Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Frank Roedel am 23. Januar 2012
8365 Leser · 227 Stimmen (-35 / +192) · 2 Kommentare

Planen und Bauen

Staatsstrasse 2063neu: Ein katastrophaler Rückschlag für die Pasinger

Sehr geehrter Hr. Oberbürgermeister Ude,

die Nachbargemeinde Gräfelfing vertreten durch den Bürgermeister Göbel plant in Kürze das Planfeststellungsverfahren für die Staatsstrasse 2063neu. Diese Straße schließt vom Pasinger Marienplatz kommend die Verbindung zur A96 dar und führt dann durch Gräfelfing zu den angrenzenden Würmtalgemeinden Martinsried und Planegg. Künftig soll die neue Trassenführung, welche teilweise
4-Spurig ausfallen wird, Äcker durchschneiden, einen Bannwald streifen (Lochhamer Schlag) und eine Siedlung (Heitmeiersiedlung) in eine von 4 Seiten umbaute Verkehrsinsel verwandeln.

Das alles ist schon unerfreulich genug. Darüber hinaus ist aber auch zu erwarten, dass der zusätzlich entstehende Verkehr die geplante Verkehrsberuhigung am Pasinger Marienplatz durch die Staatsstraße 2063neu konterkarieren wird.
Die Gutachten die als Grundlage für das Feststellungsverfahren dienen, können unter dem link

http://www.graefelfing.de/ortsumfahrung-graefelfing.html

eingesehen werden. Wir halten ein Großteil der gezeigten Gutachten für sehr gefällig, um es freundlich auszudrücken. Jedenfalls bleiben berechtigte Zweifel, ob die Bewertungen einer wirklich unabhängigen Betrachtung stand halten würden.

Wir sind eine immer größer werdende Interessengemeinschaft von Pasinger Bürgern, die diesem Vorhaben nicht tatenlos zusehen wollen. Bei diesem Projekt gibt es weit mehr Verlierer als Gewinner.
Die Oberste Baubehörde im Staatsministerium des Innern hat in einem Dossier das Umweltrisiko für die OU Gräfelfing mit -5 (Höchstwert -6) als hoch angegeben.
So sind die Gemeinden Martinsried und Planegg entschieden gegen die Staatsstraße2063neu. Auch der Bezirksausschuss Pasing / Obermenzing ist unserer Erkenntnis nach mehrheitlich gegen die Pläne des Hr. Göbel.

Hier nun unsere Fragen:
Wie stehen Sie als Oberbürgermeister und die zuständige Stadtverwaltung zu dieser Planung der Staatsstrasse 2063neu?
Wenn Sie zu einer skeptischen Einschätzung gelangen sollten: Gibt es Möglichkeiten, dass die zuständigen Referate der Stadt die planerischen und ggf. auch die juristischen Aspekte überprüfen und ggf. Einwände zum Planungsfeststellungs- verfahren erhebt und somit uns als Initiative direkt oder indirekt unterstützt?

Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Roedel
Initiative gegen Staatsstrasse2063neu

+157

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Antwort
von Christian Ude am 28. März 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Roedel,

die Landeshauptstadt München verfolgt die Planungen der Gemeinde Gräfelfing zur Staatsstraße 2063 neu schon seit längerem sehr aufmerksam. Dabei haben die betroffenen Stadtbezirke ebenso wie der Stadtrat schon seit Jahren Kritik an dem den Landschaftsraum querenden geplanten „Nordast“ geäußert. Ich sehe es deshalb als großen Fortschritt an, dass diese Kritik wie auch die von Münchner Bürgerinnen und Bürgern und Gräfelfinger Initiativen geäußerten Bedenken nun zu einer Überprüfung der Planungen seitens der Gemeinde geführt haben.

Unter dem von Ihnen zitierten Link finden Sie nun aktuelleren Datums vor allem Planungsvarianten, die diesen „Nordast“ mit seinen Auswirkungen auf Naturraum und Wohngebiete zu vermeiden suchen. Dies werte ich als Erfolg für unser gemeinsames Anliegen, verkehrliche Lösungen unter Würdigung aller Aspekte, sorgfältiger Abwägung der Auswirkungen sowie mit Augenmaß für die unmittelbar Betroffenen zu entwickeln.

Sobald die Gemeinde Gräfelfing eine Vorzugsvariante ohne Nordast als Alternative herausgearbeitet hat, werden die zuständigen Referate der Landeshauptstadt München diese planerisch überprüfen und im Vorlauf zum Planfeststellungsverfahren dem Stadtrat in öffentlicher Sitzung eine Bewertung vorlegen.

Sollte die Gemeinde Gräfelfing wider Erwarten an den bisherigen Planungen festhalten, gehe ich davon aus, dass sich die Landeshauptstadt München in Absprache mit den betroffenen Bezirksausschüssen entsprechend positionieren wird.

Mit freundlichen Grüßen


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  1. Autor Maria Käser
    am 23. Januar 2012
    1.

    Sehr geehrter Herr Roedel,
    ich persönlich wünsche Ihen viel Erfolg und Unterstützung durch Hr. ude. Habe aber große Zweifel, daß Sie mit dieser rechnen können. In einer Rede vor Wirtschaftsbossen, letzte Woche warb Hr. ude, sich für den Bau der 3. Bahn einzusetzen, damit von diesen Herren ein psychologisches Signal ausgehe, daß sich nicht gegen jedes neue Infrastrukturprojekt der Bürger-Protest regt. Na ja, bei dieser Einstellung werden wir wohl weiterhin mit Straßenbau und mehr Verkehr zu Land und in der Luft rechnen können.
    Trotzdem gutes Gelingen und nicht aufgeben,
    K. Kneißl

  2. Autor Thomas Kiemle
    am 28. Januar 2012
    2.

    Wenn man die Gutachten und Präsentationen liest, ist in keiner die Belange der Münchner Betroffenen erwähnt. Dies ist beispielhaft für die Rücksichtslosigkeit, mit der hier vorgegangen wird. Ich vermute, hier geht es primär um die Interesen einiger Weniger, die lukrative Grundstücke an der Pasinger Strasse in Gräfelfing haben.

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