Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Frank Cardinal am 06. September 2010
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Planen und Bauen

Pfusch im Straßenbau

Sehr geehrter Herr Ude,

“Wir bauen für Sie“- Dieser Hinweis auf dem Informationsprospekt der MVG zu den Gleis-und Straßenbauarbeiten während der Sommerferien umschreibt ja wohl in euphemistischer Weise entweder die planerische Inkompetenz in den zuständigen Referaten oder den Pfusch der ausführenden Baufirmen. Nehmen wir exemplarisch die Ismaninger Straße zwischen Max-Weber-Platz und Prinzregentenstraße. Im letzen Jahr wurden in der Ismaninger wie auch in anderen Straßen in mehrwöchigen Baumaßnahmen die Gleise erneuert. Warum werden jetzt wieder die gleichen Arbeiten durchgeführt? Warum rückten letztes und auch dieses Jahr
nachts immer wieder ganze Baukolonnen an, die teilweise bis früh morgens mit schwerem Baugerät einzelne Abschnitte der Ismaninger Straße aufrissen und wieder
zuteerten, und das im Bereich des Klinikums Rechts der Isar?
Die Antworten auf meine damaligen Anfragen ergaben ein denkwürdiges Bürgerbild: die Nachtruhe der Anwohner
wurde der Nichtbehinderung des Verkehrs geopfert. Der Verkehrsfluss scheint jetzt irrelevant zu sein. Ismaninger-, Prinzregenten,- Montgelasstraße, Effnerplatz etc.etc.- alles dicht!
Worin also, Herr Oberbürgermeister Ude, liegen die Ursachen für die diesjährige Wiederholung der unsäglichen Lärmbelästigung und für das Verkehrschaos?
Warum versinkt jede Lärmschutzverordnung in einer Kakophonie unsäglichen Baulärms, flankiert von einer Armada städtischer Straßen-und Gleisreinigungs-fahrzeuge, die teilweise ab fünf Uhr in der Früh mit hochfrequenten Heultönen durch die Straßen gepeitscht werden?
Und abschließend noch eine offene Frage an geneigte Mitbürger: Wo finden sich denn die Initiatoren für ein Bürgerbegehren contra Lärmbelästigung? Rauch kann ich mich entziehen- Lärm nicht!

Ich freue mich auf eine qualifizierte Antwort und verbleibe
mit besten Grüßen

Frank Cardinal

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Antwort
von Christian Ude am 02. Dezember 2010
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Cardinal,

die zum Erhalt der Verkehrssicherheit erforderlichen Fahrbahnsanierungen im Gleisbereich der Ismaninger Straße wurden insgesamt in drei Abschnitten durchgeführt: In den Sommerferien 2008 zwischen Trogerstraßw und Prinzregentenstraße, in den Sommerferien 2009 zwischen Herkomerplatz und Trogerstraße und heuer der dritte und letzte Abschnitt zwischen Max-Weber-Platz und Prinzregentenstraße.

Die abschnittsweise Sanierung erfolgte, um Beeinträchtigungen für Fahrgäste, Autofahrer und Anwohner so weit wie möglich zu begrenzen und die Leistungsfähigkeit des Straßenetzes nicht überzustrapazieren. So konnten die Bauarbeiten auf die verkehrsärmere Ferienzeit beschränkt werden.

Zum anderen konnte in dieser Zeit jeweils ein Schienenersatzverkehr "aus einem Guss" realisiert werden, der die zeitgleich stattfindenden Großbaustellen in direkter Nachbarschaft (zwischen Maxmonument und Prinzregentenstraße, zwischen Max-Joseph-Brücke und Effnerplatz sowie im Gleisbereich der Montgelasstraße) einbezog, von denen die Tram 18 und die NachtTram 17 ebenfalls betroffen waren.

Die MVG hat durch Pressemitteilungen und in ihren Baustelleninformationen auf die Auswirkungen der Bauarbeiten hingewiesen (Baulärm und Schmutz an Werktagen; Behinderungen durch Baufahrzeuge, zeitweiser Wegfall von Parkplätzen). Es wurde aber stets darauf geachtet, dass alle notwendigen Beeinträchtigungen auf das erforderliche Minimum beschränkt blieben, um die Anwohner, die Fahrgäste und Gewerbetreibenden so wenig wie möglich zu belästigen. Dies zeigt sich sowohl in der Planung der Baumaßnahme (abschnittsweises Arbeiten und Kombination mit Drittmaßnahmen) wie in deren Umsetzung (Parkraumkonzept, Einsatz schallgedämmter Maschinen u.ä.). Auch die Autofahrer wurden darauf hingewiesen, dass es in den betroffenen Bereichen zu erhöhter Staugefahr durch Spurreduzierungen und -einengungen, wechselnde Verkehrsführungen und Sperrungen kommt, weshalb die weiträumige Umfahrung der Baustellenbereiche empfohlen wurde.

Mit freundlichen Grüßen