Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Claudia Döllinger am 07. Februar 2012
8058 Leser · 380 Stimmen (-131 / +249) · 3 Kommentare

Wirtschaft und Finanzen

Schließung des NokIa Siemens Networks Standortes München

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,

Nokia Siemens Networks hat nun beschlossen seinen Standort München mit 3600 Mitarbeitern zu schließen.

Neben O2 ist Nokia Siemens Networks die einzig verbleibende größere Firma der hoch innovativen Telekommunikationssparte in München. Siemens ist weiterhin mit 50% an dieser Firma beteiligt ohne Verantwortung zu übernehmen, da wir als De-Investment verstanden werden.

Sicher wollen Sie uns unterstützen, dass das Joint Venture mit Nokia nicht ebenfalls ein Desaster wie BenQ wird ?
Deshalb wäre es hilfreich, dass die Politik Siemens in die Pflicht nimmt. Der bayrische Wirtschaftsminister Herr Zeil hat bereits eine positive Stellungnahme abgegeben.

In Deutschland wird der Fähigkeit Entwicklung in dieser Technologiebranche voranzutreiben insgesamt sehr geschadet.

Die Erfahrung und das Wissen unzähliger Ingenieure geht verloren.

Unterstützen Sie uns bitte, dass in München weiterhin auch in der Telekommunikation hochwertige Software entwickelt wird.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Carl-Heinz Döllinger
Abteilungsleiter bei Nokia Siemens Networks

+118

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Antwort
von Christian Ude am 02. Mai 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Döllinger,

von den Schließungsplänen von Nokia Siemens Networks (NSN) war auch ich hoch alarmiert. Ich habe deshalb umgehend zusammen mit dem Wirtschaftsreferenten Dieter Reiter Kontakt mit NSN aufgenommen. Wir wollten alles in der Macht der Stadt stehende tun, damit der Standort München mit möglichst vielen Arbeitsplätzen erhalten bleibt. In den letzten Wochen konnten wir mit Verantwortlichen des Unternehmens auch im persönlichen Gespräch den Standpunkt der Stadt erörtern. Dabei appellierte ich auch an die Siemens AG, ihre Einflussmöglichkeiten als Joint Venture-Partner von NSN wahrzunehmen.

Mittlerweile konnte in Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und der Arbeitnehmervertretung ein Teilerfolg erzielt werden. Die angestrebte Kompromisslösung sieht vor, dass ein Großteil der Arbeitsplätze in München verbleibt und der bevorstehende Strukturwandel sozial verträglicher gestaltet wird. Dem Vernehmen nach will das Unternehmen nun auch seine Führung straffen und wählt dabei München als Sitz der Geschäftsführung.

Ich hoffe sehr, dass die nun getroffenen Maßnahmen so nachhaltig wirken, dass der Standort München zum Wohl der Beschäftigten und des Unternehmen nicht länger zur Diskussion steht.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (3)Schließen

  1. Autor Stefan W.
    am 15. Februar 2012
    1.

    Nun jammert ein hochbezahlter Abteilungsleiter um seinen Job. Andere werden eher den zumindest kurzfristig nachlassenden Druck auf dem Mietsektor spüren.

  2. Autor Rüdiger Endres
    am 15. Februar 2012
    2.

    Es geht hier nicht um den Job enes Einzelnen, sondern um den von 3600 Menschen, die aufgrund Ihres Alters kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben werden. Es trifft sie außerdem völlig unverschuldet, weil sie Opfer von jahrelangem Mismanagement sind und das Mutterunternehmen Siemens nur zugeguckt und nichts dagegen unternommen hat.

  3. Autor Maria Käser
    am 16. Februar 2012
    3.

    Ich finde die Argumentation von Hr. Weiß schon sehr zynisch; Schließung eines ganzen Unternehmens gut zu finden, weil dann der Druck vom Mietmarkt genommen wird?! Erstens wird der sogenannte Druck auf den Mietmarkt völlig übertrieben und hochgespielt, und zweitens ist nicht davon auszugehen, daß diese Mitarbeiter alle von München wegziehen. München hätte halt dann einige arbeitslose Münchner mehr.

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