbesondere was
    die finanzielle Wiedergutmachung betrifft.
    .
    Leider schauen hierbei viel zu viele Bürger weg
    bzw. nicht hin. Eine gute Organisation, könnte
    mit kostenlosen >nächtlichen< stundenwei-
    sen aus den Fenster schauen, sicher
    sehr viel Gutes bewirken.
    .
    Wenn solche Vandalen gesichtet werden, könnte
    man sofort die Polizei informieren und somit
    den Aufklärungsstand dieser Straftaten
    wesentlich verbessern.
    .
    Bitte schaut in diesem Zusammenhang auch auf meine
    Beiträge bei *DirektzurKanzlerin* & *DirektzumKardinal*
    und stimmt mit ab.
    .
    Viele Grüße von Pulsnitz
    nach München euer
    Erhard

  4. Autor Erhard Jakob
    am 01. September 2013
    4.

    Am 24.8.13 wurde in Dresden die *Waldschlößchen-Brücke* ein-
    geweiht. Eine sehr schöne Brücke, welche sich aus meiner
    Sicht wunderbar wunderbar in die Gegend einfügt.
    .
    Viele sehen das so. Natürlich
    gibt es auch die anderen.

    .
    Sei es wie es sei - auf jeden Fall waren auch hier schon
    wieder die ersten Graffti-Sprayer am Werk und
    haben das schöne Brück verschandelt.
    .
    Ich will damit nur sagen, dass dieser Vandalismus
    nicht nur in München eine große Rolle spielt.

  5. Autor Maria Käser
    am 02. September 2013
    5.

    Werter Herr Jakob,
    das ist ja richtig, dass Graffitis und anderer Vandalismus in allen Städten dieser Welt ein Problem ist. Aber wenn sich ein verärgerter Münchner Bürger wg. Graffitischmierereien an den Münchner OB wendet, dann ist das schon gut so, auch wenn sich dadurch vermutlich nicht viel ändern wird!

  6. Autor Erhard Jakob
    am 05. September 2013
    6.

    Maria,
    das sehe ich genauso, wie Sie.
    Beim OB beschweren ist das Eine und selber die Augen aufmachen
    und diesbezüglich Beobachtungen der Ordnungsamt bzw.
    der Polizei melden ist das Andere.

    Oft werden diese Straftaten nicht aufgeklärt, welche manche
    Bürger das zwar beobachten aber nicht sofort anzeigen.

    Auch werden angezeigte und aufgeklärte Schmierereien
    oft zu wenige geahndet. Besonders, was die wieder
    Gutmachung betrifft.

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