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Autor Helene Ludewig am 10. Juni 2009
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Gesellschaft und Soziales

Sparmaßnahmen in den Kinderkrippen

Sehr geehrter Herr Ude,

heute informierte der Elternbeirat vor unserer Kinderkrippe in der Violenstraße über die Pläne der Stadt, bei der Kinderbetreuung in den Städtischen Kinderkrippen zu sparen.

Dies ist meines Erachtens kein verantwortliches Handeln und mit einer qualitativ guten Kinderbetreuung nicht zu vereinbaren.

Insbesondere die Ablösung von Köchinnen und Köchen vor Ort durch angeliefertes Essen ist ein schier grauenvolles Szenario. Gerade die frische Bio-Küche war für uns ein Argument, unser Kind in die städtische Krippe zu geben (nachdem wir aufgrund einer Anmeldung schon ein halbes Jahr vor Geburt überhaupt das Glück hatten, einen solchen Platz angeboten zu bekommen). Dies bietet keine private Einrichtung. Es ist ein echtes Qualitätsmerkmal, das auch Standards setzt.

Abgesehen davon, dass ich davon überzeugt bin, dass das Essen bei Anlieferung an Frische, Gesundheit und Abwechslung verliert, können die Kinder in der Küche die Zubereitung lernen und es kann Rücksicht auf bestimme Allergien etc. genommen werden.
Auch die Verschlechterung des Betreuungsschlüssels und der Einsatz von stadtweiten Springern statt den Kindern bekannten Rollierkräften ist eine deutliche Verschlechterung der bisher guten Standards, die bei allem Sparzwang kaum zu rechtfertigen ist.

Wenn tatsächlich so wenig Geld da ist, dass die Standards bei der Betreuung unserer Kleinsten nicht gehalten werden können wäre es mir als Mutter lieber, der Beitrag würde erhöht als die Betreuung verschlechtert. Damit bin ich sicherlich nicht alleine.

Bitte teilen Sie mir mit, ob die Stadt München tatsächlich konkret die vom Elternbeirat gefürchteten Sparmaßnahmen plant und wann diese umgesetzt werden sollen. Ich bitte Sie und die SPD-Fraktion im Stadtrat, sich ggf. dagegen einzusetzen. Auch eine - sehr wünschenswerte - Erhöhung der Krippenplätze in München darf nicht zulasten der Qualität der Betreuung der Kinder gehen.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, noch mehr über die Mitteilung, dass die genannten Sparmaßnahmen nicht durchgeführt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Helene Ludewig

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