Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Alex Pfeffer am 31. Januar 2013
26521 Leser · 3747 Stimmen (-33 / +3714) · 7 Kommentare

Freizeit und Sport

Skatehalle für München

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

wir würden Ihnen gerne eine Frage stellen.

Vor einigen Jahren wurde die Münchner Skateboardszene ihrer allerletzten Möglichkeit beraubt sich zusammenzufinden um gemeinsam ihrer Leidenschaft nachzugehen, dem Georg-Freundorfer-Platz an der Schwahntalerhöhe.

Skateparks wie der Hirschgarten oder der Park in der Hansastr. (neben dem Feierwerk) sind häufig überfüllt und zudem nicht von jedem nutzbar, da sich auch in diesem Sport Differenzen im Fahrkönnen ergeben oder auch verschiedene Anforderungen unterschiedlich bevorzugt werden.

Aktuell sind wir daher gezwungen auf andere Plätze auszuweichen, geraten dabei aber häufig in Konflikt mit Ordnungshütern oder Anwohnern.

Aufgrund des steten Wachstums unserer Szene im Münchner Umland und in der Statd selbst ,ist der Bedarf einer Skatehalle so groß wie nie zuvor. Wäre eine Realisierung eines derartigen Projektes möglich?

Wir würden uns sehr gerne zur Verfügung stellen um Sie bei der Planung zu unterstützten, sowie Sponsoren für dieses Projekt zu gewinnen. Wir wären über eine Antwort sehr erfreut.

Mit freundlichen Grüßen,
im Namen aller Rollbrettfahrer Münchens

+3681

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Antwort
von Christian Ude am 10. Oktober 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Pfeffer,
liebe Skateboarder in München,

bereits im Rahmen des Projektes „Sportstadt München 2000“ erkannte die Stadt München die hervorragenden Chancen von Trendsport für die Kinder- und Jugendförderung, die soziale Integration, die effektive Nutzung der öffentlichen Räume und die wirtschaftliche Entwicklung in einer Großstadt. Die Ergebnisse und die Empfehlungen der Projektgruppe zeigten schon damals, was sich heute bestätigt: Die Bedeutung von Trendsportarten wächst stetig, weil sie in besonderem Maße Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen sind. Folgerichtig befürwortet die Landeshauptstadt München die Förderung des Trendsports.

Betrachtet man die Gruppe der „Skater und Biker“ genauer, wird die positive Entwicklung und das Potential dieser Sportarten deutlich. Aktuell kann man davon ausgehen, dass in München etwa 9.000 Skateboarder und 5.000 BMX- und Mountainbikefahrer sportlich aktiv sind. In den Sommermonaten stellt die Landeshauptstadt München diesen Sportlern ein dichtes Netz von etwa 40 Outdoor-Anlagen zur Verfügung und bietet damit den Skateboardern und Bikern ideale Bedingungen. An Tagen mit Niederschlag, Frost und Schnee haben die Sportler jedoch keine Möglichkeit ihren Sport wetterunabhängig in einer Halle auszuüben. Hier gilt es, Lösungen zu erarbeiten und die Wünsche der Sportler in der kommunalen Sportförderung und in der Sportstätten- entwicklungsplanung zu berücksichtigen.

Aus diesem Grund habe ich die Verwaltung beauftragt, die Möglichkeiten für eine Skate- und Bikehalle in München zu prüfen, ein Konzept zu entwickeln und das Ergebnis dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (7)Schließen

  1. Autor Matthias Flurschütz
    am 31. Januar 2013
    1.

    vorallem der Winter macht der Münchner Skateboardszene zu schaffen, da es in dieser Zeit keine Ausweichmöglichkeiten gibt...

  2. Autor Simon Reichel
    am 31. Januar 2013
    2.

    Um einem Gegenargument von Ihrer Seite vorwegzugreifen, sehr geehrter Herr Ude: Auch hunderte frisch gebaute Skateparks für Millionen von Euros werden nie eine Skatehalle ersetzen. Eine Skatehalle bringt nämlich, neben unzähligen anderen Aspekten, zwei hauptsächliche Vorteile mit sich, die ein Freiluft-Skatepark nie leisten kann:

    1. Der augenscheinlichste Vorteil ist die Unabhängigkeit vom Wetter. Im Winter und an Regentagen sind Skateboarder zum Nichtstun verdammt oder flüchten sich in überdachte U-Bahn-Passagen, Tiefgaragen, etc. Dort ergibt sich für beide Seiten, Skateboarder und Passanten / Inhaber, eine wenig vorteilhafte Situation. Für Skateboarder erhöht sich das Unfallsrisiko (Autos in Tiefgaragen, etc.), ebenso fühlen sich Passanten oft durch Skateboarder in Gefahr gebracht. Eine Skatehalle würde dieses Problem nachhaltig lösen.

    2. Kein Freiluft-Skatepark kann je zu einer solchen sozialen Anlaufstelle werden wie eine Skatehalle. Jugendliche finden hier Ansprechpartner, Zeitvertreib und können sich in natürlich gewachsenen, sozialen Strukturen entfalten. Ein Skatehallen-Projekt wirkt damit aktuellen Entwicklungen im Jugendsektor entgegen, die immer mehr von Verwahrlosung und falscher Wertorientierung geprägt sind. Mit einer Skatehalle leistet die Stadt also nicht nur einen Beitrag zur Freizeitbetätigung der Skateboarder sondern fördert und ermöglicht aktiv Jugendarbeit.

    Diesen Sommer kommt mit dem X-Games der renommierteste internationale Skateboard-Wettkampfzirkus nach München. Dass die sonst so moderne Weltstadt München in puncto Skatehalle dermaßen hinter anderen Städten, sogar kleinen Trabantenstädten (z.B. Freising), zurück bleibt, wird am öffentlichen Auge, das sich mit den X-Games auf die Stadt richtet, nicht vorübergehen. Skateboarden bitte ja, wenn erträgliche Mega-Events locken, aber nachhaltige Förderung der Jugend mit einer Skatehalle, nein danke. Sieht so wirklich eine sozialdemokratische Politik aus?

  3. Autor Moritz Kiste
    am 31. Januar 2013
    3.

    Eine Halle ist wirklich notwendig, aber wenn man das Projekt angeht, sollte man gleich alles unter eine Kappe bringen. Also einfach mal als Skateboard-, BMX-, Dirtbike-, und Inlineszene an einem Strang ziehen! So kann man eine größere Halle mit höheren Einnahmen und besserem Park erreichen.

  4. Autor Moritz Kiste
    am 01. Februar 2013
    4.

    Uns freut es sehr, dass die Stadt München in letzter Zeit vermehrt Skate- und Bikeparks in München fördert und so der stetig steigenden Nachfrage dieser Freizeiteinrichtungen nachkommt. Leider fehlt in München noch das vor allem für den Winter erforderliche Indoorprojekt. So gibt es in München keinen Indoorskatepark, welcher auf Sportgeräte wie Dirtbike oder BMX zugeschnitten ist. Die Skatehalle Pfaffenhofen steht in keinem Größenverhältnis zu der Größe der Skate-, BMX-, Dirtbike-, und Inlineszene. Die nächsten Indooranlagen sind im weiter entfernten Augsburg oder Ulm gelegen. In Anbetracht der immer näherkommenden Sommer-X-Games 2013 bis 2016 im Olympiapark und dem dadurch vorhersehbarem Wachstum der Szene in München, ist es nun an der Zeit sich mit dieser Lücke im Freizeitangebot in München zu befassen.

  5. Autor Moritz Kiste
    Kommentar zu Kommentar 2 am 01. Februar 2013
    5.

    Hätte es nicht besser sagen können :)

  6. Autor Skateboarder München
    am 04. Februar 2013
    6.

    München hat sich die letzten Jahr für Skateboarder positiv entwickelt, es sind einige öffentliche Skateparks entstanden die von Design und Konstruktionsqualität herausragend sind.

    Allerdings verhällt sich eine Skatehalle zu einer Skateboard Fläche in einem öffentlichen Park wie ein Jugendheim zu einem Spielplatz.

    Für beides gibt es eine Notwendikeit, nur in einer Skatehalle hat man die Möglichkeit Wetterunabhängig zu trainieren, nur hier treffen Fahrer aus dem ganzen Stadt Gebiet auf einander.
    Eine grosszügig gestaltete Skatehalle könnte auch als überregionaler Magnet Sportler aus ganz Bayern anziehen.

    Man darf auch nicht vergessen das wir hier nicht über einen "neuen" Bedarf sprechen, München hatte ja schon einmal eine der größten Skatehallen Europas mit dem klangvollen Namen EURO.
    Hieraus sind sogar internationalle Profis hervor gegangen.

    Leider ist die Halle von der Stadt aufgegeben und an andere Nutzer weiter gegeben worden.

  7. Autor Skateboarder München
    am 04. Februar 2013
    7.

    Aufgrund der intensiven Skateboardszene in München, trägt die Stadt die nächsten 3 Jahre die X Games in der Olympiahalle aus.
    Ein Skateboard Wettkampf mit höheren Einschaltquoten als die Olympischen Spiele, vergleichbar mit 3 Jahre Championsleague im eigenen Stadion.
    Nur mit dem Unterschied das die Münchner Skater das Stadion nicht fahren dürfen, und nichtmals einen Trainigsplatz haben.

    Es werden für die X Games extra Amerikaner eingeflogen um in der kleinen Eishalle Weltklasse Parcours auf zu bauen, die nach dem Wettbewerb wieder abgerissen werden.
    Die Münchner Skater werden diese Anlagen nicht einen Tag fahren dürfen.

    Das grenzt aus meiner Sicht an Schwachsinnigkeit.

    Der Olympiapark könnte meiner Meinung nach gut ein wenig mehr Tages Besucher vertragen, hier gibt es Hallen / Überdachte Flächen die völlig ungenutzt wirken, hier gemeinsam mit den Skateboardfahrern ein Konzept aus zu arbeiten, wie man dies nutzen könnte würde sich auf grund von der Beliebtheit von Skateboardfahren auch bei Zuschauen durch Gastronomie zum betreiben sicher finanzieren.

    Allein X Games wollen die nächsten 3 Jahre 3 x den Parcour auf und abbauen, also auch diese Finanzierung sollte für die Bundeshauptstadt wie der Olympiahalle zu schaffen sein.

    Hier sollte doch der Gedanke von bewegender Jugend besonders gelebt werden.

    Für Fragen stehen wir Münchner Skateboardfahrer der ersten Generation der Stadt und Ihnen Herr Ude immer gerne zur Verfügung.

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