Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor P. Schmitz-Valckenberg am 27. Juli 2012
7535 Leser · 151 Stimmen (-15 / +136) · 5 Kommentare

Mobilität und Verkehr

Park & Ride MVV Petershausen Innzell Initiative

Sehr geehrter Herr Ude,

Ich und viele Pendler des LK PAF sind auf die Park & Ride Möglichkeiten in Petershausen angewiesen. Nun hat der Gemeinderat Petershausen beschlossen zukünftig eine Park-Gebühr dort zu erheben. Ausgenommen sind Einwohner der Gemeinde Petershausen.
Meine Fragen:

1. Wie verträgt sich dass mit den Zielen der Innzell-Initiative Möglichkeiten/Anreize zu schaffen den ÖNV zu nutzen?

2.Wo bleibt der Gleichheitsgrundsatz?
Sind Bürger der umliegenden Gemeinden nicht erwünscht oder zweite Klasse?

Wie für mich stellt sich nun die Frage für viele Pendler , zukünftig doch wieder mit dem PKW zur Arbeit nach München zu pendeln.
Denn das Angebot des MVV wird damit preislich immer unattraktiver und von Service und Zuverlässigkeit entfernt es sich von Jahr zu Jahr mehr. ( Der MVV hat 5 natürliche Feinde: Frühling, Sommer Herbst und Winter sowie den Fahrgast)

Ich wende mich an Sie als Schirmherr der Innzell Initiative und Kandidat für das Amt des Bay Ministerpräsidenten, diesen steten Verschlechterungen im ÖNV engegenzutreten.

Park& Ride Parkplätze im Umland müssen kostenfrei bleiben sonst droht der Verkerhsinfarkt in München.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Schmitz-Valckenberg
Reichertshausen

+121

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Antwort
von Christian Ude am 26. November 2012
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Schmitz-Valckenberg,

Grundidee des Park+Ride-Konzepts ist es, den motorisierten Individualverkehr möglichst frühzeitig, also möglichst weit außerhalb der Stadtzentren, auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu verlagern. Hierfür wurden im gesamten MVV-Gebiet mehr als 27.000 Stellplätze eingerichtet. In der Regel werden diese durch Fördergelder der Öffentlichen Hand bezuschussten Stellplätze kostenfrei zur Verfügung gestellt. Allein zur Deckung der Betriebs- und Unterhaltskosten dürfen von den Betreibern - mittlerweile sind dies nahezu ausnahmslos die Kommunen - Entgelte von den Nutzern erhoben werden. Gewinne dürfen allerdings dabei nicht erwirtschaftet werden.

Mit der Zunahme der P+R-Nachfrage gerade an attraktiven Endhaltepunkten im MVV-Gebiet mit überregionalem Einzugsgebiet und großen P+R-Anlagen, wie beispielsweise Petershausen mit 834 Stellplätzen, ergeben sich für die betroffenen Gemeinden hohe Betriebs- und Unterhaltskosten. Bei Peters- hausen haben Untersuchungen gezeigt, dass diesen Standort zu ca. 60% Kunden aus dem benachbarten Landkreis Pfaffenhofen anfahren.

Der Inzell-Arbeitskreis P+R Regional hat bereits 2007 verschiedene Mög- lichkeiten einer alternativen Finanzierung der Betriebs- und Unter- haltskosten untersucht - u.a. durch interkommunale Kooperationen. Dieser Lösungs- ansatz konnte aber leider aufgrund unterschiedlicher Interessenslagen und rechtlicher Vorgaben in der Region nicht verwirklicht werden.

Die Entscheidung, ob deshalb zur Deckung der Betriebs- und Unterhaltskosten von den Nutzern Entgelte erhoben werden, obliegt ausschließlich der jeweili- gen Gemeinde. Sie allein entscheidet auch, ob sie ihren Bürgern besondere Konditionen zum Erwerb der Parkkarten gewährt. Die Übernahme der Kosten einer Jahreskarte für berechtigte Bürger aus Petershausen ist rechtlich wohl nicht zu beanstanden, und weder die Inzell-Initiative noch der MVV oder die Landeshauptstadt München können, dürfen oder wollen in Angelegenheiten von Umlandgemeinden eingreifen.

Ich möchte Ihnen allerdings dahingehend zustimmen, dass ein umfassendes Gesamtkonzept für den Unterhalt und damit die Entgelterhebung an P+R- Haltestellen für die Region oder besser noch die Metropolregion München äußerst sinnvoll wäre. Hierbei müssten vor allem verkehrliche Kriterien be- rücksichtigt werden und es wäre durch die Abstimmung gestaffelter Entgelt- gebühren sicherzustellen, dass der möglichst wohnortnahe Umstieg vom privaten PKW auf den ÖPNV die kostengünstigste bzw. attraktivste Variante ist. Dies kann jedoch nur in Kooperation aller Kommunen, Verkehrsbetriebe und -verbünde sowie sonstiger beteiligter Träger und Institutionen gelingen. Die Inzell-Initiative wäre für die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen hier sicher eine geeignete Plattform.

Ich nehme daher Ihre Anregung gerne auf und werde sie an den Arbeitskreis Park+Ride Regional der Inzell-Initiative weiterleiten.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (5)Schließen

  1. Autor Christoph Müller
    am 27. Juli 2012
    1.

    Klar, uns schön den Petershausenern die Parkplätze wegnehmen! Daher denke ich, dass da die Gemeinde Petershausen recht hat!

  2. Autor Peter Schmitz-Valckenberg
    am 31. Juli 2012
    2.

    Andere Gemeinden z.B Reichertshasuen bieten kostenfreie Parkplätze für den Bahnverkehr und erweiteren und sanieren auf eigene Kosten.
    Letztendlich profitiert die Gemeinde und deren Bürger auch durch Gewerbeeinnahmen, wenn sich Supermärkte und Einzelhandel dort ansiedeln. ein zufriedener P&R kunde ist auch gewogen dann in Peterhasuen eine Apotheke oder Friseur oder Supermakrt zum Einkauf zu nutzen.
    Ich denke die Gemeinde Petershausen macht einen Fehler und der Schuss geht nach hinten los.
    Denn die Kosten zur Parkraumüberwachung werden durch die 2 beteiligten Unternehmen Park & Ride GmbH und die Nürnberger Wach- und Schhliessgesellschaft sicher die Einnahmen aus Gebühren übersteigen.

  3. Autor Marcus Nietsch
    am 01. August 2012
    3.

    Keiner fährt aus Reichertshausen freiwillig nach Petershausen. Die Kombination aus DB und SBahn funktioniert leider nicht zuverlässig. Aber wenn ich schon in Petershausen bin, tanke ich dort, gehe einkaufen, lasse Auto, Motorrad und auch Rad reparieren... Das sollte als Unterstützung reichen!

  4. Autor Dennis Waldon
    am 29. August 2012
    4.

    "uns schön den Petershausenern die Parkplätze wegnehmen"?

    Finde ich etwas zu kurz Gedacht.
    Dann gehe ich auch nicht mehr in PH einkaufen, tanken oder Eisessen.

    Pendlerparkplätze gehören einfach zu einer "Metropolregion", und eine -moderne- Stadt zusammen mit Bahn muss einfach eine Möglichkeit bieten, die Region und Ihre Arbeitenden zu unterstützen.

    Pendler sind auf diese Parkplätze angewiesen, und PHer werden sich bestimmt auch mal in die Rolle eines "Gastes" auf anderen Bahnhöfen finden.

  5. Autor Paulus Hofmann
    am 29. August 2012
    5.

    Ich kann mich meinem "Vorschreiber" nur anschließen. Ich bin von Petershausen nach Ingolstadt unterwegs und sowieso auf das Auto angewiesen. Da liegt es jetzt natürlich nahe nach Paindorf (allerdings schlechterer Bahn-Takt) bzw. gleich nach Pfaffenhofen weiterzufahren. Ich finde Petershausen als Ort sehr ansprechend und praktisch; gerade auch was die Einkaufsmöglichkeiten betrifft.
    Liebe Petershauser Entscheider: Ihr werdet verstehen, dass ich meine Einkäufe, mein Tanken und auch meine KFZ-Wartung (praktisch: während ich tagsüber mit dem Zug i.d. Arbeit bin) dann natürlich auch nicht mehr in Petershausen erledigen werde. Resümee: Sehr kurzsichtig gedacht.

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