Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Autor B. Frauendienst am 14. Dezember 2012
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Mobilität und Verkehr

Radlhauptstadt im Winter

Lieber Herr Ude, liebes Antwort-Team,

auch dieses Jahr ist im Winter die Lage für Münchner Fahrradfahrer sehr unwirtlich: die Fahrradstreifen sind schlecht bis garnicht geräumt, meist eher bedeckt mit dem Schnee der Fahrbahn; das Fahren auf den abgetrennten Fahrradwegen gleicht einer halsbrecherischen Rutschpartie.
Ein notgedrungenes Ausweichen auf die Fahrbahn wird vor allem von rasenden Taxifahrern mit Hupen, gefährlichem Schneiden, und teils wüsten Beschimpfungen quittiert.

Nun wurde dieses Thema hier schon öfters angesprochen, und stets brüstet sich die Stadt damit, dass der Winterdienst auf Fahrradwegen "faktisch priorisiert" wird und "über die rechtlichen Anforderungen hinaus" geht.

Gleichzeitig wird aber auch betont, dass zwar Autofahrer einen Vorzug vor dem Umweltschutz genießen, der ökologische Individualverkehr mit dem Fahrrad jedoch aus Umweltschutzgründen nicht mit freien, gesalzenen Wegen rechnen darf.

Natürlich ist der bewusste Einsatz für unsere Umwelt löblich und im Sinne aller; dass aber die Fragesteller trotz des offenbar vorhandenen Missstandes stets mit diesem Argument abgespeist werden, ist schade.
Auch die Millionenausgaben, auf die zum Teil hingewiesen wird, beeindrucken angesichts der wirklich schlechten Lage nur wenig.

Laut einer früheren Antwort zu diesem Thema ist nun seit zwei Jahren eine "stadtinterne Arbeitsgruppe" zum Thema "Winterdienst auf Radwegen" im Einsatz.
Gibt es hier neue Ergebnisse oder wenigstens Erkenntnisse? Was wird getan oder geplant, um das Radfahren im Winter besser bzw. überhaupt zu ermöglichen?
Oder wird auch weiterhin der Radfahrer in der "Radlhauptstadt" zumindest im Winter als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse behandelt?

Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihr aller Bemühen!

+88

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Kommentare (1)Schließen

  1. Autor Bernward Senff-Schöne
    am 31. Januar 2013
    1.

    Laut SZ vom 23. November 2011 Radfahrer in München

    "Die rot-grüne Koalition im Rathaus feiert ihre Offensive für Radfahrer als Erfolg

    Doch trotz der zahlreichen Erschwernisse wächst der Anteil des Fahrrads am Gesamtverkehr weiter: Mittlerweile legen die Münchner 17,4 Prozent ihrer Wege mit dem Fahrrad zurück. "

    "Vielmehr gelingt es der Studie zufolge den Anteil der Autofahrer zu drücken - von 29 Prozent im Jahr 2002 auf mittlerweile nur noch 22,9 Prozent."

    Gerade unter Berücksichtigung dieser Prozentwerte kann ich (selbst Sommer- u. Winterradler (ca. 7000 km/p.a.)) die wiederkehrende Kritik absolut nachvollziehen.

    Fahrradwege werden im Winter regelmäßig als Depot für überflüssigen Schnee benutzt. Dies führt zu gefährlichen Situationen auf Gehwegen u. Straßen.

    Da ist insbesondere bei integrierten Radwegen auf der Fahrbahn überhaupt nicht nachvollziehbar, warum der Schneeräumer nicht auch die 1,2 m der Straße miträumen kann. Dies hat er ja vor Auszeichnung des Radweges dort auch räumen müssen. Insofern nicht mal Mehrkosten!

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