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Autor Franz Niller am 09. Juli 2009
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Gesellschaft und Soziales

Reform der Münchner Sperrbezirksverordnung

Sehr geehrter Herr Ude,

sind Sie dafür, die „Münchner Sperrbezirksregelung“ so zu lockern, dass Prostituierte es gestattet ist, ihre Dienstleistungen innerhalb des Mittleren Ringes per Haus- und Hotelbesuch anzubieten.

Die derzeitige gültige Sperrbezirksverordnung in München beinhaltet zum einen, dass es keine Bordelle innerhalb des Mittleren Rings geben kann, und zum anderen, dass Prostituierte innerhalb des örtlichen Bereiches ihre Dienste nicht per Haus- und Hotelbesuch privat anbieten können. Dieses Anliegen richtet sich auf dem zweiten Gesichtspunkt. Dazu gab es in der „tz“ vom 14.10.2008 einen interessanten Beitrag („Der Sex im Sperrbezirk“).
In diesem schilderte eine Prostituierte (Klara), die nur als „eigener Chef“ und nicht in Bordellen oder Sex-Clubs arbeitet, ihre Vorsichtsmaßnahmen, wenn sie ihre Dienste innerhalb des Mittleren Rings per Haus- und Hotelbesuch anbietet. „Ich bestehe darauf, dass sich der Kunde auszieht, bevor das Geld wechselt. Ein Polizist darf sich nicht ausziehen.“ Weiter nimmt die Münchner Rechtsanwältin Angelika Lex dazu Stellung. „Die Münchner Sperrbezirksverordnung sei (...) ‚pure Heuchelei‘, (...) die Frauen würden in ihrem Recht auf freie Berufsausübung gehindert. Die Frauen werden kriminalisiert.“ Der Artikel endet schließlich mit folgender Aussage von Klara: „Wir brauchen eine Reform des Sperrbezirks. Der Sperrbezirk ist ja in Ordnung, auch dass die Polizei kontrolliert. Aber dass wir keine Hotels oder Privatwohnungen besuchen können, behindert uns in unserer Berufsausübung.“
Dieser Forderung schließe ich mich an: Die Regelung der Sperrbezirksverordnung so zu ändern, dass Prostituierten der Besuch von Hotels oder Privatwohnungen gestattet ist. Dazu möchte ich noch auf zwei Punkte hinweisen.
1. Je mehr die Prostitution an den Rand, ins Dunkle und Unsichtbare gedrängt wird, desto mehr wird ein günstiger Nährboden für die Zwangsprostitution geschaffen. Dies würde mit einer veränderten Regelung entgegengetreten.
2. Der Stadt München kostet eine solche Reform der Sperrbezirksverordnung keinen Cent. Vielleicht kommt es sogar zu Einsparrungen, weil die Stadt den „abgeschaffen“ Teil der Regelung nicht mehr kontrollieren muss.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Niller

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