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Autor Elmar Oblinger am 26. September 2012
5793 Leser · 87 Stimmen (-6 / +81) · 5 Kommentare

Gesellschaft und Soziales

Schankmoral auf der Wiesn

Sehr geehrter Herr Ude,

an dieser Stelle möchte ich ein Thema an Sie herantragen welches schon sein Jahrzehnten immer wieder für Diskussionen sorgt. Es geht um die Schankmoral auf dem Oktoberfest!

Jeder kennt die dürftig eingeschenkten Bierkrüge und man hat den Eindruck, dass von keiner Seite ein wirkliches Interesse besteht, dieses offensichtliche Fehlverhalten zu stoppen.

Die Wiesnwirte reden sich heraus und tun so, als ob es schwierig sei, mindestens 1 Liter einzuschenken. Glauben Sie das wirklich?

Und wenn man diverse Berichterstattungen verfolgt, dann erfährt man, dass es wohl eine eine Toleranzgrenze von 0,1 L, nach anderen Berichten sogar 0,15 L pro Mass geben soll.

In einem Bericht in der AZ vom 18. September 2012 wird KVR-Chef Wilfrid Blume-Beierle wiefolgt zitiert: „Der Wiesnbesucher erwartet zu Recht eine voll eingeschenkte Maß. Deswegen werden unsere Kontrolleure wieder ein wachsames Auge auf die Maßkrüge werfen.“
"Letztes Jahr befand das KVR 90 Prozent aller getesteten Maß für okay [...]" steht weiter in dem Bericht.

Herr Ude, möglicherweise bekommen Sie im Zelt einen komplett eingeschenkten Maßkrug. Das schaut aber beim "Volk" ganz anders aus.

Sofern es eine Toleranzgrenze gibt, ob offiziell oder inoffiziell: Wie kann das sein? Es ist doch offensichtlich möglich, die verkaufte Menge von 1 L abzufüllen. Hier steckt doch eine Taktik dahinter.

Die Kommentare des KVR wirken hierzu absolut heuchlerisch. Sofern eine Behörde ein Interesse hat, die 100%ige Maß sicherzustellen, so kann dies auch gelingen. Bei den überhöhten Bierpreisen, was ja wieder ein eigenes Thema ist, kann es nicht sein, dass der Besucher nicht auch mindestens 1 L Bier für sein Geld bekommt.

Leider wird man den Eindruck nicht los, dass hier nicht eingeschritten werden möchte. Vielmehr kommen Gedanken an "Vetternwirtschaft" hoch.

Herr Ude, warum ist es nicht möglich diesen Verdacht zu entkräften und das zweifelhafte Geschäftsbegahren der Wiesnwirte zu unterbinden?

Zeigen Sie den Münchnern Bürger, dass die Kontrolle hier unabhängig ist und sperren sie notfalls ein Zelt einfach mal zu, wenn die Wirte gegen die Regeln verstoßen!
Kontrollieren Sie hier bitte auch so konsequent, wie das Ihre Kollegen bei der Verkehrsüberwachung tun. Das Volk wird es Ihnen danken!

Mit besten Grüßen
Elmar Oblinger

+75

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Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Lothar Volz
    am 26. September 2012
    1.

    Wohnen Sie in München? Es gibt auch andere Gaststätten, wo man sich mal treffen kann und gemütlich ein Bier trinken kann. Dort zahlt man nicht 9,70 für einen Liter Bier! Oder gehen Sie nur wegen des Biers aufs Oktoberfest? Das Bier schmeckt nicht besser als anderwo oder zu anderen Zeiten.
    -
    Es gibt Leute, die kommen aus der ganzen Welt mit dem Flieger nach München, weil dort " Oktoberfest " ist. Denen ist es egal, ob sie 9,70 € für einen Liter Bier oder 9,60 € für 0,88 Liter Bier bezahlen. Denen geht es nur darum, am Fest dabei zu sein.
    -
    Die Hotels in München sind alle während der Wiesn ausgebucht und verlangen doppelte so hohe Preise wie sonst! Aha: "Angebot und Nachfrage!" Viele Geschäftsleute, die zu dieser Zeit aus beruflichen Gründen in München sein müssen, müssen sich weit außerhalb von München ein Hotelzimmer suchen. Das interessiert keinen Oktoberfest-Veranstalter. Und solange auf der Wiesen viele Millionen Mass Bier ausgeschenkt werden, wird es den meisten Oktoberfest-Besuchern egal sein, was eine Mass kostet und wie voll der Krug ist!

  2. Autor Martin Wunderlich
    am 26. September 2012
    2.

    Meiner eigenen Erfahrung nach wird das schlechte Einschenken in manchen Zelten sogar von den Wirten angeordnet. Die Schankkellner selber koennen nicht unbedingt etwas dafuer. So zumindest noch vor etwas mehr als 10 Jahren in zumindest einem Zelt. Viel scheint sich seitdem nicht geaendert zu haben.
    Andererseits, wenn man sieht, wieviel Bier die Leute nach der zweiten oder dritten Mass stehen lassen, dann ist es eigentlich auch egal, wie gut oder schlecht die Mass eingeschenkt ist.

  3. Autor Elmar Oblinger
    am 28. September 2012
    3.

    Sehr geehrter Herr Volz,

    natürlich gibt es andere Möglichkeiten, Bier zu konsumieren. Die einfachste ist die, mir aus dem Supermarkt ein paar Büchsen zu kaufen. Aber darum geht es doch nicht.

    Nach aktuellen Berichten werden die Besucher während der Wiesn um ca. 5 Mio EUR gebracht, dadurch dass nicht ganz eingeschenkt wird. Und die Stadt tut so, als würde man ja kontrollieren und alles sei in bester Ordnung.

    Grüße
    E. Oblinger

  4. Autor Christoph Müller
    am 30. September 2012
    4.

    Trotzdem sei der Wiesn-Wirt in der Pflicht, für so einen horrenten Preis, den Kunden das zu geben, was er auch anbietet... Und da sei u mal die Stadt in der Pflicht, auch ein Auge darauf zu werfen! Oder man gebt eben größere Bierkrüge aus!

  5. Autor Lothar Volz
    am 01. Oktober 2012
    5.

    "Hier die Ware, hier das Geld". Reklamationen muss man sofort bringen, nicht hinterher, wenn man merkt, dass man nach der fünften Mass noch nicht betrunken ist!
    .
    Ich habe nicht behauptet, dass die Schankmoral auf der Wiesn in Ordnung ist! Dass auf der Wiesn schlecht eingeschenkt wird, ist doch nicht erst in diesem Jahr so. Allein schon deswegen gehe ich dort gar nicht hin.
    Bezahlen muss man erst, wenn die Mass Bier auf dem Tisch steht. Auch der Biertrinker muss aktiv kontrollieren. Wenn mir einer eine dreiviertelvolle Mass hinstellt, dann bezahle ich nicht den vollen Preis!
    Hinterher braucht man nicht sagen: "Die Wirte schenken schlecht ein, obwohl alles von Kontrolleuren kontrolliert wird ! Dann ist es zu spät!

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