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Autor Florian Ebnet am 26. Juli 2012
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Umwelt und Gesundheit

Standortlisten der Wertstoffinseln hoffnungslos veraltet

Sehr geehrter Herr Ude,

im Januar diesen Jahres habe ich den Abfallwirtschaftsbetrieb München per E-Mail darauf hingewiesen, dass die auf der AWM-Website aufgelisteten Standorte der Wertstoffinseln teils gravierende Fehler enthalten. In einem Antwortschreiben wurde eine Korrektur der Listen versprochen. Nachdem sich bis Mitte Mai nichts getan hatte, erkundigte ich mich nach dem Stand der Dinge und erhielt wiederum das Versprechen, die aktuellen Listen würden veröffentlicht. Nun sind wieder zwei Monate ins Land gezogen - ergebnislos.

Die Listen weisen z. T. "vorübergehende" Änderungen aufgrund von Baustellen aus - bis zurück ins Jahr 2009! Manche Standorte existieren nach Auskunft von Remondis, dem beauftragten Dienstleister, schon lange nicht mehr oder wurden verlegt, manche Einträge sind bestenfalls ein Fall für Hellseher (exemplarisch aus der Liste für den Bezirk 22: "Bergsonstraße (Zufahrt Kanal-Station)"). Selbst als Ortskundiger bin ich mit solchen Angaben aufgeschmissen; Wie neu hinzugezogene Bürger sich da zurecht finden sollen, ist mir ein Rätsel.

Seit geraumer Zeit läuft eine Initiative[1] mit dem Ziel, alle Münchner Wertstoffinseln in OpenStreetMap zu erfassen, um das Auffinden dieser nun doch nicht unwichtigen Einrichtungen zu erleichtern. Als Grundlage wurden ebenjene Listen des AWM herangezogen; im Zuge der Erfassung der Standorte kamen dann die beschriebenen Fehler und Unzulänglichkeiten zutage. Ohne aktuelle und verlässliche Informationen seitens des Betreibers ist es aber kaum möglich, diese Daten zu pflegen.

In den Schreiben des AWM wurde immer wieder der mangelnde Informationsfluß seitens der privaten Entsorgungsunternehmen als (Mit-) Grund für den desolaten Zustand der Listen geltend gemacht.

Und deshalb wende ich mit meiner Bitte an Sie: Wäre es im Rahmen der Open Data-Initiative der Stadt München möglich, hier einen sinnvollen Prozess zwischen dem AWM und seinen Dienstleistern zu etablieren, um die Standorte (als Adresse und idealerweise auch als Koordinate) und die Eigenschaften (Öffnungs- bzw. Benutzungszeiten, angenommene Abfälle) von Wertstoffinseln und Wertstoffhöfen in einem regelmäßig aktualisierten Verzeichnis zur Verfügung zu stellen?

Zum Einen hätten die Münchner Bürgerinnen und Bürger dann endlich verlässliche Informationen über die Standorte, zum Anderen könnten diese Daten von Unternehmen und von Projekten wie eben OpenStreetMap genutzt werden, die ja wiederum selbst den Bürgern zugute kommen. Bspw. wäre eine Einbettung von Anfahrtskarten auf Basis von OSM in die Listen denkbar.

Nachdem Remondis und Wittmann für ihre Routenplanung ohnehin alle Daten aktuell vorhalten müssen, sollte der Aufwand zur Veröffentlichung überschaubar und im Wesentlichen organisatorischer, nicht technischer Natur sein.

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Florian Ebnet

[1] https://wiki.openstreetmap.org/wiki/München/Wertstoffinseln

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  1. Autor Florian Ebnet
    am 31. Juli 2012
    1.

    Nachdem ich "offline" darauf angesprochen wurde: Natürlich ist es langfristig wünschenswert, möglichst alle für die Bürgerschaft relevanten städtischen Daten frei und offen zur Verfügung zu stellen. Allerdings

    a) geht das nicht von heute auf morgen, deshalb halte ich es für sinnvoll, mit solchen Daten anzufangen, die einen konkreten Mißstand beheben können, wie in diesem Fall, und erst dann die "nice to have"-Daten anzugehen, und

    b) dient ein Fall wie dieser sehr anschaulich dazu, auch den betroffenen Behörden, denen dadurch ja zunächst einmal zusätzliche Arbeit entsteht, die Nützlichkeit solcher Daten zu demonstrieren und zu zeigen, dass davon nicht nur - platt ausgedrückt - eine Handvoll Nerds profitiert, sondern dass die freie Verfügbarkeit dieser Daten der Münchner Bevölkerung insgesamt zugute kommen und umgekehrt sogar, etwa durch Dienste, die dazu Rückmeldungen von Bürgern sammeln, wiederum die Arbeit der Behörden erleichtern können.

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