Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor marija poldrugac am 24. Juni 2009
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Sonstige

Sind Hunde wichtiger als (Menschen)-Kinder

Sehr geehrter Herr Ude,

ich wende mich in meiner Verzweiflung an Sie, als Oberhaupt dieser Stadt, da ich mich an niemanden sonst wenden kann.

Ich wohne mit meinem Mann und meinen beiden Kindern (1 und 5) in Neuforstenried. Vorab möchte ich sagen, dass wir Tiere gerne haben und mein Mann genauso wie ich mit Tieren gross geworden ist und die Beschwerde richtet sich nicht gegen die Hunde sondern, gegen die Hundehalter, die Ihre Tiere absolut nicht im Griff haben.
Da sich der Fürstenrieder Park "vor der Tür" befindet, sind wir oft mit den Kindern im Park spazieren.
Ich konnte nicht in Erfahrung bringen ob im Park leinenpflicht herrscht, aber nach Anzahl der freilaufenden Hunde (eigentlich alle) zu urteilen, gibt es diese nicht.

Mein 5-Jähriger Sohn wurde schon mehrmals von Hunden belästigt: Beispiel: Auf dem Wald-Spielplatz (wo übrigens ein Hundeverbot herrscht) spielte mein Mann mit unserem Sohn Fussball. Aus dem nichts tauchte ein Hund auf, lief bellend auf meinen Sohn zu und riss ihm den Fussball aus den Händen. Mein Sohn rannte ins Gebüsch, schrie wie am Spiess und traute sich nicht mehr heraus.
Der Hundebesitzer meinte mein Mann soll sich nicht so aufregen, der Hund sei schon ganz verunsichert (!!!)
Zu bedenken wäre: Für einen fünfjährigen ist ein Hund in der Grössenordnung, dass er einen Fussball zerbeissen kann wie eine Kuh mit Zähnen, die auf uns zugerast käme.

Am Sonntag gingen wir spazieren und auf dem Weg nach Hause fuhr unser Sohn auf seinem kleinen Fahrrad ca. 2 m vor uns. In ca 50m ferne lief eine Joggerin, vor ihr ein freilaufender Hund, der mit voller Geschwindigkeit und laut bellend auf uns zugerast kam. Mein Mann rannte dazwischen, damit der Hund an unseren Sohn nicht herankam, der vor Angst schrie und von der Hundebesitzerin kam keine Reaktion!
Der Hund sprang hoch und bellte uns sie kam langsam angejoggt und sagte "Die tut niemandem was"

Mein Kind hat mittlerweile, durch diese und viele Andere Erlebnisse eine unheimliche Angst vor Hunden, auch wenn wir versuchen ihm zu erklären, dass die Hunde nicht böse sind, sondern ihre Besitzer nicht in der Lage sind ihre Tiere unter Kontrolle zu bringen.

Wir fühlen uns etwas mit diesenm Thema allein gelassen, denn wir haben hier im Viertel mit sehr vielen Menschen gesprochen, denen das gleiche oder ähnliches passiert ist und keiner weiss an wenn man sich wenden könnte.
Sind wir gezwungen diese Ignoranz zu dulden und müssen wir wirklich darauf warten dass etwas schlimmes passiert?

Die Polizei hat uns auf unsere Anfrage nur geantwortet, dass sie einschreiten können wenn es bereits zur Körperverletzung gekommen ist. Muss es wirklich soweit kommen?
Ich möchte nicht dass mein Kind oder ein Anderes gebissen wird
und wäre dafür dass eine Leinenpflicht eingeführt wird, an die sich auch alle zu halten hätten, denn wenn was passiert ist ist es bereits zu spät.
Kann Mann nicht eine generelle Leinenpflicht i Münchener Parks einführen?

Ich danke Ihnen und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen:

Marija Poldrugac

+42

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Antwort
von Christian Ude am 03. September 2009
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Poldrugac,

was den Forstenrieder Park angeht, muss ich Sie leider enttäuschen. Er liegt außerhalb der Münchner Stadtgrenzen, deshalb ist die Stadt hier nicht zuständig und kann hier auch keine Regelungen erlassen. Nachdem der Forstenrieder Park gemeindefreies Gebiet ist, müsste hierfür das Landratsamt München zuständig sein.

Wo die Stadt tatsächlich zuständig ist, ist bereits viel in Ihrem Sinne geschehen. In den städtischen Grünanlagen gelten bereits Beschränkungen für das Mitführen und Freilaufenlassen von Hunden: So dürfen Hunde auf Kinderspielplätzen sowie auf den mit grünen Pollern gekennzeichneten Spiel- und Liegewiesen, Zieranlagen und Biotopen grundsätzlich nicht mitgeführt werden. Auf den Wegen um diese Bereichen herum müssen sie außerdem an die Leine. Darüber hinaus gilt in den Freibadegeländen ein allgemeines Verbot für Hunde. Die Einhaltung dieser Regelungen wird von der städtischen Grünanlagenaufsicht kontrolliert und Verstöße mit einem Verwarnungsgeld geahndet.

Einen generellen Leinenzwang gibt es nur für Kampfhunde gemäß der Bayerischen Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit.

Im Einzelfall steht der Sicherheitsbehörde bei aggressiven Hunden, unabhängig von Größe und Rasse, aber eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Verfügung – vom Leinen- und/oder Beißkorbzwang über die Anordnung der sicheren Verwahrung bis hin zur Wegnahme des Hundes. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass konkrete Vorfälle bei der Polizei angezeigt oder aber der zuständigen Dienststelle mitgeteilt werden. In München ist das das Kreisverwaltungsreferat, HA I / 22, Ruppertstraße 11, 80466 München, Telefon 233-4 46 47 oder -4 42 49, Telefax -4 46 42, E-Mail: ordnung.kvr@muenchen.de.

Mit freundlichen Grüßen