Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor ulrich Mechler am 06. Mai 2013
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Politik und Verwaltung

Offensichtlich bedenklicher Zustand der EDV der Münchner Verwaltung

Offensichtlich bedenklicher Zustand der EDV in der Münchner Verwaltung

Sehr geehrter Oberbürgermeister,
Wie kann es sein das in einer Großstadt wie München die KFZ Anmeldung wegen EDV Problemen tagelang nicht möglich ist?

Heute am 03.05.13 wollte ich mein KFZ im Bürgerbüro in der Riesenfdeldstraße anmelden. Nach langem warten und schlussendlichem Aufruf durch die Sachbearbeiterin wurde ich mit den Worten empfangen:
"Sie haben eine KFZ Sache, das wird heute nichts." Grund sei die Nichtverfügbarkeit der zugehörigen Verwaltungsanwendung.
"Man könne es ja in der Zulassungsstelle versuchen aber vermutlich geht da auch nichts."
Auf Nachfrage hies es die Anwendung ginge manchmal und manchmal nicht und am Montag den 29.4.13 sei die Anwendung den ganzen Tag nicht verfügbar und die Bearbeitung von KFZ Sachen nicht möglich gewesen.
Die Aussage wurde von anderen Wartenden bestätigt die bereits mehrere Versuche hintersich hatten.

Die Sachbearbeiter waren mit der Situation sichtlich überfordert oder haben über die Situation der EDV resigniert.

Eine Information der Wartenden wann eine Bearbeitung möglich ist fand nicht statt.
Ein Alternativ oder Notfallplan existiert offensichtlich nicht.

Auf Nachfragen wurde unfreundlich durch die zuständige Sachbearbeiterin reagiert, andere gaben sich wirklich Mühe zu informieren hatten aber selbst keinen Zugang zu Informationen.

Aus den Gespräch mit den Mitarbeitern ergab sich, das die Verfügbarkeit der Verwaltungsanwendungen generel schlecht sei.

Deshalb die Frage an Sie Herr Oberbürgermeister was tun sie um den offensichtlich desolaten Zustand der IT in der Verwaltung zu verbessern?

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Antwort
von Christian Ude am 04. Juli 2013
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Melcher,

wie ärgerlich es ist, dass bei einem Behördengang Ihr Anliegen nicht bearbeitet werden konnte, kann ich sehr gut nachvollziehen. Es ist mir deshalb ein Anliegen, den Sachverhalt aufzuklären und für die Zukunft eine Verbes- serung zu erreichen.

Am Montag, 29.4.2013, stand der Service für den Abruf der Einwohnerdaten im örtlichen Melderegister nur sporadisch zur Verfügung. In der Folge kam es auch zu Beeinträchtigungen in den Zulassungsstellen und den Bürgerbüros. Der Fehler wurde analysiert und behoben: Ursache war letztlich eine Umstellung auf eine leistungsstarke, ausfallsichere Stromversorgung im städtischen Rechenzentrum am Wochenende zuvor. Nach der Fehler- behebung waren die Systeme wieder stabil. Am 3.5.2013 standen die Einwohnerdaten durch eine betriebsbedingte Störung kurzzeitig zwischen 8 Uhr und 8.30 Uhr nicht zur Verfügung.

Die Arbeitsfähigkeit der Zulassungsstellen hängt aber auch von der Anbindung an das Zentralregister des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) ab. Die Qualität dieser Anbindung kann die Landeshauptstadt München nicht beeinflussen. Laut Auskunft des KBA kam es nach einem Software-Update seit der 17. Kalenderwoche wiederholt zu Unterbrechungen. In Zusammenarbeit mit dem Hersteller konnten die Probleme zwischenzeitlich behoben werden. Seit Anfang Juni 2013 ist die Verbindung zum KBA störungsfrei. Wegen der Probleme bei der KBA-Anbindung prüfen wir derzeit, ob eine „Offline-Lösung“ mit späterer Datenübertragung möglich ist.

Der immer rasanteren Entwicklung der Informationstechnologie ist die Landeshauptstadt mit einer grundlegenden Neuorganisation der städtischen IT begegnet. Ein Ergebnis davon ist der städtische Eigenbetrieb it@M als zentraler Dienstleister für Informations- und Telekommunikationstechnik der Stadt München, der zum 1.1.2012 den Betrieb aufgenommen hat. Hier werden inzwischen die städtischen IT-Systeme zentral betrieben und die dafür notwendigen Kompetenzen gebündelt. 

it@M hat sich zunächst vorrangig die Stabilisierung und den sicheren Betrieb der städtischen IT vorgenommen. Dafür wurden in letzter Zeit viele „Altsysteme“ abgelöst und auf neue, ausfallsicherere Plattformen migriert. Für die Betriebssicherheit wurde neben einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen, wie z.B. dem Austausch der Stromversorgung, auch der Neubau eines modernen städtischen Rechenzentrums begonnen.

Die Verwaltungsanwendungen werden durch die Spezialisten der Fachreferate ständig auf ihre Anforderungen an einen rechtmäßigen und leistungsfähigen Verwaltungsbetrieb hin geprüft. Projekte, die Anwendungen für das Einwohnerwesen und das Zulassungswesen abzulösen, wurden bereits begonnen.

Mit freundlichen Grüßen