Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor f. familie müller am 28. Februar 2011
11448 Leser · 89 Stimmen (-2 / +87) · 4 Kommentare

Sonstige

pinakothek ohne hecken

sehr geehrter herr ude,

letztens spazierte ich mit meiner familie an der pinakothek entlang. dabei stellte ich fest, dass sowohl bei der neuen wie der alten pinakothek alle hecken entfernt wurden.
nun meine frage:
- werden sie die hecken wieder pflanzen?
- wenn ja, warum haben sie sie entfernen lassen?
- wenn nein, dann fänden wir es sehr schade, da die pinakothek mit hecken wie ein park war, der nun durch die leere - ohne hecken - in unseren augen keiner mehr ist.
sich sonnende person haben keine "privatsphäre" mehr. ballspielenden kinder wird es sehr erschwert, da der ball viel leichter auf die strasse gelangen könnte,....und beim spazieren im pinakothek-park, sogar im winter, hatte man mit den hecken das gefühl, dass man von der stadt ein wenig entfernt ist.

danke für ihre antwort

familie müller

+85

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Antwort
von Christian Ude am 26. Mai 2011
Christian Ude

Sehr geehrte Familie Müller,

zu Ihrer Anfrage zur Entfernung aller Hecken sowohl bei der Neuen wie der Alten Pinakothek muss ich Ihnen mitteilen, dass die betroffenen Flächen nicht im Zuständigkeitsbereich der Landeshauptstadt München, sondern des Freistaates Bayern befinden. Ich habe aber zur Aufklärung des Sachverhaltes und der Beantwortung Ihrer Fragen das Staatliche Hochbauamt um eine Stellungnahme gebeten, das Folgendes mitgeteilt hat:

„Im Herbst 2010 war vor der Pflege der Grünanlagen eine Bestandsaufnahme der Hecken um die Alte Pinakothek erfolgt, mit dem Ergebnis, dass durch eine reine Pflegemaßnahme kein befriedigender Gesamteindruck mehr zu erreichen ist. Über weite Strecken entlang der Arcis- und Theresienstraße war die Hecke ausgefallen, an anderen Stellen war durch verschiedene Ersatzpflanzungen wie z. B. Liguster und Hainbuche ein völlig uneinheitliches Bild entstanden. Die Entscheidung, die Hecken zu entfernen, beruht auf einem breit angelegten Abstimmungsprozess und dem Konsens zwischen den beteiligten Institutionen (Landeshauptstadt München, Bezirksausschuss, Bayerische Staatsgemäldesammlungen). Ausschlaggebend war nicht nur der schlechte Zustand der Gewächse, die ohnehin hätten ersetzt werden müssen; vielmehr ist es erklärte Absicht, eine bessere Sichtbarkeit und Durchlässigkeit auf Fußgängerniveau zwischen den Museen und ihren Zugängen zu erreichen.

Zur Entwicklung der Potentiale des Kunstareals München gibt es ein staatlich-städtisches Gemeinschaftsprojekt unter der Moderation des Lehrstuhles für Städtebau und Regionalplanung an der Technischen Universität München. In verschiedenen Gremien wird mit allen beteiligten Institutionen und Bürgervertretern daran gearbeitet eine stärkere Aktivierung des Kunstareals zu fördern.

Im diesem Rahmen fand im Oktober 2010 ein öffentlicher Freiflächenworkschop Kunstareal mit fünf geladenen nationalen wie internationalen Landschaftsarchitektur-Büros statt. Die Teilnehmer des Freiflächenworkshops appellierten einstimmig dafür, als ersten kurzfristigen Schritt im Ensemble Königsplatz und Pinakotheken Hecken zu entfernen und Bäume aufzuasten mit dem Ziel, verbesserte Transparenz und Sichtbarkeit zu erzeugen.

Es wurde beschlossen, dass zunächst bei den ohnehin in den Wintermonaten durchzuführenden Pflegemaßnahmen der Grünflächen das anerkannte Ziel von mehr Durchsicht und Durchlässigkeit betrieben werden soll.

Es ist aus unserer Sicht nicht erkennbar, dass die Nutzung und Brauchbarkeit der Wiesen zum Spielen beeinträchtigt sein soll. Die Wiesen sind allein schon wegen ihrer beträchtlichen Größe vielfältig nutzbar und sie werden in ihrer Erholungsfunktion in der dicht bebauten Maxvorstadt dankbar angenommen. Die neue Offenheit und Erkennbarkeit wird von einer Vielzahl von Mitbürgern sehr begrüßt.

Der einfache Ersatz der entfernten Hecken ist nicht beabsichtigt. Neupflanzungen können selbstverständlich zukünftig im Rahmen eines neu zu entwickelnden Gesamtgestaltungskon­zeptes vorgenommen werden. Hierfür verweisen wir auf das Projekt „Kunstareal“. Wir geben die Einwände der Familie Müller zur Info weiter an die Projektgruppe des Kunstareals.“

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (4)Schließen

  1. Autor Ilona H.
    am 23. März 2011
    1.

    Die Hecken der Pinakotheken wurde der "Sichtachse" zuliebe gefällt :P

    Hier ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung:

    "[..]Die 'Entgrünungsaktion' hat das Staatliche Bauamt München 1 vornehmen lassen. Die Idee dazu stammt aus dem Workshop zur Entwicklung des Kunstareals, erklärt die für die Museen zuständige Baudirektorin Dorothea Lenz. In dem Workshop sei die mangelhafte Durchlässigkeit und Sichtbeziehung zwischen Alter und Neuer Pinakothek beklagt worden. Zwischen allen städtischen und staatlichen Beteiligten habe Einigkeit bestanden, die Hecken und das Unterholz auszulichten, um die Bezüge zwischen beiden Pinakotheken 'freizumachen'. Die Rodung von Hecken sei außerdem genehmigungsfrei.[..]

    Ich selber bin auch entsetzt über die Rodung!

  2. Autor Christian Hofmann
    am 10. April 2011
    2.

    Die Grünflächen der Pinakothek sind jetzt lauter, windiger und die Abgase sind noch verdichteter. Durch Spielgeräte sind Kinder, aber auch Autofahrer gefährdeter. Und der Lebensraum für Kleinstlebewesen ist verschwunden.
    Herr Oberbürgermeister, bitte bringen sie die Hecke zurück !

  3. Autor Sabine Kiermaier
    am 14. April 2011
    3.

    Mit Hecken war es definitiv schöner! Es fällt auf, das dieses Frühjahr in München überhaupt sehr viel geschnitten, gestutzt und gefällt wurde, und zwar auch Bäume, die offensichtlich gesund waren. Hat das irgendeinen speziellen Grund? Wird überhaupt regelmäßig kontrolliert, ob diese Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt werden?

  4. Autor Cornel Babel
    am 16. April 2011
    4.

    Ich finde es toll, dass ich nun in der Gabelsbergerstrasse sehen kann, wenn in der Theresienstrasse ein Parkplatz fei ist. Mit Hecken war das nicht möglich. Der Sichtachse sei dank kann man nun auch all die "hübschen" Parkscheinautomaten, Strassenschilder und die mit viel mühe designten Kraftfahrzeuge schon von der Grünfläche aus sehen. Das ist doch toll. Ein echter Gewinn für die Bürger dieser Stadt. Und noch ein entscheidender Vorteil: Endlich kein Vogelgezwitscher mehr, nur noch Motorenlärm, so hat mans gern...
    Spaß beiseite. Frau Lenz vom Staatlichen Bauamt hat beim Workshop im vergangenen Herbst wohl ebenso gut zugehört, wie sie es jetzt bei ihrer "repräsentativen Befragung" der Bürger getan hat - ich habe noch niemanden getroffen, der das Kettensägenmassaker toll findet. Bei diesem Workshop wurde angeregt, die Hecken zu entfernen und Die Bäume auf 4m auszuasten, näheres sollte ein Wettbewerb klären. Dieser hat aber gar nicht stattgefunden. Hier wurde nach Gutsherrenart entschieden. Ein demokratischer Prozess wurde hier schlichtweg übergangen.
    Auf den Animationen des Workshops, da wirkt das ohne Hecken natürlich toll. Dies begründet sich aus verschiedenen Gründen. Das Foto mit Hecken ist einfach unterbelichtet und wirkt daher düster. Jene Animation ohne Hecken wirkt dagegen freundlich und hell - ein alter Trick... Hinzu kommt, dass die Personen auf den Bildern einfach über die Strasse flanieren - offenbar habe ich die letzten 20 Jahre gar nicht bemerkt, dass es sich bei all den Strassen rund um die Pinakotheken um eine Fußgängerzone handelt. Ohne Autos sieht das natürlich nicht schlecht aus und das ganze macht einen Park ähnlichen Eindruck. Naja, dafür hat man nun eher den Eindruck auf einem Parkplatz zu sein - Frau Lenz: Park und Parkplatz haben nun wirklich nichts miteinander zu tun und werden auch durch Ihr Machwerk nichts miteinander zu tun haben. Sie verwechseln da irgendwas.
    Link zum Workshop:
    http://www.dggl.net/blog/index.php?/archives/163-Freiflae...

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