Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Anette Siehl am 28. Januar 2010
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Bildung und Kultur

Schultoiletten

Sehr geehrter Herr Ude,

ich möchte Sie auf das Schultoilettenproblem in vielen Schulen aufmerksam machen und fragen, ob für die Grundschule am Winthirplatz Aussicht auf Verbesserung der hygienischen Zustände besteht:

Dem Artikel „Schultoilettenskandal stinkt zum Himmel im Neuhauser Nymphenburger Anzeiger, Ausgabe vom 20.01.2010, habe ich entnommen, dass das Schulreferat "alles im Griff" hat und die technischen Mängel und hygienischen Zustände für tragbar hält. Ich habe einen ganz anderen Eindruck: Die Toilettenanlagen sind Jahrzehnte alt, es gibt keine Klobrillen. Die Toilettenschüsseln sind für die Schüler der 1./2. Klassen viel zu hoch, sodass sie sich am Rand festhalten müssen. Auch beim Zu- und Aufsperren der Türen haben sie Probleme. Zeitweise gibt es weder Klopapier und Seife, noch eine Möglichkeit, sich auf hygienische Weise die Hände abzutrocknen. In der Gastronomie wäre so etwas undenkbar, das Lokal hätte das Gesundheitsamt im Nacken. Mein Sohn hat mir berichtet, dass auch schon Kinder ihre Hände nach dem großen Geschäft an den Wänden abgewischt haben, mit den entsprechenden Spuren.

Zu den technischen Mängeln: Zu bemerken ist mangelnde Spülleistung, triefende Siffons, sodass man nicht weiß, woher die Pfützen auf dem Boden stammen, Verkalkungen und Verschmutzungen am Grund der Kloschüssel, die so stark sind, dass sie selbst mit einem Hochdruckreiniger nicht entfernt werden können.

Ferner stellt sich mir die Frage, ob es nicht später Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann, wenn die Kinder vier Grundschuljahre lang wenig trinken und sich das „Müssen“ verkneifen - es gibt nämlich Kinder, die den Vormittag über möglichst wenig trinken und sich den Toilettengang verkneifen, um nur nicht auf die Schultoilette gehen zu müssen. Mancher hat sich deswegen schon in die Hose gemacht. Auch die Lehrerinnen gehen lieber nicht auf diese Toiletten.

Aber der absolute Gipfel ist, dass an der Winthirschule die sanitären Anlagen im Keller für die Besucher des Kirchentages saniert werden sollen – das sind Anlagen, die verschlossen sind und daher von den Schülern nie benutzt werden und darüber hinaus sind sie neu – sie wurden erst saniert bzw. neu eingebaut! Das klingt für Bürger wie mich wirklich nach einem „Schildbürgerstreich“, wie Stadtrat Hans Podiuk in dem oben genannten Artikel zitiert wird, auch wenn mir klar ist, dass diese Kosten aus einem anderen Topf gedeckt werden (Kirche).

Mit freundlichen Grüßen

Anette Siehl

+21

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Antwort
von Christian Ude am 23. April 2010
Christian Ude

Sehr geehrte Frau Siehl,

das Schulgebäude der Grund- und Hauptschule am Winthirplatz 6 wird ebenso wie alle anderen Gebäude der rund 340 Münchner öffentlichen Schulen von der Stadtverwaltung laufend hinsichtlich ihres baulichen und hygienischen Zustands überwacht. Im Oktober letzten Jahres fand ein Ortstermin mit Vertretern des Bau- und Schulreferates statt, um u.a. den derzeitigen Zustand der sanitären Anlagen zu überprüfen.

Wie mir das Schulreferat mitgeteilt hat, wurden bei der damaligen Begehung sowohl die sanitären Bereiche der Buben (EG und 1. OG) als auch die der Mädchen (1., 3. und 4. OG) in Augenschein genommen. Die WC-Anlagen wurden dabei in einem verhältnismäßig sauberen Zustand vorgefunden. Alle WCs sowie die neuen wasserlosen Urinale waren voll funktionstüchtig, so dass die Anlagen aus technischer Sicht weiterhin für gut befunden werden konnten. Unzumutbare hygienische Zustände oder sonstige Gefahrenstellen konnten in den besichtigten Bereichen nicht festgestellt werden.

Lediglich die Mädchentoilette im 4. Obergeschoss wurde in einem relativ unbefriedigenden Zustand vorgefunden. Dies kann daran liegen, dass im Rahmen der gegenwärtig stattfindenden Arbeiten zur Optimierung des Gebäude-Brandschutzes eine turnusmäßige Reinigung der Toilette aufgrund der schlechten Erreichbarkeit der Örtlichkeiten durch Baugerüste und Verputzarbeiten im Flur- und Treppenbereich nicht erfolgen konnte.

Richtig ist, dass die WC-Anlagen vom allgemeinen Erscheinungsbild etwas veraltet sind und den heutigen Standardanforderungen nur bedingt entsprechen. Insbesondere die von Ihnen erwähnten WC-Schüsseln ohne WC-Brille werden aus heutiger Sicht als unhygienisch empfunden. Diese in vielen Münchner Schulen noch vorhandenen Toilettenschüsseln bergen jedoch kein erhöhtes Infektionsrisiko.

Um zumindest im Grundschulbereich diesbezüglich Verbesserungen zu erzielen, wurde zwischenzeitlich die zuständige Abteilung im Baureferat gebeten, die Möglichkeit einer Nachrüstung von Klosettbrillen zu überprüfen. Die Höhe der Toilettenschüsseln entspricht dagegen den üblichen städtischen Standards im Grund- und Hauptschulbereich und bedarf daher keiner baulichen Änderung.

Die Beschaffung von WC-Papier, Seife und Handtüchern liegt im Zuständigkeitsbereich der Schule, der dafür entsprechende Finanzmittel zur Verfügung stehen. Nach Rücksprache mit der Technischen Hausverwaltung wurden bereits eine hohe Anzahl von Seifenspendern bestellt, die demnächst in den sanitären Anlagen zur Verfügung stehen werden.

Kleinere Reparaturmaßnahmen, wie z.B. schwergängig zu schließende Türen sowie die von Ihnen angesprochene mangelnde Spülleistung oder triefende Siffons einzelner WCs , werden im Rahmen des Bauunterhaltes zeitnah durchgeführt.

Anlässlich des 2. Ökumenischen Kirchentages 2010 wurde eine Bestandserfassung bezüglich des Zustandes aller /*Sporthallenbetriebsräume*/ mit entsprechender Kategorisierung vorgenommen.

Dabei wurden an der Grund- und Hauptschule Winthirplatz 6 erhebliche technische und hygienische Mängel festgestellt, die weitreichende und grundlegende Maßnahmen mit zum Teil erheblichen Eingriffen in die Bausubstanz und den Grundleitungsbereich erforderlich machten. Die entsprechenden notwendigen Sanierungsarbeiten werden momentan umgesetzt.

Der sowohl für die Schule als auch für die außerschulischen Nutzer bald funktionsfähige und zeitgemäße Zustand der Betriebsräume ist eine unbestrittene Aufwertung der Schulanlage und dient vorrangig den Schülerinnen und Schülern der Winthirschule, denen die sanierten Anlagen während des Sportunterrichtes selbstverständlich uneingeschränkt zur Verfügung stehen werden.

Mit freundlichen Grüßen